ADMV-Rallye-Pokal

Franken-Doppelsieg in Grünhain

Nach Rudi Reindls Ausfall bestimmen die oberfränkischen Routiniers Roland Macht und Reinhard Honke das Tempo bei der Rallye Grünhain. NC3-Sieger Bernd Knüpfer erntet viel Beifall für eine glanzvolle Leistung.

Die 16. ADMC-ACE-Rallye Grünhain wird ihrem Ruf als Top-Asphalt-Sprint gerecht, die drei Wertungsprüfungen dürften das Beste sein, was bei einer Rallye 35 geboten wird. Das gute Nennergebnis mit 76 gemeldeten Teams schrumpft durch Absagen: Mario Czok fehlt eine passenden Bremsscheibe, René Schubert bleibt mit abgelaufenem KFP in der Abnahme hängen. Schließlich rollen 66 Fahrzeuge bei heißem Sommerwetter durch den Startbogen.

Mit einem Paukenschlag wartet die WP 1 auf, die mit dem winkligen „Häuserkampf“ in Elterlein beginnt und mit der schnellen Landstraße nach Hermannsdorf endet: Das viel diskutierte sequenzielle Getriebe am Ehrle-Evo streikt; die hohen Favoriten Rudi Reindl und Michael Ehrle müssen schon nach 4 WP-Kilometern aufladen. Eine kleine Überraschung bedeutet Sebastian Zimmermanns Bestzeit, der seinen Evo 6 um wenige Zehntel schneller um die Ecken wuchtet als Roland Macht (Evo 9), Jochen Baumhauer (Audi TT), Reinhard Honke (Subaru Impreza) und John Macht (Evo 6).

Die zweite Prüfung beginnt am Markersbacher Speicherbecken mit einem Kurvenlabyrinth und führt dann – teils sehr zügig - durch den Wald nach Crottendorf. Jochen Baumhauer schockt die fränkischen Routiniers, als er sie mit seinem Gruppe-G-Audi um fünf Sekunden und mehr abhängt – und somit die Spitze übernimmt. Dann sorgt unfreiwillig John Macht für den zweiten Paukenschlag. Sein defektes Getriebe hinterlässt eine kilometerlange Ölspur. Die Beseitigung zieht sich hin, nach mehr als einer halben Stunde Warten wird die Prüfung nach nur fünf Durchfahrten abgebrochen und „italienisch“ gewertet.

Der Abschluss der ersten Schleife wird auf dem erweiterten Rundkurs in Lauter ausgetragen. Die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke wird um eine kurvenreiche Fahrt mitten durchs Fabrikgelände des Emaillierwerkes „Omeras“ und einen schnellen Sprint durch die Lauterer Hauptstraße verlängert. Der führende Baumhauer kann sich mit dem Kurs nicht anfreunden und schafft nur die neuntbeste Zeit, während Roland Macht, Reinhard Honke und Sebastian Zimmermann die drei schnellsten Runden hinlegen und in der Reihenfolge Macht-Honke-Baumhauer-Zimmermann in die Halbzeitpause rollen.

Die zweite Schleife bringt ähnliche Ergebnisse. Roland Macht fährt die schnellste Zeit in Elterlein, Jochen Baumhauer zeigt zwischen Markersbach und Crottendorf erneut der Konkurrenz die Audi-Rücklichter. Beim Finale auf dem Lautergold-Rundkurs reicht Macht die zweitbeste Zeit zum Gesamtsieg, seinem zweiten in Grünhain nach 2017 – und für das Team Roland Macht und Klaus Roßdeutscher bedeutet der Grünhain-Triumph, dass sie nach 18 Jahren Pause wieder gemeinsam ganz oben auf dem Treppchen stehen. Reinhard Honke und Stephan Schwerdt verkürzen den Rückstand durch die letzte Bestzeit, mit zwölf Sekunden Abstand fahren sie auf Platz 2.

Den dritten Platz erobern im Endspurt Sebastian Zimmermann und Monique Voigt, so dass neben vier Bayern auch der Freistaat Sachsen auf dem Podium vertreten ist. Jochen Baumhauer und seine einheimische Copilotin Susann Finger verpassen einen Podestplatz knapp, doch zwei Bestzeiten und ein haushoher Gruppe-G-Sieg dürften ausreichend Trost spenden.

Knüpfer presst den Astra aus

Besten Sport und Hochspannung bis zum Schluss bietet das Trio mit den drei schnellsten Fronttrieblern. Veit König hat in Österreich einen Suzuki Swift Super 1600 (startberechtigt in NC3) angemietet als Test für die Rallye Erzgebirge und trifft in Grünhain auf die Knüpfer-Brüder: Dirk im ehemaligen RC3-Honda Civic mit 270 PS und sequenziellem Getriebe (deswegen NC2) sowie Bernd im Gruppe-F-Opel Astra OPC mit rund 190 PS und konventioneller Technik. Vom Beginn an fahren die Drei fast identische Zeiten, vor dem abschließenden Rundkurs liegen sie innerhalb von nur vier Zehntelsekunden.

