7. Etappe

Rallye Dakar: Verspielt Peugeot doch noch den Sieg?

Stéphane Peterhansel verliert auf der siebten Dakar-Etappe zwei Stunden, Teamkollege Carlos Sainz übernimmt mit dem zweiten Tagessieg die Führung. Drei Toyota liegen auf den folgenden Plätzen.

So schnell kann’s gehen. Noch am Ruhetag sah alles danach aus, als würde Peugeot einen ungefährdeten Doppelsieg nach Hause schaukeln. Doch schon einen Tag später ist nur noch einer der 3008 DKR ganz vorne. Und zwar nicht der bisher Führende, Stéphane Peterhansel, sondern Teamkollege Carlos Sainz.

Bei Regen, der weite Teile der Piste in eine Schlammkuhle verwandelte,  hatte sich Peterhansel zu Beginn der siebten Wertungsprüfung am Samstag noch in Führung gesetzt. Nach 183 Kilometern musste der Franzose stoppen – Radaufhängung hinten links gebrochen! Beim Überholen eines Motorrads hatte der Dakar-Rekordsieger einen Felsen getroffen. „Ich wollte ein Wasserloch umfahren, in dem das Motorrad fest steckte“, erzählte Peterhansel. „Vor lauter Wasser auf der Windschutzscheibe habe ich einen Felsen übersehen, der das Heck meines Autos stark beschädigt hat."

Der kurz danach auftauchende Teamkollege Cyril Despres, mit 29 Strafstunden auf dem Konto ohnehin der „Wasserträger“ bei Peugeot, hielt an und half bei der Reparatur. Außerdem musste er Teile seiner eigenen Radaufhängung opfern. Dennoch dauerte es fast zwei Stunden, bis die linke hintere Radaufhängung gewechselt war Peterhansel wieder Gas geben konnte. Das Tempo passte anschließend wieder, aber er fiel er auf Gesamtrang drei zurück und kann den Traum von Sieg Nummer 14 begraben.

Hinter Sainz kam das Toyota-Trio ins Ziel. Dieses Mal führten der Südafrikaner Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz die Meute der Peugeot-Verfolger an. „Das war eine extrem anspruchsvolle Etappe, viel anspruchsvoller als wir dachten“, gab Von Zitzewitz zu. „70 Kilometer Kamelgras. Echt ‘ne harte Nummer. Und auch der Rest war durch den Regen sehr wellig geworden und dadurch eine echte Buggy-Prüfung. Wir haben eine saubere Prüfung gehabt, keine Probleme, auch navigatorisch alles perfekt hinbekommen. Der Drops ist noch nicht gelutscht – noch ist bei dieser „Dakar“ alles möglich.“

Weil Bernhard ten Brinke im dritten Toyota am Samstag über dreißig Minuten verlor, zogen in der Gesamtwertung dessen Teamkollegen Nasser Al-Attiyah und Giniel de Villiers am Niederländer vorbei. Al-Attiyah hat allerdings weiterhin über eine Stunde Rückstand auf den neuen Führenden, Carlos Sainz.

Im Biwak waren am Samstagabend keine Servicemannschaften anwesend. Die siebte Etappe war erster Teil einer Marathonetappe, die am Sonntag fortgesetzt wird. Dann steht die längste Wertungsprüfung der gesamten Rallye auf dem Programm. Sie führt nach Tupiza über 498 Kilometer, der größte Teil davon erneut über Schotter. 

Ergebnis 7. Etappe

01. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, 4:49.26 Stunden
02. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 12.05
03. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 14.19
04. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 20.58
05. Martin Prokop/Jan Tomanek, Ford, + 23.57
06. Lucio Alvarez/Robert Howie, Toyota, + 28.49
07. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 31.33
08. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 39.30
09. Boris Garafulic/, Filipe Palmeiro, Mini All4, + 54.42
10. Peter van Merksteijn/Maciej Marton, Toyota, +57.21

Zwischenstand nach Etappe 7

01. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 21:41.38 Stunden
02. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 1:11.29
03. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 1:20.46
04. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, +1:20.54
05. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 1:25.04
06. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 2:19.02
07. Martin Prokop/Jan Tomanek, Ford, + 2:22.39
08. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 2:41.26
09. Peter van Merksteijn/Maciej Marton, Toyota, +4.23.35
10. Lucio Alvarez/Robert Howie, Toyota, + 5:14.16

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