Rallye Hinterland

Ausfallorgie im Hinterland

Sehr schöne Wertungsprüfungen, ein mattes Nennergebnis und eine hohe Ausfallquote – so lautet die kurze Bilanz der Rallye Hinterland, die Uwe Kiehm im Evo 6 als Sieger beendet.

Das hessische Hinterland liegt zwischen Marburg und der Landesgrenze zu Westfalen, hat Mittelgebirgscharakter und somit anspruchsvolle kurvenreiche Asphaltwege und –straßen. Alle drei Prüfungen der Rallye 70 sind Rundkurse mit Auslauf, wobei die Prüfung von Hartenrod nach Bad Endbach mit 4 km Rundkurs und 10 km Auslauf zum Besten gehört, was die Fahrer in Deutschland erleben können. Bei optimalem Wetter warten 58 Asphalt- und 5 Schotter-Kilometer auf die Teams. 

Die WP 1 bei Holzhausen währt nur kurz. Die ersten Vier kommen durch, mit Startnummer 5 rollt Peter Scharmach im Färber-Evo mit technischem Defekt aus, eine Minute später fällt Raimund Patrizio mit seinem Subaru einen Baum und sorgt für den Abbruch. Auf WP 2, dem knapp 10 km langen Rundkurs bei Gladenbach, setzt sich das Favoritenteam Björn Satorius und Lina Meter im Subaru Impreza an die Spitze, Chris Gropengießer und Tina Annemüller folgen im Gruppe-N-Evo 9 mit vier Sekunden Rückstand. Rudi Reindl und Michael Ehrle, der hier einen Gruppe-F-Evo 9 einsetzt, folgen mit 10 Sekunden Rückstand als Dritte, auf Platz 4 Uwe Kiehm und Andrea Bemmann mit 15 Sekunden in ihrem Evo 6. Die dritte Prüfung sieht Satorius mit 34 Sekunden als Schnellsten vor den Schwaben Kai und Tim Otterbach im BMW 318is, die eine Zehntel vor Kiehm und 15 Sekunden vor Gerrit Spangenberg im BMW M3 liegen. Das Favoritensterben hält auf dieser Prüfung an: Reindl verabschiedet sich mit rauchendem Motor, Gropengießer mit defektem Getriebe. Nach der ersten Schleife führt Satorius mit 49 Sekunden vor Kiehm, dahinter folgen Otterbach, Spangenberg und der Lokalmatador Erik Sindermann im Gruppe-N-Mégane. 

Nach fünf Prüfungen hat Satorius sein Polster auf Kiehm auf mehr als eine Minute vergrößert. Doch in WP 6 rollt der Subaru mit technischem Defekt aus wie anschließend auch der BMW M3 von Spangenberg. So kommen Uwe Kiehm und Andrea Bemmann zum Hinterland-Gesamtsieg. Den zweiten Platz – mit nur 37 Sekunden Abstand – erkämpfen sich Kai und Nico Otterbach, die mit ihrem BMW 318is die 2-Liter-Klasse der Gruppe F überlegen vor Sebastian Lang und Meike Zettl im Ford Fiesta, wobei der bisherige Beifahrer Lang beim Rallye-Debüt am Lenkrad einen guten Eindruck hinterlässt. Dazwischen schieben sich Erik Sindermann und sein Co Matthias Pätzold auf den dritten Gesamtrang und gewinnen die Gruppe G mit dem turbo-befeuerten Renault Mégane RS.

Weitere Klassensiege erringen u.a. Steffen Weber und Janika Schwehn (Honda Civic) in der 1600-cm³-Klasse, Jack Reese und Sabrina Enkirch sowie Walter Kühle und Ilona Zigan (trotz 4-Minuten-Verlust auf WP 2) mit ihren Compact-BMW sowie Jens Hofmann und Andrea Becker-Kraft (BMW 318is, G10). Lediglich acht Youngtimer-Teams starten im Hinterland zum sechsten Trophy-Lauf; die Wertung gewinnen die früheren DRM-Top-Fahrer Stefan und Michael Uhl im Ford Escort RS 2000 souverän mit drei Minuten Vorsprung. Nur 32 der 50 gestarteten Teams überstehen die sechs durchgeführten Wertungsprüfungen über 58 km.

Bei der Retro-Rallye setzen sich die Favoriten Rainer Schlesinger und Horst Diemer (BMW 2002) gegen 28 Konkurrenten recht deutlich durch. Zweite werden Martin und Claudia Bernhardt im Opel Manta vor Walter Lenz und Erhard Walenda im Porsche Carrera.

Ergebnis 6. ADAC-Reifen-Ritter-Rallye Hinterland

1.Uwe Kiehm / Andrea BemmannMitsubishi Evo 6F138:39,0
2.Kai Otterbach / Timo OtterbachBMW 318is E30F5+37,1
3.Erik Sindermann / Matthias PätzoldRenault Mégane RSG8+51,4
4.Sebastian Lang / Meike ZettlFord Fiesta STF5+1:57,0
5.Stefan Uhl / Michael UhlFord Escort RS 2000Y2+1:59,6
6.Maurice Naumann / Thorsten WentoHonda Civic RF5+2:31,1
7.Jack Reese / Sabrina EnkirchBMW 323ti E36F4+3:14,5
8.Jens Hofmann / Andrea Becker-KraftBMW 318is E30G10+3:15,8
9.Robin Hofmann / Nathalie StiasnyBMW 318ti E36F5+3:17,2
10.Steffen Weber / Janika SchwehnHonda Civic VtecF6+3:31,5
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