Rallye News

VW-Traum geht in Flammen auf

Einen erheblichen Dämpfer haben die Siegeshoffnungen von Volkswagen bei der Dakar 2007 bekommen. Gegner Mitsubishi übernahm die Führung.

<strong>ALTE RANGORDNUNG:</strong> Mitsubishi übernimmt Dakar-Führung

Einen Tag zum Vergessen erlebte das Volkswagen-Team auf der neunten Etappe der Rallye Dakar. Spitzenreiter Giniel de Villiers verlor durch einen Motorenbrand seine Führung in der Gesamtwertung und musste von einem Race-Truck ins Ziel geschleppt werden. Aufgrund des enormen Zeitverlustes muss sich der Südafrikaner von seinen Hoffnungen auf den Gesamtsieg verabschieden.

 

"Am Fahrzeug vom Giniel de Villiers ist ein Schlepphebel des Ventiltriebs im Motor gebrochen. Dadurch wurde ein Loch in den Ventildeckel geschlagen, wodurch Motoröl austrat und sich am heißen Turbolader entzündete. Die Flammen wurden sofort mit dem Bordfeuerlöscher erstickt. Das Fahrzeug wird von einem unserer Race-Trucks ins Biwak geschleppt", erklärte VW-Sportchef Kris Nissen.

 

Carlos Sainz, bereits gestern mit einem Servoschaden weit zurückgefallen, musste erneut wegen technischer Probleme stoppen und Hilfeleistung von Teamkollegen Mark Miller in Anspruch nehmen. Dabei war der Spanier stark in den Tag gestartet und setzte die erste Zwischenbestzeit, ehe ihn sein Race Touareg im Stich ließ. "Wir werden im Biwak die Schäden untersuchen und alles Machbare tun, damit Giniel und Carlos am Dienstag wieder starten können. Bis ins Ziel in Dakar wollen wir unverändert unser Bestes geben", blieb Nissen kämpferisch.

 

Schnellster Fahrer auf der 494 Kilometer langen Prüfung zwischen Tichit und Néma war Buggy-Pilot Jean-Louis Schlesser, der den heutigen zweiten Teil der Marathon-Etappe in 5:32:03 Stunden zurücklegte. Nur 13 Sekunden hinter dem Franzosen erreichte Luc Alphand das Ziel, sein Teamkollege Stephane Peterhansel wurde Dritter und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung. Vorjahressieger Alphand folgt auf Rang zwei und sorgt für eine Mitsubishi-Doppelführung, schnellster Privatier ist Nasser All Attiyah im BMW X3 auf Platz drei, dicht gefolgt von Jean-Louis Schlesser. Nach dem Debakel an der Spitze ist nun Mark Miller auf Platz sechs bester VW-Pilot.

 

"Als ich sah, dass de Villiers mit rauchendem Auto stand, konnte ich das kaum glauben. Er hatte bis dahin eine so starke Rallye gefahren", berichtete Spitzenreiter Peterhansel im Ziel. "Aber auch wir hatten heute unsere Probleme, mussten eine Kupplung wechseln, was uns eine Viertelstunde gekostet hat. Danach kämpfte ich mich wieder an Alphand, Sainz, Miller und Schlesser heran, die mich während meiner Reparatur überholt hatten. Als Sainz nach einem großen Sprung stoppte, folgte ich Alphand. Doch ein Reifensschaden zwang mich zu einem weiteren kurzen Halt."

 

Zwischenstand nach 9. Etappe

1. PETERHANSEL/COTTRET, MITSUBISHI 33:43:23 Std.

2. ALPHAND/PICARD, MITSUBISHI +07:50

3. AL ATTIYAH/GUEHENNEC, BMW +1:23:21

4. SCHLESSER/DEBRON, SCHLES-FORD-RAID +1:25:32

5. MASUOKA/MAIMON, MITSUBISHI +2:13:44

6. MILLER/PITCHFORD, VOLKSWAGEN +2:14:26

« zurück