Beim Finale presst Bernd Knüpfer – mit der Ansage von Daniel Herzig – den Astra mit sauberer Linie, aber auf der allerletzten Rille über den Kurs, fährt die drittschnellste Gesamtzeit und setzt sich in der NC3 mit fünf Sekunden gegen Veit König und Henry Wichura durch. Dazwischen liegen Dirk Knüpfer und Jacqueline Heilsberg im Honda Civic, die die Klasse NC2 vor Sven und Jessica Wesotowski im Opel Corsa OPC gewinnen. Aus der Klasse NC3 fahren Sigi und Franziska Röger im Seat Ibiza sowie Stefan Weigel und Frederike Sandberg im Honda Civic auf die Gesamtränge 10 und 12, knapp dahinter auf Platz 14 beenden Daniel Voigt und Andreas Beck (Citroen C2) die Rallye als Sieger der Klasse RC4

In der 1600-cm³-Klasse NC4 mit 13 Startern setzen sich die Favoriten durch. Lars Meyer und Jan Franke behalten im Polo-Duell mit ihren Clubkameraden Andreas Schramm und Maik Bruder zwar die Oberhand, doch noch schneller sind Tobias Edelmann und Markus Ernst im Skoda Fabia 1400 Kit unterwegs. Michael Knorr und Clara Bettge (Suzuki Swift) sind in der NC5 überlegen; die Youngster Lukas Heinze und Nico Rostalski (Nissan Micra) können Klassenrang 2 gegen den Lokalmatadoren Mario Keller und Sebastian Krowiors im schnellsten Trabant sichern. In der Gruppe G holen sich Dominik Romainczyk und Aaron Jungnickel (Opel Kadett, NC7) sowie Jan-Marc Soutschka und Daniela Kurz (VW Polo, NC8+9) die Klassensiegerpokale.

Rodewald landet auf dem Dach

ADMV-Pokal-Spitzenreiter Patrick Rodewald avanciert im Schotter-Volvo 940 mit spektakulärer Fahrt zum Publikumsliebling und verteidigt die Tabellenführung durch Platz 3 in der zusammengelegten Klasse, obwohl er den Volvo im Rundkurs aufs Dach legt; doch Zuschauer rollen ihn wieder auf die vier Räder! Die Sächsische Meisterschaft führt Andreas Schramm vor Bernd Knüpfer und Dominik Romainczyk an, bei den Thüringern fällt der führende Sven Schumann aus und Titelverteidiger Hannes Arndt auf WP 5 weit zurück, so dass Martin Wagner und Alex Rödiger mit Gesamtrang 5 im Mitsubishi am besten punkten.

Einige harmlose Ausritte und mehrere Defekte sorgen für eine Ausfallquote von 25%, 50 Teams stehen im Parc Fermé. Unter den 20 Fahrzeugen der Histo-Rallye ist der Porsche Carrera der zweifachen HRC-Sieger Walter Lenz und Erhard Walenda nicht zu schlagen, dahinter erreichen der Wartburg 353 von Jens Lewandowski und Mario Hendrich sowie der Kadett E von Roy Kunz und Andrea Selzer das Ziel; diese beiden Teams haben jetzt auch die Führung im ADMV-Histo-Rallye-Cup übernommen.

Ergebnis Rallye Grünhain
1.Roland Macht / Klaus RoßdeutscherMitsubishi Evo 9NC122:45,8
2.Reinhard Honke / Stephan SchwerdtSubaru Impreza STINC1+12,5
3.Sebastian Zimmermann / Monique VoigtMitsubishi Evo 6NC1+25,9
4.Jochen Baumhauer / Susann FingerAudi TT RSNC6+28,1
5.Martin Wagner / Alexander RödigerMitsubishi Evo 7NC1+45,1
6.Bernd Knüpfer / Daniel HerzigOpel Astra G OPCNC3+54,5
7.Dirk Knüpfer / Jacqueline HeilsbergHonda Civic R3NC2+58,1
8.Veit König / Henry WichuraSuzuki Swift S1600NC3+59,4
9.Mario Kunstmann / Heiko LangerMitsubishi Evo 7NC6+1:14,7
10.Siegfried Röger / Franziska RögerSeat Ibiza CupraNC3+1:22,6
11.Thomas Muhm / Stefan KochMitsubishi Evo 6NC1+1:27,5
12.Stefan Weigel / Frederike SandbergHonda Civic RNC3+1:34,7
Stand ADMV-Rallye-Pokal: 1. Rodewald 3405, 2. Arndt 2912, 3. Heinze 2829, 4. Rößner 2640, 5. Liebehenschel 2620, 6. Schulze 2352, 7. Milde 2352, 8. Brunke 2073, 9. Becker 1955, 10. Schramm 1930.

Nächster Lauf: ADMV-Rallye Bad Schmiedeberg am 7. September
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