Osterburg-Rallye: Michel vor der Evo-Meute

Nicht weniger als elf Mitsubishi-Lancer-Teams wetzen die Messer, um die Osterburg-Rallye zu gewinnen. Doch nach einem Tiefflug durch das Vogtland zeigt ihnen Bernd Michel die Rücklichter seines Subaru.

Nicht weniger als elf Mitsubishi-Lancer-Teams wetzen die Messer, um die Osterburg-Rallye zu gewinnen. Doch nach einem Tiefflug durch das Vogtland zeigt ihnen Bernd Michel die Rücklichter seines Subaru.

Vor einem Jahr haben Bernd Michel und Bernd Hartbauer im Evo 9 den Speed-Klassiker in Ostthüringen gewonnen, weil die Spitzenreiter Rudi Reindl und Michael Ehrle mit einem Antriebsschaden ausfielen. In diesem Jahr geht das Duell in die nächste Runde: Bernd Michel tritt im blütenweißen Impreza N16 an, den er beim Tschechen Vojtech Stajf gekauft hat. Rudi Reindl bringt Ehrles Ex-Mäkinen-Evo 6 in der Gruppe CTC nach Weida, das einzige Gruppe-A-Auto, bei dem ein sequenzielles Getriebe homologiert war. Zu den Mitfavoriten zählen die diversen Evo-Modelle von Stefan Göttig, Reinhard Honke, Frank Herrmann, Mario Czok, Youngster Patrik Dinkel und dem Schwarzwälder Oliver Bliss.

Und die Osterburg-Neulinge Bliss und Hans-Peter Loth lassen es auf der ersten Prüfung von Langenwetzendorf nach Neuärgerniß – mit der Ortsdurchfahrt in Hirschbach und der zuschauerfreundlichen Schotter-Asphalt-Kehre am Ortsrand von Mehla – richtig krachen. Nur vier Zehntel verlieren sie auf die Bestzeit von Michel/Hartbauer, während Reindl mit neun Sekunden Rückstand nur auf Platz 7 notiert wird. Dafür glänzt der Oberbayer auf der legendären Tiefflug-Prüfung von Staitz nach Rohna: Bestzeit mit einem Schnitt von 120 km/h. Mit der zweitschnellsten Zeit schiebt sich Bliss an Michel vorbei und rollt als erster in die erste Pause in Weida.

In der zweiten Schleife wiederholen sich die Ereignisse. Michel fährt auf WP 3 Bestzeit von Bliss und Reindl, der seinerseits die WP 4 vor Bliss und Göttig gewinnt. In die zweite Pause fährt Bliss als Führender mit 1,4 Sekunden Vorsprung auf Reindl und 2,2 Sekunden Vorsprung auf Michel. Doch zum Herzschlagfinale auf der WP 5 (die WP 1/3 wird in umgedrehter Richtung gefahren) kommt es nicht. Bliss stellt nach der WP 4 einen Motorschaden fest und gibt in der Pause auf, während Reindl sich durch eine 30-Sekunden-Strafe für das Verschieben einer Schikane ins Abseits bringt.

Bernd Michel und Bernd Hartbauer fahren ihren dritten Osterburg-Gesamtsieg sauber nach Hause und strahlen im Ziel mit der Sonne um die Wette. Um Platz 2 entbrennt ein spannender Dreikampf zwischen drei Gruppe-F-Evo 9. Zunächst haben Stefan Göttig und Jenny Gäbler die Nase vorn gegen Reinhard Honke und Tina Annemüller. Dann zieht Honke an Göttig vorbei, der sogleich kontert. Vor dem Finale hat Göttig noch acht Zehntel Vorsprung gegen Honke, während die Youngster Patrik Dinkel und Alessandra Baumann, beide erst 20, vier Sekunden zurück liegen. Im Finale setzt der jüngere Bruder von Dominik Dinkel alles auf eine Karte, fährt die erste Gesamtbestzeit seiner Karriere, überholt Göttig und verpasst Honke nur um drei Zehntel.

Mit kleinem Abstand folgen dann Frank und Inge Herrmann (Evo 9), Lars Anders und Marcel Eichenauer, die im Evo 6 die Gruppe CTC gewinnen, sowie Raphael Ramonat und Sara Phieler.

Als bester Zweiradler schafft es der Schotter-Spezialist Felix Weisert, diesmal mit Toni Ermel als Co, im BMW M3 auf Rang 10. Die Markenkollegen Nick Heilborn und Benjamin Melde fahren beim Heimspiel noch ein wenig schneller, doch auch sie haben einmal eine Schikane touchiert. Zwischen den M3 landet das beste Zwei-Liter-Team. Wolfgang Stopfer und Sabine Heinzel setzen sich im Honda Civic gegen Stephan Dammaschke und Julia Siegel durch. Hannes Arndt (Ford Fiesta) sowie die drei Clio von Sascha Lang, Tobias Meisert und Thomas Singer folgen auf den nächsten Plätzen in der sehr starken Klasse. Dirk Knüpfer und Jacqueline Heilsberg dominieren im Skoda Fabia die 1600-cm³-Klasse vor Christopher Wackernagel und Steven Dietzsch im Suzuki, während Torsten Reimann und Annette Eisenkolb im Micra die 1400-cm³-Klasse gegen drei Trabant gewinnen.

Mit 65 Startern ist der Veranstalter zufrieden, noch zufriedener über 56 Fahrzeuge im Parc Fermé und eine unfallfreie Veranstaltung bei herrlichem Sonnenschein und gutem Zuscherzuspruch. Nach vier Startern beim Debüt 2016 sind diesmal 23 Teams bei den „Histos“ am Start. Bernd Lutz und Stefan Sawinsky gewinnen im Golf I überlegen vor dem hessischen Ehepaar Frank und Heike Schneider (Ascona) und dem besten „Ost-Team“ Roy Kunz und Andrea Selzer (Opel Kadett mit 60 PS) 

Ergebnis 46. ADMV-Osterburg-Rallye 

1. Bernd Michel / Bernd Hartbauer Subaru Impreza RC2 18:50,5
2. Reinhard Honke / Tina Annemüller Mitsubishi Evo 9 F1 13,4
3. Patrik Dinkel / Alessandra Baumann Mitsubishi Evo 9 F1 13,7
4. Stefan Göttig / Jenny Gäbler Mitsubishi Evo 9 F1 15,9
5. Frank Herrmann / Inge Herrmann Mitsubishi Evo 9 F1 36,5
6. Lars Anders / Marcel Eichenauer Mitsubishi Evo 6 C18 43,7
7. Raphael Ramonat / Sara Phieler Mitsubishi Evo 7 F1 47
8. Mario Czok / Andy Tänczyk Mitsubishi Evo 9 F1 +1:01,7
9. Rudi Reindl / Michael Ehrle Mitsubishi Evo 6 C18 +1:04,2
10. Felix Weisert / Toni Ermel BMW M3 E36 F4 +1:08,4
11. Wolfgang Stopfer / Sabine Heinzel Honda Civic R F5 +1:14,5
12. Nick Heilborn / Benjamin Melde BMW M3 E36 F4 +1:21,5