WRC

Rallye Monte Carlo

Auch 2020 findet die Rallye Monte Carlo traditionell im Januar statt und eröffnet die Saison der Rallye Weltmeisterschaft. Als älteste und preisträchtigste Rallye ist sie nicht nur für Fahrer ein absolutes Muss, sondern ebenso für Fans. Seit mehr als einem Jahrhundert ausgetragen, kann die „Monte“ auf eine lange Geschichte mit zahlreichen Siegern zurückblicken. In den vergangenen Jahren sicherten sich unter anderem Sebastien Ogier (Volkswagen, Ford, Citroën) und Sebastien Loeb (Citroën) die begehrte Trophäe. Unvergessen sind die Siege von Walter Röhrl. Im Anschluss an die moderne Rallye Monte Carlo findet die Rallye Monte Carlo Historique statt, die an die historische Sternfahrt erinnern soll.

Alle wichtigen Informationen zum Event finden Sie hier auf einen Blick zusammengefasst.

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Aktuelle Nachrichten

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VIDEO: Rallye Monte Carlo Action - Tag 2

Der zweite Tag der Rallye Monte Carlo hatte es in sich. Hier sind ein paar Eindrücke.

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Dreikampf an der Spitze

Zum Abschluss des zweiten Tages bei der Rallye Monte-Carlo zieht Sebastien Ogier an seinem Toyota-Teamkollegen Elfyn Evans vorbei und übernimmt die Spitze. Aber auch Thierry Neuville schiebt sich mit einer Bestzeit näher heran. Das Führungstrio liegt innerhalb von nur sechs Sekunden.

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Nach Unfall: Tänak und Järveoja bleiben im Krankenhaus

Ein heftiger Abflug auf der vierten Monte-Prüfung beendete den ersten Auftritt des Weltmeister-Duos Ott Tänak und Martin Järveoja im Hyundai vorzeitig. Beide blieben unverletzt, müssen aber zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

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Die Anfänge der Rallye Monte Carlo

Die Geschichte der „Monte“ ist so bewegt wie das Ereignis selbst. Seinen Anfang nimmt sie im Jahr 1911. Fürst Charles I. lässt etwa fünfzig Jahre zuvor ein Casino in Monaco bauen und einen Stadtbezirk um es herum entwickeln. Die gutbetuchte Oberschicht sah das etwa 20 Kilometer entfernte Nizza jedoch als weitaus aufregender an, weshalb Monaco vor einem Tourismusproblem stand. Eine neue Attraktion musste her – und da das Auto eine noch recht junge, spannende Erfindung darstellte, wurde eine sogenannte „Sternfahrt“ organisiert. Fahrer starteten in unterschiedlichen Städten wie beispielsweise Berlin, Brüssel, Paris oder Wien und traten ihre Reise nach Monte Carlo an.

Bereits im ersten Jahr der Austragung wurde mittels eines umfangreichen Regelwerks der Sieger ermittelt. In dieser Zeit zählte jedoch weniger die Geschwindigkeit. Stattdessen wurde beispielsweise der Zustand des Fahrzeugs nach mehreren hundert Kilometern Strecke beurteilt, was zu Diskussionen unterhalb der Teilnehmer führte, war doch Berlin weiter vom Zielort entfernt als Paris und das entsprechende Fahrzeug somit eher von Blessuren gezeichnet.

Starteten im ersten Jahr 20 Teilnehmer, waren es 2012 bereits 65. Die Beliebtheit des Rennens stieg rasant an und wurde nur von kriegsbedingten Pausen (1913-1923 und 1940-1948) sowie der Ölkrise im Jahr 1974 unterbrochen. Auch der Tourismus in Monaco wurde angekurbelt und die Strategie, den Standort wieder attraktiver werden zu lassen, war geglückt. 2019 wird dementsprechend die 86. Ausgabe der Rallye ausgetragen.

Mit den Jahrzehnten entwickelte sich die Rallye Monte Carlo vom Amateurwettbewerb zum professionellen Rennen. Automobilhersteller investierten in den Wettlauf, da er an immer größerer Bedeutung gewann, bestimmte Streckenteile wurden extra für die Rallye abgesperrt und schärfere Reglements hielten Einzug, um den Wettbewerb fairer zu gestalten. Eine Sternfahrt der traditionellen Art und Weise kann aber noch immer bei der Rallye Monte Carlo Historique bestritten werden.

In den 60er Jahren galt die Rallye Monte Carlo schließlich als beliebteste Rallye der ganzen Saison. Nicht nur, weil sie bereits eine so lange Tradition pflegt, sondern auch, weil sich die Teilnehmer auf unterschiedlichste Bedingungen einstellen müssen – und das teilweise innerhalb eines Streckenabschnitts.

Besonders in die Geschichte der Rallye Monte Carlo ging das Rennen aus dem Jahr 1966 ein. Nach Beendigung aller Streckenabschnitte bekleideten drei Mini Cooper die ersten drei Plätze, wurden jedoch wegen nicht eingehaltener Regelungen bezüglich der Scheinwerfer nachträglich disqualifiziert.

Auch in Film und Fernsehen war das Rennen bereits Gegenstand, darunter auch der dritte Herbie-Film namens „Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo“. Über mehr als 100 Jahre hinweg wird die Tradition des Rennens bereits gepflegt und die Begeisterung ist ungebrochen.

