Audi-Sieg in Unterfranken

Jochen Baumhauer und Lisa Kuhn gelingt bei der Rallye Fränkisches Weinland ein überraschender Coup: Im Gruppe-G-Audi verweisen sie Reinhard Honke, Stefan Stich und Bernd Michel auf die Plätze.

Jochen Baumhauer und Lisa Kuhn gelingt bei der Rallye Fränkisches Weinland ein überraschender Coup: Im Gruppe-G-Audi verweisen sie Reinhard Honke, Stefan Stich und Bernd Michel auf die Plätze.

Schon wieder ein Gruppe-G-Auto an der Spitze? In Ulm war es durch den Regen erklärbar, in Franken bevorteilt die WP-Charakteristik den Audi. Der AMSC Hammelburg hat es nicht leicht mit Bürgermeistern und Behörden, die 5. ADAC Toyo Tires Rallye Fränkisches Weinland muss mit nur zwei Prüfungen auskommen. Die Langenbach-Prüfung längs der Autobahn wird beim schnellsten der drei Durchgänge mit 115 km/h bewältigt, die Prüfung bei Wasserlosen kommt auf einen Schnitt von 135 km/h! Das jenseits des Limits, aber in diesem High-Speed-Bereich sind fast alle Rallye-Fahrzeuge am Begrenzer, die gedrosselten Lufteinlässe riegeln irgendwann ab, während der Gruppe-G-Audi ohne Air-Restriktor auch jenseits von 200 km/h noch voll durchatmen kann und zudem – dank Serienuntersetzung – die größte Höchstgeschwindigkeit hat.

Jochen Baumhauer und Lisa Kuhn sind in Top-Form, leisten sich keinen Fehler, knallen drei Bestzeiten auf den Asphalt und gewinnen die Rallye mit zehn Sekunden Vorsprung. Dabei profitieren sich auch vom Ausfall von Jörg Schuhej und Maike Zettl im Gruppe-F-Evo 9. Schuhej erreicht nach beiden Bestzeiten in der zweiten Schleife das zweite Regrouping als Spitzenreiter, fünf Zehntelsekunden vor Baumhauer. Doch am Start zur WP 5 bleibt der Hesse mit einem Antriebsdefekt stehen. So verbessern sich die Oberfranken Reinhard Honke und Michael Heinze – ebenfalls im Evo 9 nach Gruppe F – mit gleichmäßig zügigem Tempo vom dritten auf den zweiten Platz, auch wenn zum Schluss Stefan Stich und Nina Blumreich (Evo 8) sowie Bernd Michel und Sebastian Kröniger (Subaru) dicht heran kommen. Michel braucht beim ersten Einsatz mit seinem Gruppe-N-Subaru die erste Schleife zum Eingewöhnen, setzt sich aber in der mit fünf Autos ungewöhnlich starken Gruppe N gegen die beiden Evo-9-Youngster Chris Gropengiesser (21 Jahre) und Patrik Dinkel (20 Jahre) durch.

Grund zur Freude haben auch Fritz Köhler und Petra Hägele, die im BMW 320 Compact die starke 2-Liter-Klasse der Gruppe F nach spannendem Kampf mit den Brüdern Bastian und Max Limpert (BMW 318) gewinnen. Mit Wolfgang Stopfer (Honda Civic), Gerrit Schmitt (Opel Kadett), Hansi Retzer (Honda Civic) und Manuel Schmid (Seat Ibiza) folgen bekannte Namen dichtauf. Stefan Engerer siegt mit seinem Peugeot 306 in der Gruppe CTC, Steffen Weber (Honda Civic) in der 1600-cm³-Klasse der Gruppe F, RC3-Sieger Peter Wackernagel (Peugeot 207 R3C) nimmt Co Siegi Schrankl auf die Bühne. Die kleinen Klassen der Gruppe G erleben Favoritensiege durch Lucas Habicht (BMW 318, LG-Klasse 3) und Sven Glass (Opel Corsa A, LG-Klasse 4). Der ohnehin durch zwei Regrouping-Pausen lange Zeitplan wird um rund eine Stunde gedehnt, weil eine kilometerlange Ölspur auf WP 1, die deshalb abgebrochen werden muss, eine aufwändige Reinigung auslöst – Pech für die ansonsten gut organisierte Rallye 35.

Zu den 54 Rallye-35-Fahrzeugen, von denen 48 das Ziel in Elfershausen sehen, gesellen sich noch 25 Retro-Fahrzeuge. Bernd Lutz und Matthias Schloß (VW Golf GTI) lassen mit nur 0,73 Sekunden Abweichung an fünf Lichtschranken die Konkurrenz deutlich hinter sich. Frank und Heike Schneider im Opel Ascona sowie Michael Szönyi und Manuela Wulf im Fiat Panda belegen die nächsten Plätze.

Ergebnis 5. Rallye Fränkisches Weinland 

1. Jochen Baumhauer / Lisa Kuhn Audi TT RS G8 15:02,9
2. Reinhard Honke / Michael Heinze Mitsubishi Evo 9 F1 +10,5
3. Stefan Stich / Nina Blumreich Mitsubishi Evo 8 F1 +13,9
4. Bernd Michel / Sebastian Kröniger Subaru Impreza N16 RC2 +15,0
5. Chris Gropengiesser / Sebastian Lang Mitsubishi Evo 9 RC2 +21,9
6. Patrik Dinkel / Alessandra Baumann Mitsubishi Evo 9 RC2 +25,6
7. Raimund Patrizio / Jean-Eric Bemmann Subaru Impreza STI RC2 +44,2
8. Fritz Köhler / Petra Hägele BMW 320 Compact F5 +46,5
9. Reiner Hahn / Alexander Kröll Mitsubishi Evo 9 F1 +49,6
10. Bastian Limpert / Max Limpert BMW 318is E30 F5 +50,6
11. Philip Schwarz / Andre Riedl Mitsubishi Evo 6 F1 +51,7
12. Wolfgang Stopfer / Sabine Heinzel Honda Civic R F5 +53,5