Abenteuer Dakar

Dakar-Starter: Fremdgänger und Quer-Einsteiger

Die Rallye Dakar ist traditionell auch eine Spielweise für Profisportler aus anderen Disziplinen. Die Palette reicht vom Le-Mans-Sieger über Medaillengewinner bei Olympischen Spielen bis zum Extrem-Skiläufer.

Sebastien Loeb tritt zum ersten Mal bei der Rallye Dakar an
Sebastien Loeb tritt zum ersten Mal bei der Dakar an

Sebastien Loeb beherrschte die Schlagzeilen. Mit der Verpflichtung des neunmaligen Rallye-Weltmeisters landete Peugeot einen PR-Coup allererster Kategorie. Doch der 41 Jahre alte Franzose, der für seine Dakar-Premiere seinen alten Beifahrer und Kumpel Daniel Elena reaktiviert hat, ist beileibe nicht der einzige Quereinsteiger. Der Faszination Dakar erliegen von jeher Profisportler aus den unterschiedlichsten Disziplinen, die sich entweder einen während der aktiven Karriere insgeheim gehegten Traum erfüllen oder schlicht den außerhalb ihrer regulären Wettkampfsaison liegenden Termin nutzen. Es muss ja nicht immer gleich ein  Formel-1-Pilot wie Jacky Ickx sein, der 1983 im Mercedes gewann. 

Das Gros stellt bei der Dakar 2016 naturgemäß der Rallyesport. Loeb (Peugeot 2008 DKR, Startnummer 314) sowie der ebenfalls zum ersten Mal antretende Ex-Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen (Mini All4 Racing, 315) sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Ebenfalls aus der Weltmeisterschaft stammen Martin Prokop (Toyota Hilux, 329), Xevi Pons (Ford Ranger, 320) und Harry Hunt (Mini All4 Racing, 323).

Rundstrecke gut vertreten

Immerhin schon einen Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans sowie deren drei beim 24-Stunden-Rennen Nürburgring hat Romain Dumas (Peugeot 2008 DKR15, 328) auf dem Konto. Der Franzose, aktuell Werkspilot von Porsche in der Langstrecken-WM, hat Peugeot einen 2015er Buggy aus den Rippen geleiert, den er mit seinem eigenen Team einsetzt. Bei der Dakar-Premiere 2015 kam der 38-Jährige nicht ins Ziel.

Ebenfalls von der Rundstrecke kommen die niederländischen Zwillinge Tom (Maxxis Super B, 347) und Tim Coronel (Maxxis Super B, 354). Die beiden Tourenwagen-Piloten nehmen die Dakar wieder als Einzelgänger in Angriff – trotz desaströsen Erfahrungen mit dieser Strategie in der Vergangenheit.

Gordon als Publikumsliebling

Buntester Hund unter den motorsportlichen Quereinsteigern ist Robby Gordon (Gordini, 312), der immerhin schon seine elfte Rallye Dakar bestreitet. Seine Siege in den US-amerikanischen Rennserien NASCAR und IndyCar liegen schon zwei Jahrzehnte zurück. In jüngerer Vergangenheit machte sich der 46 Jahre alte Kalifornier einen Namen in der Offroad-Rennserie SCORE, zu der auch die legendäre Baja 1000 zählt, die er drei Mal gewann.

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Robby Gordon Flatout

Robby Gordon Flat out @ Dakar Rally (y)

Posted by Rallye-Magazin on Freitag, 1. Januar 2016

Sponsor Red Bull holte ihn 2005 ins Volkswagen-Werksteam für die Rallye Dakar. Seit 2006 leistet er mit eigenem Team den Werksmannschaften von Volkswagen, Mini und Toyota verzweifelt Widerstand, immer mit abenteuerlichen Buggys mit V8-Motoren im Rücken und manchmal mit nicht ganz sauberen Methoden. Seiner neuesten Kreation gab er vollkommen unbeeindruckt von historischen Parallelen den Namen Gordini. Mit seinem spektakulären Fahrstil – inklusive Sprung über die Startrampe – ist Gordon erklärter Liebling der Fans.   

Weitspringer und Bruchpiloten

Mit halsbrecherischen Aktionen hat auch Guerlain Chicherit (X-Raid-Buggy, 324) mehr als genug Erfahrung. Der 37-jährige Franzose legte mit einem Mini All4 Racing einen Backflip hin und crashte spektakulär nach einem 82-Meter-Sprung. Als viermaliger Ski-Weltmeister in der Kategorie Freeride stürzte er sich außerdem jahrelang die steilsten Abhänge hinunter.

Im Wintersport noch erfolgreicher ist Adam Malysz (Mini All4 Racing, 325). Der 38 Jahre alte Pole war als Skispringer vier Mal Weltmeister, gewann vier Medaillen bei Olympischen Spielen und holte vier Mal den Weltcup. In Sachen Olympia kann ihm nur Nasser Al-Attiyah (Mini All4 Racing, 300) annähernd das Wasser reichen. Der Sieger der letzten Rallye Dakar gewann 2012 in London die  Bronzemedaille im Tontaubenschießen. Nach der Zieldurchfahrt am 16. Januar steigt der Katari direkt in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ein.        

GALERIE: Die Bilder der Dakar 2016


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