RALLYE ZWICKAUER LAND

Bernd Michel trumpft in Sachsen auf

Den Dreikampf der Mitsubishi-Sprinter im Zwickauer Land gewinnt Bernd Michel knapp vor Rudi Reindl, während Raphael Ramonat früh ausfällt.

Zur 10. ADMV-Rallye Zwickauer Land reisen 76 Teams nach Reinsdorf am Ostrand der westsächsischen Stadt Zwickau. Zum Jubiläum verzichten die Organisatoren ganz auf Schotter (letztes Jahr immerhin 24%) und bieten drei Asphaltprüfungen: 5 km Sprint von Reinsdorf nach Schönau mit der langen Ortsdurchfahrt in Friedrichsgrün, 9 km Sprint von Zwickau über Dänkritz nach Lauenhain und schließlich der bei den Zuschauern beliebte Stadtrundkurs am Metawerk Zwickau. Am Vormittag sorgen der bedeckte Himmel und dunkle Regenwolken für manch bangen Blick nach oben, doch pünktlich zum Start kommt die Sonne durch und beschert Fahrern und Fans einen schönen Spätsommertag. 

Rudi Reindl überrumpelt seine Mitsubishi-Konkurrenten mit einem seiner gefürchteten Blitzstarts und lässt Bernd Michel um 3,5 Sekunden und Raphael Ramonat um fast fünf Sekunden auf der ersten Prüfung hinter sich. Den langen Landstraßen-Sprint im Norden Zwickaus beenden die drei Gruppe-H-Lancer-Piloten innerhalb einer Sekunde. Die hohen Geschwindigkeiten – trotz vier Schikanen erreichen die Mitsu einen Schnitt von 125 km/h – gefallen nicht allen Fahrern. Reindl und Co Ehrle sichern sich auf dem Metawerk-Rundkurs die dritte Bestzeit mit nur einer Zehntel vor Bernd Michael und Bernd Hartbauer und rollen mit 4,3 Sekunden Vorsprung in die Halbzeitpause. Raphael Ramonat und Nanett Centner fehlen, nachdem der Turbo auf dem Rundkurs seinen Dienst eingestellt hat. Zu Beginn der zweiten Runde setzt Michel ein Ausrufzeichen und gewinnt die anspruchsvolle Prüfung nach Schönau mit zweieinhalb Sekunden Vorsprung. Und der Webermeister aus dem Frankenwald setzt nach einen drauf: Auf der 9-km-WP nimmt er Reindl, der von Differenzialproblemen berichtet, fast fünf Sekunden ab und setzt sich an die Spitze. Reindl und Ehrle erzielen zwar auf dem Rundkurs mitten in Zwickau noch eine Bestzeit, müssen aber mit Rang 2 vorlieb nehmen. Bernd Michel und Bernd Hartbauer halten den knappen Vorsprung bis ins Ziel und jubeln über den ersten Rallye-200-Gesamtsieg seit sechs Jahren. 

Leuchter kann auftrumpfen

Hinter den zwei Gruppe-H-Lancer verblüfft Benjamin Leuchter mit einer ausgezeichneten Leistung im Gruppe-N-Mitsubishi Evo 9. Zwei Wochen nach seinem Rallyedebüt in Bad Schmiedeberg kann der Rennfahrer und Instruktor, der sich 2004 mit Sebastian Vettel in der Formel BMW tummelte, als einziger das Tempo des Spitzentrios beinahe halten. Im zweiten Umlauf steigert sich Leuchter deutlich und fährt mit seiner Copilotin Sandra Bufe auf Rang 3, was gleichzeitig den Klassen- und Gruppensieg vor den Markenkollegen Jörg Mittelsdorf und Lara Quast im Evo 10 bedeutet. Die Honke-Familie startet mit zwei Subaru Impreza in Sachsen. Während der 31-jährige Dominik mit dem Gruppe-H-Modell den vierten Gesamtrang gegen das Ehepaar Linnbach im Porsche 911 erkämpft, erreicht sein 53-jähriger Vater Reinhard mit dem CTC-Modell Rang 7 und den Klassensieg vor René Möller. 

