Dakar 2018: Sebastien Loeb bereits raus

Die Rallye Dakar ist für Sebastien Loeb Geschichte. Der Peugeot-Pilot blieb auf der heutigen Etappe zunächst im Sand stecken, dann klagte Beifahrer Daniel Elena über gesundheitliche Probleme.

Autor: 

Die Rallye Dakar ist für Sebastien Loeb Geschichte. Der Peugeot-Pilot blieb auf der heutigen Etappe zunächst im Sand stecken, dann klagte Beifahrer Daniel Elena über gesundheitliche Probleme.

Paukenschlag schon kurz nach dem Start der fünften Etappe: In einem Feld mit extrem weichen Dünen fuhr sich gleich eine ganze Reihe Topfahrer fest. Während Carlos Sainz, Cyril Despres (Peugeot) und Giniel de Villiers (Toyota) nach kurzer Buddelei weiterfahren konnten, steckte Sébastien Loeb (Peugeot) rund eine halbe Stunde fest.

Doch den Franzosen erwischte es noch schlimmer. Wenige Kilometer später verirrte er sich erneut in kurzen, aber steilen Dünen. „Wir sind Nasser gefolgt, haben aber eine etwas andere Linie gewählt. Und plötzlich steckten wir mit der Fahrzeugschnauze im Sand.“ Aus dieser Zwickmühle kam er aus eigener Kraft nicht mehr heraus und musste auf einen Truck warten. Am Ende verlor Loeb beinahe drei Stunden.

Zusätzlich hatte sich Beifahrer Daniel Elena beim Aufprall auf die Düne offenbar verletzt. „Daniel fängt vor Schmerzen an zu schreien, sobald ich schneller als 30 km/h fahre“, berichtete Loeb. Die beiden neunmaligen Rallye-Weltmeister starteten aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den zweiten Teil der Prüfung.

Gefeiert wurde im Peugeot-Camp trotzdem. Mit einer Glanzleistung sicherte sich Stéphane Peterhansel den Tagessieg. Der Dakar-Rekordsieger fuhr auf der 267 Kilometer langen Prüfung einen Vorsprung von 4.52 Minuten auf Toyota-Pilot Bernhard ten Brinke heraus.

Damit baute Peterhansel seine Gesamtführung weiter aus. Sein teaminterner Verfolger Carlos Sainz wurde am Mittwoch nur Vierter und hat jetzt schon über eine halbe Stunde Rückstand auf Spitzenreiter Peterhansel. Ten Brinke schob sich an Toyota-Teamkollege Nasser Al-Attiyah, der die fünfte Etappe als Fünfter beendete, vorbei auf Gesamtrang drei. Ihm fehlen auf Peterhansel aber schon mehr als eine Stunde. 

Während also zwei Peugeot überlegen an der Spitze liegen, hat sich die andere Hälfte des „Dreamteams“ bereits verabschiedet. Cyril Despres, der seinem 3008 DKR MAXI am Dienstag ein Rad ausgerissen hatte, fährt zwar noch. Der Franzose hat aber bereits mehrere Stunden Rückstand und keine Chance mehr auf eine gute Platzierung.

Kurze Zeit sah es am Mittwoch nach dem ersten Etappensieg für Mini aus. Yazeed Al-Rajhi und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk führten nach dem ersten Abschnitt der zweigeteilten Prüfung. Nach dem Neustart fuhren sie sich aber mehrfach fest und fielen immer weiter zurück.

Besser erging es dem ebenfalls deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz und seinem südafrikanischen Chauffeur Giniel de Villiers, die als Dritte das Ziel erreichten und sich auf Gesamtrang fünf verbesserten. „Das war der absolute Wahnsinn. Die Dünen auf der ersten, 53 Kilometer langen Schleife, waren die heftigsten, die wir seit langem gefahren sind“, berichtete Von Zitzewitz. „Wir mussten einmal anhalten, um Luft abzulassen und auch Sandbleche benutzen, um wieder loszukommen. Obendrein haben wir später noch einen Plattfuß gewechselt. Ansonsten sind wir gut durchgekommen. Im zweiten Teil sind wir in einem Canyon hängengeblieben und mussten etwas rangieren, um wieder herauszukommen. An einer Düne, an der sich auch Yazeed Al-Rahji festgefahren hatte, brauchten wir drei Anläufe, um drüber zu kommen.“

Von Peru nach Bolivien

Am Donnerstag verlässt die Rallye Peru und wechselt nach Bolivien. Auf dem Programm steht eine Prüfung mit 313 Kilometer Länge. Entlang des Titicacasees steigt das Gelände auf über 2.500 Meter an und die Luft wird im wahrsten Sinne des Wortes dünn. Mehr Probleme als die Strecke, die dann hauptsächlich aus schnellen Schotterpisten bestehen wird, könnten den Teilnehmern die bolivianische Bevölkerung bereiten – angeblich soll die Rallye Dakar für Proteste gegen die Regierung genutzt werden. 

Ergebnis 5. Etappe, 10. Januar

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, + 2:51.19 Std.
02. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 4.52
03. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 12.47
04. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 18.10
05. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 24.33
06. Orlando Terranova/Bernardo Graue, Mini All4, + 24.38
07. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 25.39
08. Cyril Despres/David Castera, Peugeot, + 37.36
09. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 41.13
10. Eugenio Amos/Sébastian Délaunay, SMG-Buggy, + 42.15

Zwischenstand nach Etappe 5

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, 13:27.26 Std.
02. Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot, + 31.16
03. Bernard ten Brinke/MichelPerin, Toyota, + 1:15.16
04. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota, + 1:23.21
05. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, +1:34.34
06. Khalid Al-Qassimi/Xavier Panseri, Peugeot, + 1:46.48
07. Eugenio Amos/Sébastian Délaunay, SMG-Buggy, + 2:01.57
08. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini All4, + 2:16.43