Berühmte Fahrer

Wer an erfolgreiche Rallyefahrer denkt, denkt allen voran an Walter Röhrl. Der vierfache Gewinner der Rallye Monte Carlo und zweifacher Gewinner der Rallye-Weltmeisterschaft (1980 und 1982) erlangte seinen Ruhm besonders dadurch, dass er seine Rennen in Monte Carlo jeweils mit einem anderen Fahrzeug bestritt (Fiat 131 Abarth, Opel Ascona 400, Lancia Rally 037 und Audi quattro) bestritt – und mit jedem Modell gewann. „Wer hier gewinnt, der ist der Größte“, unterstreicht der Ex-Weltmeister die Bedeutung dieser einzigartigen Rallye.

Der erfolgreichste Rallyefahrer ist aktuell Sébastien Loeb, der 2019 bei der Rallye Monte Carlo im Hyundai i20 WRC antreten wird. Der Franzose gewann bereits neun Mal den Weltmeistertitel (2004-2012), den er mit jeweils einem Citroën Xsara WRC (2004-2006), einem Citroën C4 WRC (2007-2010) sowie einem Citroën DS3 WRC (2011-2012) bestritt. Besonders im Rahmen der Rallye Monte Carlo mit ihren komplexen Anforderungen konnte Loeb über viele Jahre hinweg bereits sein Können unter Beweis stellen.

Sébastien Ogier folgt Loeb auf den Fersen und ist aktueller Weltmeister. Insgesamt gewann er die Weltmeisterschaft bereits fünf Mal hintereinander (2013-2017) und wird auch in der kommenden Saison hoch gehandelt. Mit seinem Volkswagen Polo R WRC fuhr er dabei vier Mal als Sieger über die Ziellinie, im vergangenen Jahr wechselte er auf einen Ford Fiesta WRC, mit dem er auch in Monte Carlo gewinnen konnte.

Charakteristik 

Prinzipiell zählt die Rallye Monte Carlo zu den Asphaltläufen in der Weltmeisterschaft. Eine lösbare Aufgabe möchte man meinen. Aber die „Monte“ sorgt für einen einzigartigen Mix aus Schnee, Eis, Nässe und trockenem Asphalt – die Wetterbedingungen sind unberechenbar. Scheint im Servicepark die Sonne, so kann es in den Bergen und auf den Straßen bereits schneien. Als wäre diese Mischung nicht schon anspruchsvoll genug, wechseln sich die Untergründe je nach Witterung oftmals innerhalb einer einzigen Wertungsprüfung ab. Eine verzwickte Herausforderung für die Fahrer! Die richtige Reifenwahl ist ein ewiger Drahtseilakt.

Um sich bestmöglich ein Bild von den zu erwartenden Verhältnissen zu machen, vertrauen die Piloten gerne auf die Hilfe ihrer „Eisspione“. Diese fahren vor dem offiziellen Start einer Wertungsprüfung die Strecken ab und geben ihre Beobachtungen und Einschätzungen an die Teams weiter. Das alles hilft aber gar nichts, wenn die Zuschauer, wie bei der „Monte“ üblich, kurz vor den Teilnehmern neuen Schnee auf die Prüfungen schaufeln. Eine bitterböse Überraschung für die Fahrer, die an Ort und Stelle zur Gaudi der Fans ins Schlittern geraten. Auch das gehört zur Rallye Monte Carlo, wie der legendäre „Col de Turini“, über den die vielleicht berühmteste Prüfung der gesamten Weltmeisterschaft verläuft. Früher wurde diese Strecke meist in der Dunkelheit befahren, die langen Scheinwerferkegel der Autos schnitten sich förmlich durch die Dunkelheit in den französischen Seealpen, weshalb man auch von der „Nacht der langen Messer“ spricht. 


Rallye Monte Carlo Historique

Die Rallye Monte Carlo Historique läuft seit 1998 so ab, wie die Rallye Monte Carlo einst selbst organisiert wurde: Fahrer starten im Rahmen einer Sternfahrt von unterschiedlichen Ausgangspunkten und treffen sich schließlich am Hafen von Monaco. Die Besonderheit: Keines der Fahrzeuge darf früher als 1955 und später als 1980 produziert worden sein. Dementsprechend finden sich hier Klassiker wie der Porsche 911, Opel Kadett, Lancia Fulvia oder auch der berüchtigte Mini. Von Deutschland wird aus Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt am Main im Minutentakt gestartet und die Reise nach Monte Carlo angetreten. Das macht insgesamt dann mehr als 1200 Kilometer Strecke, die es zu bewältigen gilt.

Die Besonderheit des Rennens in und um Monte Carlo ist hierbei: Nicht der schnellste Fahrer ist der Sieger, sondern derjenige, der am gleichmäßigsten fährt, das heißt, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit über die gesamte Strecke so exakt wie möglich gehalten werden muss, ansonsten werden Strafpunkte verteilt. Die Teams können dabei aus drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten wählen. Weit mehr als 100 Kontrollpunkte messen, inwieweit sich die Fahrer an die vorgegebenen Richtlinien halten.  Vier Tage lang befinden sich die Teams auf der Strecke. Einer der letzten Streckenabschnitte ist der Col de Turini. Ist dieser absolviert, endet das Rennen am Port Hercule in Monaco.

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