Rallye Dakar: Sainz kontert neue Attacke von Peterhansel

Auf der voraussichtlich letzten schweren Wertungsprüfung trennen nur zehn Sekunden die beiden führenden Peugeot-Piloten. Den Etappensieg holt sich Toyota-Werksfahrer Bernhard ten Brinke.

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Auf der voraussichtlich letzten schweren Wertungsprüfung trennen nur zehn Sekunden die beiden führenden Peugeot-Piloten. Den Etappensieg holt sich Toyota-Werksfahrer Bernhard ten Brinke.

Die berühmt-berüchtigte Schleife rings um Fiambala ist dieses Mal ihrem Ruf nicht gerecht geworden. Die Topteams kamen am Mittwoch ohne Probleme durch. Der Abstand zwischen dem Gesamtführenden Carlos Sainz und seinem Peugeot-Teamkollegen Stéphane Peterhansel änderte sich nur um zehn Sekunden – zugunsten des Spaniers. „Auf dieser Prüfung habe ich die Rallye Dakar 2009 verloren“, erinnerte sich Sainz. „Ich bin heute auf der sicheren Seite geblieben und bin einfach Stéphane Peterhansel gefolgt.“

Der Tagessieg ging an Bernhard ten Brinke, der im Toyota das beinahe zeitgleiche Peugeot-Trio mit Cyril Despres an der Spitze rund vier Minuten hinter sich ließ. Der Niederländer übernahm nach dem Start die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht ab. Mini-Pilot Mikko Hirvonen, der anfangs sogar in Führung lag, stoppte nach rund 110 Kilometern.

Nicht ganz zufrieden waren Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz. Das Toyota-Team hatte sich von der schweren Etappe mehr erwartet als nur Rang sechs. „Es war eine enorm harte Etappe. Wir hatten Glück, dass es vor einigen Tagen geregnet hatte und der Sand griffiger war als befürchtet und zudem die Hitze nicht ganz so ausgeprägt war wie in den vergangenen Jahren. Dennoch: extrem hart, vor allem für unseren Hilux“, berichtete Von Zitzewitz. „Wir sind durch ein paar Löcher gedonnert, der linke Kotflügel ist futsch und einige andere Dinge haben auch etwas mitbekommen. Ich bin wirklich froh, dass wir im Ziel sind. Wir sind wohl etwas zu vorsichtig an die Sache herangegangen. Wir hatten unser Erfahrung mir Fiambala schon gemacht und wollten sicher durchkommen. Verglichen mit unseren Teamkollegen waren wir zu verhalten.“

Zeitstrafe gegen Sainz zurückgenommen

Inzwischen haben sich die Wogen im Peugeot-Lager in Sachen "Zeitstrafe" wieder geglättet. Das Team konnte dem Veranstalter mit Hilfe der Telemetriedaten beweisen, dass Sainz sein Tempo bei der Begnung mit Quad-Pilot Kees Koolen von 160 auf etwa 50 km/h deutlich drosselte und dem Holländer rund 15 Sekunden lang folgte. Als Koolen die Kontrolle verlor, bremste Sainz noch einmal ab. Letzte Zweifel, ob es einen Zusammenstoß gab, konnten nicht ausgeräumt werden. Dennoch nahm die A.S.O. die zehn Strafminuten zurück und Sainz führt die Rallye nun mit über einer Stunde Vorsprung an.

„Die Rennleitung hat diesen Vorgang noch einmal untersucht und alle Dokumente und Beweise geprüft. Wir haben ihr viele Daten über die Geschwindigkeit und die Bewegungen des Autos geliefert. Die Verantwortlichen haben diese Daten mit dem Tracking verglichen und festgestellt, dass Carlos’ Sicht der Ereignisse richtig war – daran hatten wir nie gezweifelt“, sagte Peugeot-Sportchef Bruno Famin. Sainz und Koolen sollen sich inzwischen auch ausgesprochen haben.

Nächste Monsteretappe wartet

Am Donnerstag steht noch einmal eine Monster-Etappe auf dem Programm. Verglichen mit dem, was die Teams bisher bewältigt haben, sind die 522 Kilometer zwischen Chilecito und San Juan allerdings weniger anspruchsvoll. „Es wird steinig, viele ausgetrocknete Flussbetten, hunderte Möglichkeiten, falsch abzubiegen – also navigatorisch hat es die Etappe in sich“, warnt Toyota-Beifahrer Dirk von Zitzewitz dennoch. „Nach einer Neutralisation geht es noch einmal durch die offene Wüste auf San Juan zu – auch dieser Bereich ist navigatoirsch sehr schwierig. Hier hat der Veranstalter in den zurückliegenden Jahren versucht, uns mit ungenauen oder lückenhaften Roadbooks in die Irre zu führen – Entspannung ist noch lange nicht angesagt.“

Ergebnis 11. Etappe

1. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, 4:10.54 Stunden
2. Cyril Despres/David Castera, Peugeot, + 4.35
3. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 4.40
4. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 4.50
5. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 5.56
6. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 11.57
7. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 19.47
8. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 29.13

Zwischenstand nach Etappe 11

1. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, 36:26.27 Stunden
2. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 1:00.45
3. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 1:24.02
4. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 1:27.35
5. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 1:40.05
6. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 2:54.18
7. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 3:26.19