In der gut besetzten 2-Liter-Klasse der Gruppe H fährt der junge Plauener Sebastian Zimmermann – wie vor zwei Wochen in Schmiedeberg – der Konkurrenz davon und kommt mit Co Valentin Langner auf Rang 8 ins Ziel, wodurch er sich den Volkswagen-Pokal knapp vor dem Lokalmatador Daniel Schmidt im Diesel-Scirocco sichert. Der Thüringer Mike Czekalla (Opel Astra) und der DS3-Trophy-Sieger Philipp Knof mit seinem „alten“ Peugeot 205, auf dem er seine ersten Rallye-Kilometer zurücklegte, landen auf den Plätzen 2 und 3. Die Hälfte der Klasse fällt aus, drei Teams rollen an derselben Stelle mit technischen Defekten aus! Ausfälle prägen auch die 1660er-Klasse. Die Favoriten Rico Hanika im Renault Twingo R2 (Zaun) und Philipp Ullrich im Citroen C2 R2 (Kupplung) bleiben früh auf der Strecke; so kommt Dirk Knüpfer beim Debüt im Skoda Fabia 16V mit 1400 cm³ und fast 170 PS zum Klassensieg vor dem Lada VFTS von Conrad Rüdiger. Auch die 1300-cm³-Klasse erlebt prominente Ausfälle: Uwe Joachim (Swift), André Daßler und Lars Meyer (beide Polo). Aber Hendrik Raschke rettet die Polo-Ehre und gewinnt mit einer Minute Vorsprung auf den Micra-Piloten Candy Nestler. Die Trabant glänzen dafür mit Zuverlässigkeit, denn alle acht Pappen erreichen das Ziel. Andreas Schramm, Mario Keller und Benny Derda kämpfen verbissen und kommen in dieser Reihenfolge ins Ziel – wie in Bad Schmiedeberg, doch mit einem entscheidenden Unterschied. Vor ihnen toben die Routiniers Mike Knorn und Jens Krajewski mit tollem Tempo über die Pisten und feiern den Klassensieg mit zwanzig Sekunden Luft auf die Konkurrenz.

Daniel Voigt fährt mit seiner 16-jährigen Tochter Monique den 2-Liter-Klassensieg in der seriennahen Gruppe N/F locker vor Frank Zischkale (BMW 318) nach Hause. In der sehr starken Klasse bis 1600 cm³ liefern sich Rigo Sonntag im Honda Civic, Mirko Graf im Citroen Saxo und Lars Keller im VW Polo einen spannenden Dreikampf. Die zweimaligen ADMV-Champions Mirko Graf und Gundo Schmidt holen sich vor allem auf dem schnellen Sprint die entscheidenden Sekunden für den Klassensieg und einen starken 13. Gesamtrang. Rigo Sonntag räumt auf WP 4 ein Schild ab, so dass Lars Keller und Arndt Komorek noch den zweiten Rang erobern können. In der Gruppe G setzen sich Johannes Grimm und Ingo Dörstling (BMW 318) in der „kleinen“ sowie Heiko Langer und Julia Wolanski in Mario Kunstmanns Evo 7 in der „großen“ Klasse durch.

Die Jubiläumsrallye geht pünktlich und unfallfrei über die Bühne, 57 von 76 Teams stehen im Parc Fermé an der Reinsdorfer Tennishalle.

Ergebnis 10. ADMV-Rallye Zwickauer Land am 27. September 2014

01. Bernd Michel/Bernd Hartbauer, Mitsubishi Evo 6, H16, 19:42,7
02. Rudi Reindl/Michael Ehrle, Mitsubishi Evo 7, H16 +2,2
03. Benjamin Leuchter/Sandra Bufe, Mitsubishi Evo 9, N3A +18,4
04. Dominik Honke/Math. Motschenbacher, Subaru Impreza, H16 +36,7
05. Dr. Ulf Linnbach/Nicole Linnbach, Porsche 996 GT3, H15 +40,7
06. Jörg Mittelsdorf/Lara Quast, Mitsubishi Evo 10, N3A +49,4
07. Reinhard Honke/Mario Nitsche, Subaru Impreza, C28 +1:17,2
08. Seb. Zimmermann/Valentin Langner, VW Golf III, H14 +1:37,5
09. Daniel Schmidt/Andreas Luther, VW Scirocco TDI, H15 +1:46,4
10. René Möller/Nico Köllner, Subaru Impreza, C28 +1:46,6

GALERIE: Rallye Zwickauer Land 2014


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