Vierter Grünhain-Sieg für Ramonat

Bisher teilten sich Rudi Reindl und Raphael Ramonat die Spitze der Grünhain-Bestenliste mit je drei Siegen. Seit Samstag liegt Ramonat allein an der Spitze, nachdem er bei der 14. ADMV-Rallye Grünhain einen Start-Ziel-Sieg herausfährt.

  • Raphael Ramonat und Sara Phieler im Mitsubishi Lancer

Bisher teilten sich Rudi Reindl und Raphael Ramonat die Spitze der Grünhain-Bestenliste mit je drei Siegen. Seit Samstag liegt Ramonat allein an der Spitze, nachdem er bei der 14. ADMV-Rallye Grünhain einen Start-Ziel-Sieg herausfährt.

Rudi Reindl muss am Donnerstag wegen Motorproblemen an Michael Ehrles CTC-Evo 6 absagen. Ramonat steht einem starken fränkischen Quintett gegenüber: der Gruppe-N-Subaru von Bernd Michel, die drei Gruppe-F-Evo 9 der Routiniers Roland Macht und Reinhard Honke und Junior Patrik Dinkel und der Compact-M3 von Werner Mühl. 

Gleich auf der ersten Prüfung, dem sehr anspruchsvollen Rundkurs am Stadtrand von Lauter, setzen sich Raphael Ramonat und Sara Phieler an die Spitze. Die Vorjahressieger Roland Macht und Felix Kießling büßen zwei Sekunden ein, Frank und Inge Herrmann im Evo 9 als Dritte bereits mehr als fünf Sekunden. Dichtauf folgen Bernd Michel und Bernd Hartbauer, Werner Mühl und Sebastian Kröniger sowie Reinhard Honke und Tina Annemüller. Patrik Dinkel und Alessandra Baumann verbremsen sich in der Zielkurve, müssen in den Notausgang und verlieren zwölf Sekunden. Auch Jochen Baumhauer und Tobias Glatzel kommen mit dem Audi TT RS nicht besonders gut um den Kurs; dafür fahren sie auf der WP 2 die schnellste Zeit, weil die Prüfung von Elterlein nach Hermannsdorf eine öden, fast drei Kilometer langen Vollgasabschnitt auf breiter Landstraße enthält. Dort spielt der Serien-Audi seine überlegene Höchstgeschwindigkeit aus. Die Gruppe-F-Armada bleibt dicht beisammen, nur Bernd Michel verliert einige Sekunden. Baumhauers Husarenritt endet leider auf WP 3 an einem Baum, glücklicherweise können beide Fahrer unversehrt aus dem Audi steigen.

Auf dieser wunderschönen Prüfung zwischen Neundorf, Wiesa und Schönfeld – mit drei Ortsdurchfahrten - knallt Ramonat seine zweite Bestzeit auf den Asphalt. Der Thüringer distanziert seine Turbo-Allrad-Kollegen um fünf bis acht Sekunden, nur BMW-Pilot Mühl kann Ramonats Tempo fast halten und büßt nur zwei Sekunden ein. Zur Halbzeit führt Ramonat mit zehn Sekunden vor Macht und Mühl, vier Sekunden dahinter folgen Herrmann, der später 30 Schikanen-Sekunden aufgebrummt werden, und Honke, danach Dinkel und Michel.

Die zweite Schleife verläuft ähnlich. Ramonat setzt sich auf den kurvenreichen Prüfungen vom Rest des Feldes ab. Mühl lässt den Compact-M3 großartig fliegen, holt sich auf der Elterlein-Prüfung sogar eine Bestzeit und wandelt den Rückstand von einer Zehntelsekunde auf Macht in einen Vorsprung von einer Zehntelsekunde um. Dinkel zieht an Macht vorbei, während die Mitsubishi von Herrmann und dem Zwickauer Mario Czok in der zweiten Schleife ausfallen. 

Der abschließende Mini-Rundkurs – drei 700 Meter lange Runden über den Markt und um die Kirche in Grünhains Stadtmitte – klärt die letzte offene Platzierung. Auf dem engen Kurs können Werner Mühl und Sebastian Kröniger im BMW den Evo 9 von Roland Macht und Felix Kießling nicht halten und werden als beste Nichtallradler Dritte. Am Sieg von Raphael Ramonat und Sara Phieler gibt es nichts zu deuteln. Der Thüringer, der jetzt mit vier Gesamtsiegen alleiniger Rekordhalter in Grünhain ist, zeigt sich zufrieden: „Bei der Thüringen-Rallye lief der Evo 9 schon ziemlich gut. Danach haben wir am Motor noch ein paar Kleinigkeiten verbessert. Jetzt läuft er so, wie ich mir das vorgestellt habe.“ 

