VW will mit Elektro-Flunder die Nordschleife erobern

Nach der Rekordfahrt beim Pikes-Peak-Bergrennen nimmt der Elektro-Sportwagen ID. R im Sommer 2019 eine weitere Bestmarke ins Visier: Den Rundenrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Nach der Rekordfahrt beim Pikes-Peak-Bergrennen nimmt der Elektro-Sportwagen ID. R im Sommer 2019 eine weitere Bestmarke ins Visier: Den Rundenrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf der Nordschleife des Nürburgrings.

„Nach dem Streckenrekord am Pikes Peak ist die Bestzeit für Elektro-Fahrzeuge auf der Nordschleife des Nürburgrings die nächste große Herausforderung für den ID. R“, sagt Volkswagen Motorsport Direktor Sven Smeets. „Ein Rundenrekord auf der Nordschleife gilt als Ritterschlag für jedes Fahrzeug, gleichermaßen für Rennfahrzeuge und Serienautos.“ 

Der für den Rekordversuch auf dem Nürburgring weiterentwickelte ID. R wird von zwei Elektro-Motoren mit einer Systemleistung von 500 kW (680 PS) angetrieben und wiegt inklusive Fahrer weniger als 1.100 Kilogramm. „Wir werden vor allem die Aerodynamik des ID. R auf die im Vergleich zum Pikes-Peak-Bergrennen deutlich anderen Bedingungen der Nordschleife anpassen“, sagt François-Xavier Demaison, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport.

Intensive Vorbereitung

Im Unterschied zum US-Klassiker am Pikes Peak mit dem Start auf 2.862 Metern und dem Ziel auf 4.302 Metern Höhe windet sich die Nordschleife lediglich zwischen 320 und 617 Metern über Meereshöhe durch die Eifel und hat nicht zuletzt durch die lange Gerade an der Döttinger Höhe eine ganz eigene Charakteristik. „Zur sorgfältigen Vorbereitung auf die Rekordfahrt werden wir mit dem ID. R im Frühjahr ein intensives Test- und Entwicklungsprogramm auf verschiedenen Rennstrecken durchführen“, so Demaison weiter. Die Rekordfahrt ist für den Sommer vorgesehen. 

Fahrer beim Rekordversuch ist abermals Multitalent Romain Dumas. Er gewann im Juni 2018 mit dem ID. R den Pikes Peak International Hill Climb und siegte außerdem bereits vier Mal beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

„Mit dem ID. R auf die Nordschleife zu gehen, sorgt bei mir jetzt schon für Gänsehaut. Ich kenne mich dort sehr gut aus, aber der ID. R wird mit seiner extremen Beschleunigung und seinen enormen Kurvengeschwindigkeiten eine ganz neue Herausforderung sein“, sagt Dumas. „Ich kann die ersten Testfahrten kaum erwarten. Den bestehenden Elektro-Rekord zu unterbieten, wird sicher keine Spazierfahrt.“ 

Fällt der Bernhard-Rekord?

Die aktuelle Bestmarke für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge steht bei 6:45,90 Minuten – das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 185 km/h. Aufgestellt hat sie der Brite Peter Dumbreck am Steuer eines NIO EP9 im Jahr 2017. Absoluter Rekordhalte ist Timo Bernhard, der im Porsche eine unglaubliche Zeit von 5:19,55 Minuten erzielte. Es würde nicht überraschen, wenn Volkswagen intern auf diese Bestmarke abzielt, schließlich hat man mit der Schwestermarke noch eine offene Rechnung, nachdem Porsche im Vorjahr die Schlagzeilen mit dem Nürburgring-Rekord beherrschte und damit die umfangreichen Pikes Peak Feierlichkeiten von VW störte.