10. Etappe

Rallye Dakar: Peterhansel zurück auf Rang zwei

Peugeot-Pilot Stephane Peterhansel überholt Toyota-Speerspitze Nasser Al-Attiyah und ist wieder Zweiter. Carlos Sainz verteidigt Gesamtführung.

Nach der wegen eines gefluteten Biwak abgesagten Etappe vom Montag stand am Dienstag eine der schwersten Wertungsprüfungen der diesjährigen „Dakar“ auf dem Programm. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad ging es über 372 Kilometer unter anderem über hohe Dünen, durch zahlreiche Flussbetten und weite Strecken mit Kamelgras. Darüber hinaus war die Navigation schwierig.

Während sich bei den Motorrädern die Spitzengruppe einträchtig verfuhr, hatten die Toppiloten der Auto-Klasse weniger Probleme. Stéphane Peterhansel ließ seinem Etappensieg vom Sonntag eine weiteren folgen und verbesserte sich auf Rang zwei. Peugeot-Teamkollege Carlos Sainz verteidigte mit Rang drei die Führung in der Gesamtwertung.

Schon im ersten Abschnitt der zweigeteilten Etappe gab Peterhansel Gas, als gäbe es kein Morgen. Nach rund 200 Kilometern hatte er bereits zweieinhalb Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah und fast sechs Minuten auf Giniel De Villiers herausgefahren. Sainz, dem Peugeot-Wasserträger Cyril Despres wie ein Schatten folgte, lag zu diesem Zeitpunkt sogar schon knapp 13 Minuten zurück.

Im zweiten Teilstück bekam Al-Attiyah wegen eines gebrochenen Querlenkers Probleme, und Teamkollege De Villiers samt seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz zogen vorbei. „Ein anstrengender, fordernder Tag, aber nicht so heftig wie erwartet. Wir sind heute sauber durchgekommen und haben den Weg auch prima gefunden“, erzählte Von Zitzewitz. „Nur im zweiten Teilstück haben wir uns einen Plattfuß eingefangen, nachdem wir unsere Teamkollegen überholt hatten. Nach dem Wechsel waren wir wieder hinter ihnen. Wir haben heute echt gekämpft, vor allem weil sowohl Giniel als auch ich selbst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten. Dafür war das ein herausragender Tag.“ Platz zwei war für die Dakar-Sieger von 2009 tatsächlich ihr bisher bestes Tagesergebnis.

Am Etappensieg von Peterhansel konnten sie allerdings nicht rütteln. Der Franzose gewann trotz eines Navigationsfehlers mit fast neun Minuten Vorsprung. Sein Rückstand auf Teamkollege Sainz beträgt noch immer 50 Minuten. „Am Mittwoch haben wir wohl die letzte Chance, Carlos noch einzuholen“, blickte Peterhansel voraus.

Die Wertungsprüfung am Mittwoch zwischen Belén und Chilecito wird voraussichtlich wieder schwer. 280 Kilometer sind vorgesehen, der Klassiker rund um Fiambala. „Die Streckenführung ist diesmal länger als gewöhnlich und sie war bisher immer ganz schön heftig. Dünen in extrem hoher Lage, sehr weicher Sand ist dabei, enorme Hitze. Und wenn es nicht heiß ist – dann droht Nebel, Was die Orientierung entsprechend erschwert. Der Etappe muss man größtem Respekt begegnen und sein Tempo immer wieder clever anpassen“, beschreibt Toyota-Beifahrer Dirk von Zitzewitz.

Neues zum Fall Koolen vs. Sainz

Weiterhin für hohe Wellen sorgt der Streit zwischen Carlos Sainz und Quad-Pilot Kees Koolen wegen einer angeblichen Berührung auf der Wertungsprüfung am Montag. Während Peugeot angekündigt hat, gegen die 10-Minuten-Zeitstrafe für den Dakar-Gesamtführenden in Berufung zu gehen, wollte Koolen zwischenzeitlich den Spanier sogar vor einem Zivilgericht verklagen. Inzwischen haben die beiden miteinander gesprochen und die Wogen haben sich etwas geglättet.

Koolen ist kein Anfänger. Der 52-jährige Mitgründer des Reiseportals Booking.com startet seit 2009 bei der Rallye Dakar und hat sie als Einziger überhaupt auf dem Motorrad, dem Quad sowie im Auto und im Truck beendet. 2017 war Koolen außerdem Weltmeister der Quad-Klasse bei den Cross-Country-Rallyes.

Ergebnis 10. Etappe:

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot,  Stunden
02. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 8.46
03. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 13.07
04. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 19.11
05. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 22.22
06. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 23.42
07. Cyril Despres/David Castera, Peugeot, + 24.30
08. Orlando Terranova/Bernardo Graue, Mini All4, + 26.58
09. Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Mini Buggy, + 27.41
10. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 29.16

Zwischenstand nach Etappe 10:

01. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, 32:10.53 Stunden
02. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 50.35
03. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 1:12.46
04. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 1:22.15
05. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 1:22.48
06. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 2:29.11
07. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 2:51.46
08. Peter van Merksteijn/Maciej Marton, Toyota, + 5:33.14
09. Lucio Alvarez/Robert Howie, Toyota, + 8:36.18
10. Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Mini Buggy, + 9:27.26

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10. Etappe

Rallye Dakar: Peterhansel zurück auf Rang zwei

Peugeot-Pilot Stephane Peterhansel überholt Toyota-Speerspitze Nasser Al-Attiyah und ist wieder Zweiter. Carlos Sainz verteidigt Gesamtführung.

