Rallye Dakar: Ab sofort Duell Al-Attiyah vs. Peterhansel

Der Toyota-Pilot aus Katar gewinnt vor dem Franzosen im Mini. Sébastien Loeb auf Tagesrang 5.

Der Toyota-Pilot aus Katar gewinnt vor dem Franzosen im Mini. Sébastien Loeb auf Tagesrang 5.

Der Kampf um den Sieg bei der Rallye Dakar läuft wohl auf ein Duell zwischen Nasser-Al Attiyah (Toyota) und Stéphane Peterhansel (Mini) hinaus. Nach der vierten Etappe trennt das Duo an der Spitze weniger als neun Minuten. Nani Roma (Mini) liegt als neuer Drittplatzierter bereits knapp 21 Minuten zurück. 

Peterhansel, am Mittwoch Tagessieger, musste die vierte Etappe eröffnen. Der drei Minuten später startende Al-Attiyah folgte Spur des Franzosen, holte prompt Sekunde um Sekunde auf und hatte „Monsieur Dakar“ im Ziel der 351 Kilometer langen Wertungsprüfung in Sichtweite.

Mit einem Vorsprung von 1:52 Minuten ließ sich der Katari schließlich den Etappensieg gutschreiben – und muss nun am Freitag die ungeliebte Rolle des Schrittmachers übernehmen. Peterhansel verbesserte sich auf Gesamtrang 2 und kann auf der nächsten Wertungsprüfung den Spieß umdrehen. Al-Attiyah nur einzuholen, wird ihm aber nicht reichen, um vor dem Ruhetag am Samstag die Führung zu übernehmen.

Nach dem Rückschlag am Mittwoch, als er über 40 Minuten unter anderem durch Navigationsfehler verlor, ist Sébastien Loeb wieder auf dem Vormarsch. Der neunmalige Rallye-Weltmeister im privaten Peugeot, der sich bei der Rennleitung vergeblich wegen eines angeblich fehlerhaften Roadbooks beschwerte, wurde wegen eines Reifenschadens nur Tagesfünfter, verbesserte sich aber auf Gesamtrang 6.   

Erster Teil eines Marathons

Die Wertungsprüfung am Freitag ist zweiter Teil einer sogenannten Marathonetappe. Im Biwak am Donnerstagabend sind die Fahrer in Sachen Service auf sich alleine gestellt. Unter Teamkollegen ist Hilfe allerdings erlaubt. In diesem Punkt kann Al-Attiyah auf Giniel de Villiers und seinen deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz zählen. Die beiden hatten am Mittwoch aufgrund einer beschädigten Ölwanne an ihrem Toyota mehr als vier Stunden verloren und sind nur noch als Wasserträger der anderen Toyota-Piloten unterwegs. „Wir haben etwa 75 Kilogramm Ersatzteile für die Teamkollegen dabei“, verrät von Zitzewitz. 

In der Kategorie der Race-Trucks ist das Kamaz-Werksteam an der Spitze der Gesamtwertung derzeit alleine. Mit dem Etappensieg verkürzte Andrey Karginov den Abstand zum führenden Eduard Nikolaev auf knapp unter fünf Minuten. Einen weiteren Tag zum Vergessen verbuchte dagegen das niederländische Petronas-Iveco-Team. Der Argentinier Federico Villagra, am Vortag noch schärfster Verfolger der Kamaz, verlor durch ein Motorproblem über drei Stunden. Mannschaftskapitän Gerard de Rooy litt unter seinem schlechten Ergebnis der Etappe vom Mittwoch. Dank der schlechten Startposition musste er zahlreiche vor ihm gestartete Teilnehmer überholen – im dichten Staub und auf streckenweise sehr engen Pisten keine leichte Aufgabe. Mit schon fast zwei Stunden Rückstand ist De Rooy jetzt Gesamtfünfter.

Zwischenstand nach der 4. Etappe

1. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 12:12:57 Stunden
2. Stéphane Peterhansel/David Castera (FR/FR), Mini Buggy, +8:55
3. Joan "Nani" Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, +20:51 
4. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (PL/BE), Mini, +22:17 
5. Yazeed Al Rajhi/Timo Gottschalk (SA/DE), Mini, +24:59
6. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, +50:22
7. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini Buggy, +50:31  

Vorschau auf die 5. Etappe

Tacna–Arequipa; Gesamtdistanz: 714 km; WP-Kilometer: 450 km

Start Prüfung: 13:56 Uhr (erstes Auto)
Ziel Prüfung: 20:26 Uhr (erstes Auto, vom Veranstalter errechnet)

Dirk von Zitzewitz: „Ich denke, dass der Veranstalter A.S.O. uns vor dem Ruhetag wieder hart arbeiten lassen wird. Eine schwierige und fürs Material harte Etappe erwartet uns. Hier ist Taktik und Ruhe gefragt. Normalerweise sind 450 Kilometer nach ‚Dakar‘-Standard nicht wirklich viel – aber in dem Gelände und als zweiter Teil der Marathon-Etappe sieht die Sache schon ganz anders aus – und es ist die längste Prüfung der Rallye. Hier wird uns nichts geschenkt.“