Emmersdorfer Schotter-Rallye

Austria-Sieg in Aldersbach

Österreichs Quertreiber feiern bei der niederbayerischen Baron-von-Aretin-Rallye einen Doppelsieg. Philipp Lietz gewinnt die Schotter-Rallye im Mitsubishi Lancer vor Wolfgang Schmollngruber im Mazda 323.

<strong>SIEG:</strong> Philipp Lietz gewinnt die

58 Teams aus Deutschland, Österreich, Tschechien und Finnland treffen sich in Aldersbach zur einzigen Schotterrallye in Bayern. Der MSC Emmersdorf hat zum Auftakt die Prüfung Hochstraße „ausgegraben“, die vor einem Vierteljahrhundert bei der 3-Städte-Rallye lief. Nach einem Grasweg und zwei Kilometer Asphalt folgt das Herzstück, ein Waldweg von zweieinhalb Kilometer Länge, Kurve an Kurve, ohne Gerade dazwischen, mit Fichten dicht rechts und links neben der Piste – ein tolle Strecke.

 

Regen in der Nacht macht die Schotterwege schmierig, die Allradler sind klar im Vorteil. Der Finne Jaakko Keskinen setzt auf der Hochstraße die erste Bestzeit vor dem Österreicher Wolfgang Schmollngruber im betagten, aber gut vorbereiteten Mazda 323, und dessen jungen Teamkollegen Philipp Lietz im Gruppe-N-Lancer. Auf der zweiten Prüfung, dem Klassiker durch die Wälder zwischen Aidenburg und Haidenburg, verliert Keskinen über zwanzig Sekunden durch einen Ausritt. Mit der Bestzeit vor Raphael Ramonat übernimmt Lietz die Führung. Die dritte Prüfung in der Aldersbacher Kiesgrube wird abgebrochen, Lietz führt in der Halbzeitpause vor Schmollngruber, Ramonat, Keskinen und Michael Dinkel im Lancer Evo 7.

 

Keskinens Aufholjagd wird auf der Hochstraße jäh gestoppt, als die Lichtmaschine ihren Dienst einstellt. Für Philipp Lietz und Co Thomas Steinber aus Ybbsitz, beide erst 24 Jahre jung, ist der Weg frei; sie fahren mit zwei Bestzeiten der Konkurrenz davon und gewinnen mit klarem Vorsprung vor Race-Rent-Austria-Chef Wolfgang Schmollngruber und Tanja Hinterberger. Der frühere Champion der österreichen Challenge rettet einen knappen Vorsprung gegen die beiden schnellsten Mitsubishi-Piloten aus dem Schotter-Cup; dabei zeigt Dinkel den besseren Endspurt und hat die Lancer-Nase um drei Sekunden vor Ramonat. Der Tscheche Ji?i Tošovsky landet auf Rang 5 und setzt mit der zweitschnellsten Zeit auf der letzten Prüfung noch ein Achtungszeichen.

 

Nur ein Fahrzeug ohne Allradantrieb wird in die Top Ten gewuchtet. Die Lokalmatadoren Alois Scheidhammer und Willi Trautmannsberger bewegen den Astra Turbodiesel unglaublich schnell über die Waldwege und glänzen mit dem siebenten Gesamtrang. Die Zwei-Liter-Klasse gewinnen Mark Muschiol und Kerstin Munkwitz im Clio, der nach dem Sachsen-Unfall in Rekordzeit wieder hergerichtet worden ist, vor Markus Stadler, der den grünen Asphalt-Golf gegen einen roten Schotter-BMW getauscht hat. In der Gruppe H sichern sich Siegfried und Petra Damm im Audi 80 Quattro den Klassensieg ganz knapp vor Thomas und Melanie Schultz im 16V-D-Kadett. Robert Grübl siegt mit seinem Subaru in der Gruppe G vor Jochen Krieger (Mazda) und Klaus Braun (Opel Vectra).

 

Überschattet wird die Veranstaltung durch einen schweren Unfall. In der Kiesgrube nahe dem Rallyezentrum überschlägt sich Sascha Kilb, Spitzenreiter des 318is-Cups, nach einer Welle bei hoher Geschwindigkeit. Während der Fahrer unverletzt bleibt, muss die Copilotin mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Zwei Stunden sorgt die erste Diagnose für Erleichterung, die Verletzungen sind weniger schwer als befürchtet. Die Teams des 318is-Cups haben nach dem Unfall auf eine Weiterfahrt verzichtet. Bei der Siegerehrung dankt Cup-Chef Norbert Schneider den Helfern des Roten Kreuzes, der Feuerwehr und des MSC Emmersdorf für die optimale Leistung bei der Bergung und Versorgung.

 

Ergebnis 12. Emmersdorfer Baron-von-Aretin-Rallye am 18. Mai 2013:

01. Philipp Lietz /Thomas Steinber, Mitsubishi Evo 9, N3A, 16:53,4

02. Wolfgang Schmollngruber /Tanja Hinterberger, Mazda 323 GTR, C28, +23,9

03. Michael Dinkel/Michael Bayer, Mitsubishi Evo 7, H16, +26,0

04. Raphael Ramonat /Steffen Schmidt, Mitsubishi Evo 6, H16, +29,2

05. Ji?i Tošovsky/Josef Kral, Mitsubishi Evo 9, N3A, +36,7

06. Michael Reischer/Stefan Reischer, Mazda 323 GTR, C28, +1:05,8

07. Alois Scheidhammer/Willi Trautmannsberger, Opel Astra Turbodiesel, F3B, +1:09,7

08. Stefan Bretzner/Melanie Heller, Subaru Impreza, F3A, +1:15,0

09. Christian Müller/Vera Hinteramskogler, Mitsubishi Evo 6, H16, +1:24,9

10. Manfred Seidl/Andrea Loher, Subaru Impreza, C28, +1:27,4

 

GALERIE:Die Bilder der Baron-von-Aretin-Rallye 2013 ...

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