Nach der wegen eines gefluteten Biwak abgesagten Etappe vom Montag stand am Dienstag eine der schwersten Wertungsprüfungen der diesjährigen „Dakar“ auf dem Programm. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad ging es über 372 Kilometer unter anderem über hohe Dünen, durch zahlreiche Flussbetten und weite Strecken mit Kamelgras. Darüber hinaus war die Navigation schwierig.

Während sich bei den Motorrädern die Spitzengruppe einträchtig verfuhr, hatten die Toppiloten der Auto-Klasse weniger Probleme. Stéphane Peterhansel ließ seinem Etappensieg vom Sonntag eine weiteren folgen und verbesserte sich auf Rang zwei. Peugeot-Teamkollege Carlos Sainz verteidigte mit Rang drei die Führung in der Gesamtwertung.

Schon im ersten Abschnitt der zweigeteilten Etappe gab Peterhansel Gas, als gäbe es kein Morgen. Nach rund 200 Kilometern hatte er bereits zweieinhalb Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah und fast sechs Minuten auf Giniel De Villiers herausgefahren. Sainz, dem Peugeot-Wasserträger Cyril Despres wie ein Schatten folgte, lag zu diesem Zeitpunkt sogar schon knapp 13 Minuten zurück.

Im zweiten Teilstück bekam Al-Attiyah wegen eines gebrochenen Querlenkers Probleme, und Teamkollege De Villiers samt seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz zogen vorbei. „Ein anstrengender, fordernder Tag, aber nicht so heftig wie erwartet. Wir sind heute sauber durchgekommen und haben den Weg auch prima gefunden“, erzählte Von Zitzewitz. „Nur im zweiten Teilstück haben wir uns einen Plattfuß eingefangen, nachdem wir unsere Teamkollegen überholt hatten. Nach dem Wechsel waren wir wieder hinter ihnen. Wir haben heute echt gekämpft, vor allem weil sowohl Giniel als auch ich selbst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten. Dafür war das ein herausragender Tag.“ Platz zwei war für die Dakar-Sieger von 2009 tatsächlich ihr bisher bestes Tagesergebnis.

Am Etappensieg von Peterhansel konnten sie allerdings nicht rütteln. Der Franzose gewann trotz eines Navigationsfehlers mit fast neun Minuten Vorsprung. Sein Rückstand auf Teamkollege Sainz beträgt noch immer 50 Minuten. „Am Mittwoch haben wir wohl die letzte Chance, Carlos noch einzuholen“, blickte Peterhansel voraus.

Die Wertungsprüfung am Mittwoch zwischen Belén und Chilecito wird voraussichtlich wieder schwer. 280 Kilometer sind vorgesehen, der Klassiker rund um Fiambala. „Die Streckenführung ist diesmal länger als gewöhnlich und sie war bisher immer ganz schön heftig. Dünen in extrem hoher Lage, sehr weicher Sand ist dabei, enorme Hitze. Und wenn es nicht heiß ist – dann droht Nebel, Was die Orientierung entsprechend erschwert. Der Etappe muss man größtem Respekt begegnen und sein Tempo immer wieder clever anpassen“, beschreibt Toyota-Beifahrer Dirk von Zitzewitz.

Neues zum Fall Koolen vs. Sainz

Weiterhin für hohe Wellen sorgt der Streit zwischen Carlos Sainz und Quad-Pilot Kees Koolen wegen einer angeblichen Berührung auf der Wertungsprüfung am Montag. Während Peugeot angekündigt hat, gegen die 10-Minuten-Zeitstrafe für den Dakar-Gesamtführenden in Berufung zu gehen, wollte Koolen zwischenzeitlich den Spanier sogar vor einem Zivilgericht verklagen. Inzwischen haben die beiden miteinander gesprochen und die Wogen haben sich etwas geglättet.

Koolen ist kein Anfänger. Der 52-jährige Mitgründer des Reiseportals Booking.com startet seit 2009 bei der Rallye Dakar und hat sie als Einziger überhaupt auf dem Motorrad, dem Quad sowie im Auto und im Truck beendet. 2017 war Koolen außerdem Weltmeister der Quad-Klasse bei den Cross-Country-Rallyes.

Ergebnis 10. Etappe:

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot,  Stunden
02. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 8.46
03. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 13.07
04. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 19.11
05. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 22.22
06. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 23.42
07. Cyril Despres/David Castera, Peugeot, + 24.30
08. Orlando Terranova/Bernardo Graue, Mini All4, + 26.58
09. Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Mini Buggy, + 27.41
10. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 29.16

Zwischenstand nach Etappe 10:

01. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, 32:10.53 Stunden
02. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 50.35
03. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 1:12.46
04. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 1:22.15
05. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 1:22.48
06. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 2:29.11
07. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 2:51.46
08. Peter van Merksteijn/Maciej Marton, Toyota, + 5:33.14
09. Lucio Alvarez/Robert Howie, Toyota, + 8:36.18
10. Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Mini Buggy, + 9:27.26

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