Planspiele

Rallye Dakar: Rettet ein Scheich Loebs Traum vom Sieg?

Nach dem anstehenden Rückzug von Peugeot bleiben dem neunmaligen Rallye-Weltmeister nicht mehr viele Chancen, den Wüsten-Klassiker jemals zu gewinnen. Ein Ausweg könnte sich in Abu Dhabi entwickeln.

Es war die vorerst letzte Chance für Sébastien Loeb, einen Sieg bei der Rallye Dakar seiner beeindruckenden Erfolgsstatistik hinzuzufügen. Nach der Zieldurchfahrt am Samstag nächster Woche beendet Peugeot das Kapitel Dakar und konzentriert sich für den Rest des Jahres – zusammen mit Sébastien Loeb – auf die Rallycross-WM. „Das war’s dann wohl gewesen“, sagte Loeb sichtlich enttäuscht vom frühen Ausfall. 

Nicht genug, dass der 3008 DKR des Franzosen alle Siegchancen in einer Sandkuhle verlor, in der er über zwei Stunden feststeckte und schließlich von einem Kamaz-Truck herausgezogen wurde. Beifahrer Daniel Elena brach sich beim Aufprall auf die Düne auch noch das Steißbein – eine sehr schmerzhafte Angelegenheit.

An eine Fortsetzung der Fahrt war also ohnehin nicht zu denken. „Ich glaube nicht, dass ich noch einmal zur Dakar zurückkommen werde“, meinte Loeb frustriert. Als Peugeot-Werkspilot kann er schlecht für Mini oder Toyota fahren. 

Doch für immer muss Loeb möglicherweise den Traum vom Dakar-Sieg nicht begraben. Eventuell naht ein unerwarteter Retter – Khalid Al-Qassimi. 

Der Mann aus Abu Dhabi, als Mitglied der Herrscherfamilie ein veritabler Scheich, überlegt, die 3008 DKR nach dem Ausstieg des Werksteams zu übernehmen. Schon bei der diesjährigen „Dakar“ ist Al-Qassimi mit einem Vorjahres-Peugeot am Start, zur Halbzeit guter Achter.

Bisher war Al-Qassimi vor allem als Unterstützer – und gelegentlicher Fahrer – des Citroën-Teams in der Rallye-WM bekannt. Die 3008 DKR auf Citroën umzulackieren, wäre noch das kleinste Problem. Ähnlich hat es der PSA-Konzern, zu dem Peugeot und Citroën gehören, schon Anfang der 1990er Jahre gemacht. Damals wurden die zuvor vier Mal siegreichen Peugeot 205 und 405 kurzerhand in Citroën ZX umgebaut und gewannen ebenfalls vier Mal. Haben die Peugeot-Buggys als – wenn auch private – Citroën ein zweites Leben, stünde Sébastien Loeb wieder eine Tür offen.

Ob Al-Qassimi diese Idee in die Tat umsetzt, hängt wohl hauptsächlich davon ab, wie Dakar-Veranstalter ASO in Zukunft das Reglement gestaltet. Der Plan war, die Buggys zumindest für Werksteams beziehungsweise werksunterstützte Teams abzuschaffen. Nachdem aber jetzt auch Mini auf diese Karte setzt und sogar Toyota an einem Buggy entwickelt hat, könnte dieser Plan wieder in der Schublade verschwinden.

Die Rallye Dakar wird am Samstag mit der Etappe von La Paz nach Uyuni fortgesetzt, 435 Kilometer davon gegen die Uhr. Es ist der erste Teil einer Marathon-Etappe – im Biwak von Uyuni sind Service-Fahrzeuge verboten.

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