Mitropa Cup 2016

Velenje: Wiederholt sich der deutsche Doppelsieg?

2014 dominierten zwei deutsche Fahrer das Geschehen bei der Rallye Velenje in Slowenien. Manuel Kößler (Subaru) setzte sich damals hauchdünn gegen Hermann Gaßner sen. (Mitsubishi) durch und fuhr seinen bis heute einzigen Gesamtsieg ein. Die beiden deutschen Mitropa-Cup-Asse sind auch dieses Jahr wieder mit von der Partie, Topfavorit ist aber ein anderer.

R5- und Super2000-Fahrzeuge sucht man in der Starterliste der Rallye Velenje, dem vierten Lauf zum Mitropa Rallye Cup 2016 und sechsten Lauf zur FIA European Rallye Trophy, vergebens. Bei der Asphaltrallye im Norden Sloweniens dürfte also die Stunde der R4-Piloten schlagen. Allein eine Handvoll Mitsubishi-Teams dürfte schon mit einem Auge auf den Siegerpokal schielen – allen voran Krisztian Hideg. Der Ungar mit kroatischer Lizenz hat die bisherigen drei Mitropa-Cup-Läufe allesamt zu seinen Gunsten entschieden. Dazu kommen Darko Peljhan, Janos Szilagyi, Juraj Sebalj und natürlich Herman Gaßner sen. Der „Herminator“ stand bei der Rallye Velenje bereits drei Mal auf dem Podium, ein Sieg blieb ihm bis jetzt jedoch verwehrt.

2014 riss ihm gar ein Landsmann den Pokal aus den Händen. Subaru-Pilot Manuel Kößler schlug den bayerischen Routinier letztlich um 9,5 Sekunden und schnappte sich den einzigen Gesamtsieg seiner Karriere. „Bei der Rallye Velenje 2014 hat alles zusammengepasst“, erinnert sich der 27-Jährige Kößler, der 2016 erneut auf einen Subaru Impreza R4 vertraut. „Vor der letzten WP lagen wir nur Sekündchen auseinander und haben dann nochmal alles rausgeholt und gewonnen. Das Schönste an dem Sieg war, dass wir ihn nicht durch Glück errungen haben. Wir waren einfach das schnellste Team an dem Wochenende.“

Knapp zwei Jahre danach startet das Rallyeteam Kößler erstmals wieder in Slowenien. Die Mannschaft aus dem Allgäu weist die Favoritenrolle jedoch von sich. „Ein Top-5-Ergebnis ist unser Ziel, ein Podestplatz unser Wunschtraum“, fasst Copilot Marcus Poschner aus Lautrach zusammen. Diese Zielsetzung liegt zum einen an der stark geänderten Streckenführung – nur die Hälfte der Route ist identisch zu 2014 – und zum anderen an der gewachsenen Konkurrenz. Zu der zählen möglicherweise auch die schnellsten Fronttriebler angeführt von Vorjahressieger Rok Turk (Peugeot 208 R2) und Aleks Humar (Renault Clio R3T).

„Bei der Velenje gibt es viele Ortsdurchfahrten und oft begrenzen Leitplanken die Strecke“, erklärt Manuel Kößler. „Dadurch liegt recht wenig Dreck auf der Piste und der Traktionsvorteil des Allradantriebs von unserem Subaru fällt nicht so stark ins Gewicht. Außerdem ist die genaue Ortskenntnis hier ein brutaler Vorteil, weil der Belag sehr oft wechselt. Manchmal kommt man auf eine Kurve zu und denkt, man fährt plötzlich auf Glatteis – so rutschig ist der Asphalt an manchen Stellen.“

Möglicherweise wird es auf den 173 WP-Kilometern sogar noch rutschiger zugehen als sonst. Die Meteorologen geben aktuell ein Regenrisiko von 50 Prozent an. Kößler-Co Marcus Poschner würde sich über nasse Bedingungen freuen. „Im Regen haben wir schon bei der Lavanttal geglänzt, warum sollte das in Slowenien anders sein?“

Neben Gaßner und Kößler treten neun weitere Teutonen die Reise nach Velenje an. Unter den deutschen Startern sind auch Raffael Sulzinger (Ford Fiesta R2), der erstmals mit Claudia Harloff auf dem heißen Sitz antritt, sowie Manuel Egginger (Mitsubishi Lancer Evo IX), der beim letzten Mitropa-Cup-Lauf mit einer Top-10-Platzierung auf sich aufmerksam gemacht hat.

« zurück