Rallye Dakar 5. Etappe: Loeb schnell - Al-Attiyah vorn

Toyota-Pilot Nasser Arl-Attiyah hat zur Halbzeit der Rallye Dakar bereits fast 25 Minuten Vorsprung auf Rekordsieger Stéphane Peterhansel. Sébastien Loeb liegt nach überragendem Etappensieg auf Podiumskurs. Die fünfte Etappe wurde vorzeitig abgebrochen.

Toyota-Pilot Nasser Arl-Attiyah hat zur Halbzeit der Rallye Dakar bereits fast 25 Minuten Vorsprung auf Rekordsieger Stéphane Peterhansel. Sébastien Loeb liegt nach überragendem Etappensieg auf Podiumskurs. Die fünfte Etappe wurde vorzeitig abgebrochen.

Wundenlecken beim Ruhetag in Arequipa. Die erste Hälfte der Rallye Dakar war härter, als angesichts der Beschränkung auf nur ein Land zu befürchten war. Das mussten auch einige Favoriten erkennen. Vorjahressieger Carlos Sainz (Mini) hat nach einem Unfall ebenso schon keine Siegchancen mehr wie Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Toyta), die aufgrund einer beschädigten Ölwanne weit zurückfielen.

Sogar Rekordsieger Stéphane Peterhansel (Mini) wurde auf der fünften Etappe kalt erwischt. „Mein Fehler. Wir sind im Fesh-Fesh steckengeblieben“, berichtete der Franzose. „Wir mussten auf Nani Roma warten, der uns rausgezogen hat.“ Dadurch beträgt sein Rückstand auf Spitzenreiter Nasser Al-Attiyah (Toyota) schon fast 25 Minuten.

Nach zwei Tagen mit Problemen – darunter drei Plattfüße bei nur zwei Ersatzrädern und einer 30-Kilometerfahrt auf einer Felge – schlug Sébastien Loeb (Peugeot) am Freitag zu. Kaum hatte er am Morgen noch seinen Beifahrer Daniel Elena zum Weitermachen überredet, gewann er die Etappe mit 10.22 Minuten Vorsprung auf Al-Attiyah. Loeb hat dadurch seinen Rückstand auf den Drittplatzierten, Nani Roma (Mini), auf gut sechs Minuten reduziert. Ein Podium ist für den siebenmaligen Rallye-Weltmeister wieder in Reichweite.

„Der Start am Strand war noch nett – danach ging es dann aber voll zur Sache. Extremer Fesh-Fesh folgte, wir haben viel überholt. Am Ende des ersten Teils wartete dann eine echte Monsterdüne dann auf uns – doch Giniel hat uns wirklich gut rauf und wieder runter gebracht“, berichtete Dirk von Zitzewitz. „Und der zweite Teil der Prüfung war nicht weniger krass: Wir haben die führenden Lkw eingeholt, konnten aber nur einen von vier überholen. Wir waren im Staub gefangen und mussten mehrfach anhalten, weil wir nichts mehr sehen konnten.“

Bei den Trucks feierte Spitzenreiter Eduard Nikolaev (Kamaz) den Etappensieg. Er führt zur Halbzeit mit gut elf Minuten vor Teamkollege Dimitry Sotnikov. Gerard de Rooy aus dem Petronas-Iveco-Team verbesserte sich auf Zwischenrang vier. „Wir sind an einer Stelle in ein vier Meter tiefes Loch gefallen und hatten Glück, dass am Truck nichts beschädigt wurde“, erzählte der Niederländer. „Später sind wir mit einem Toyota kollidiert, der direkt hinter einem Dünenkamm feststeckte. Den Schlussabschnitt sind wir im dichten Nebel gefahren. Ich hoffe, dieser Teil wird für uns auch nicht gewertet.“

Denn für die späteren Starter wurde die Etappe abgebrochen. Deswegen standen am Samstagvormittag viele Platzierungen noch nicht fest. Das betraf auch den zweiten deutschen Copiloten, Timo Gottschalk, und seinen Fahrer Yazeed Al-Rajhi (Mini).

Am Sonntag startet der Rückweg in Richtung der peruanischen Hauptstadt Lima. Die Profis, die sich schon eingehend mit der Strecke auseinandergesetzt haben, sagen eine noch härtere zweite Woche voraus 

Zwischenstand nach der 5. Etappe:

01. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 17:19:53 Stunden
02. Stéphane Peterhansel/David Castera (FR/FR), Mini Buggy, +24:42
03. Joan "Nani" Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, +34:33 
04. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (PL/BE), Mini, +38:12 
05. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, +40:00
06. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini Buggy, +1:12:47
07. Harry Hunt/Rosegaar Wouter (GB/NL), Peugeot, +1:59:55
08. Martin Prokop/Jan Tomanek (CZ/CZ), Ford, +2:13:57
09. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro (CL/PO), Mini, +2:18:20
10. Benediktas Vanagas/Sebastian Rodzwadowski (LT/PL), Toyota, +2:44:41 

Vorschau auf die 6. Etappe:

Arequipa – San Juan de Marcona; Gesamtdistanz: 810 km; WP-Kilometer: 290 km

Start Prüfung: 16:50 Uhr (erstes Auto)
Ziel Prüfung: 20:40 Uhr (erstes Auto, vom Veranstalter errechnet)

Dirk von Zitzewitz: „Enorm lange Verbindungsetappen – die längsten der ‚Dakar‘ –, bevor wir rund uns über eine 290-Kilometer-Prüfung in Richtung San Juan de Marcona kämpfen werden. Wieder viele weiche Dünen, die wir schon vorher gekreuzt haben. Bestimmt wird die A.S.O. nichts auslassen, um uns das Leben schwer zu machen.“