Hinter den fünf Franken Macht, Mühl, Dinkel, Honke und Michel fahren die Thüringer Lars Anders und Marcel Eichenauer auf Platz 7. Sie gewinnen im Evo 6 die CTC-Klasse vor dem 1400-cm³-Fabia der Lokalmatadoren Tobias Edelmann und Markus Ernst (Platz 17). Auch Nick Heilborn und Benjamin Melde im BMW M3 fahren unter die ersten Zehn. Für eine Überraschung sorgt der Oberpfälzer Franz Negratschker in der 2-Liter-Klasse. Sein selbstgestrickter Golf II mit 1420-cm³-G-Lader-Maschine läuft beim zweiten Einsatz völlig problemfrei. Negratschker und Co Dominik Zimmermann fahren auf Rang 9, werden schnellste Fronttriebler und gewinnen die Klasse vor dem Clio von Stephan Dammaschke und Julia Siegel, dem Kadett von Gerrit Schmitt und Sabine Heinzel und den beiden Astra von Mike Czekalla und Tim Jünger sowie Bernd Knüpfer und Daniel Herzig.

In der stark besetzten 1600-cm³-Klasse überragt einmal mehr Veit König. Mit Hansi Zappes Ansage steuert der Zschopauer Suzuki-Händler seinen Swift auf Gesamtrang 10, noch vor dem Citroen C2 R2 von Daniel Voigt und Andreas Beck. Auch der Schwabe Ernst Reinmann fährt beim ersten Start im Erzgebirge sehr schnell. Im Fiesta 1600 verliert er nur 23 Sekunden auf König, fällt aber durch einen ZK-Fehler um zwei Minuten zurück. Dadurch holen die Schneeberger Ex-Trabi-Champions Andreas Schramm und Seb Nagel im Polo Platz 2 vor Enrico Grunert und Daniel Rosenmüller im Swift. Ein Swift 1300, zwei Micra und fünf Trabant sorgen für die stärkste 1400-cm³-Klasse der Gruppe F, die es jemals gegeben hat. Nach Rößners Ausfall im überlegenen Swift gewinnen Michael Knorr und Benny Derda im Micra vor ihren Markenkollegen Torsten Reimann und Annette Eisenkolb. Tino Schmidt und Patrick Scharf bringen den besten Trabant auf Platz 3, nachdem Lokalmatador Mario Keller seinen schnellen Zweitakter auf dem Mini-Rundkurs – in Sichtweite des Ziels – abstellen muss. Den Sieg in der Gruppe G holen sich Alexander Queck und Danny Braun in einem Opel Astra, das Citroen DS3-Duell in der Klasse RC5 gewinnen David Havlat und Paul Stein knapp gegen Andy und Katja Schorsch.

Von den 72 Teams erreichen 52 das Ziel. Alle Ausrutscher gehen mit Blechschäden ab. Trotz drohender Regenwolken kommt die Spitze trocken über die Distanz, die zweite Hälfte des Feldes erlebt allerdings auf WP 4 heftigen Starkregen.

Spannend verläuft die 2. ADMV-Histo-Rallye Grünhain, zu der 23 Teams starten. Als die führenden Hans-Joachim und Sandra Bufe im Ford Escort RS 2000 die letzte Lichtschranke „versemmeln“, schieben sich die favorisierten Teams aus dem Schwarzwald vorbei. Mark und Antje Blüthner in der Golf-II-Werks-Replika sowie Bernd Lutz und Stefan Sawinsky im bunten Golf I stehen als Zweite und Dritte auf dem Podium. Der Siegerpokal bleibt allerdings im Erzgebirge: Roy Kunz und Andrea Selzer steuern den 60-PS-Kadett mit nur 1,57 Sekunden Abweichung durch die Lichtschranken.

Ergebnis 14. ADMV-Rallye Grünhain

1. Raphael Ramonat / Sara Phieler Mitsubishi Evo 9 F1 21:10,1
2. Roland Macht / Felix Kießling  Mitsubishi Evo 9 F1 +17,9
3. Werner Mühl / Sebastian Kröniger BMW M3 Compact F4 +20,1
4. Patrik Dinkel / Alessandra Baumann Mitsubishi Evo 9 F1 +29,4
5. Reinhard Honke / Tina Annemüller Mitsubishi Evo 9 F1 +31,5
6. Bernd Michel / Bernd Hartbauer Subaru Impreza  RC2 +38
7. Lars Anders / Marcel Eichenauer Mitsubishi Evo 6 C18 +1:11,2
8. Nick Heilborn / Benjamin Melde BMW M3 E36 F4 +1:41,6
9. Franz Negratschker / D. Zimmermann VW Golf II G60 F5 +1:53,4
10. Veit König / Hansi Zappe Suzuki Swift Sport F6 +1:55,2
11. Daniel Voigt / Andreas Beck Citroen C2 R2 RC4 +2:06,6
12. Stephan Dammaschke / Julia Siegel Renault Clio II F5 +2:07,5