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"Super 1600 könnte hier siegen"

Nur zwei Wochen nach der Rallye Bulgarien kommt es am kommenden Wochenende rund um das belgische Ieper zum vierten aufeinandertreffen der EM-Piloten.

<strong>Premiere in Belgien:</strong> Der Citroën C2 S1600

Die Ypres Westhoek Rally ist der vierte Lauf zur Rallye-Europameisterschaft und v.a. der amtierende Champion Bruno Thiry steht unter Zugzwang. Nach dem frühen Aus in Bulgarien muss der 41-jährige punkten und nach den beiden letzten schnellen Veranstaltungen könnten die S1600-Piloten gegen die starken Zwei-Liter-Kitcars, sowie die Gruppe N-Fahrzeuge punkten.

 

Bruno, wie ist Deine Gefühlslage vor dieser wichtigen Rallye?

"Zusammen mit den belgischen Rallyefans freue ich mich auf diese Veranstaltung. Eigentlich mag ich die Strecken nicht so sehr, aber es ist schön ein Teil einer großartigen und populären Rallye zu sein. Es ist ein tolles Gefühl hier vor den belgischen Fans zu fahren und ich werde alles mögliche tun um deren Loyalität zu belohnen. Es ist meine neunte Ypres-Teilnahme in diesem Jahr, ich gewann hier bisher zweimal, in der Saison 2002 und 2003. Ich erinnere mich immer noch an den fantastischen Kampf mit Freddy Loix 1997, es war eins der intensivsten Zweikämpfe meiner Karierre."

 

Was sagst Du zum diesjährigen Zeitplan?

"Ich habe da meine Zweifel. Ich bin eher überrascht, dass es am Freitag nur eine Super Special geben wird. Der Rest dieser Veranstaltung spielt sich am Samstag und Sonntag ab. Es ist jedoch eine alte Tradition, dass die Prüfungen am Freitag immer für einen grossen Zuschauerandrang gesorgt haben. Aber werden diese Leute nur wegen einer einzigen Prüfung kommen ? Im letzten Jahr war der Sonntag anscheinend nicht sehr erfolgreich und ich wundere mich, dass die Zuschauer zu beiden Renntagen kommen. Außerdem habe ich meine Zweifel was den Ablauf der Super Special betrifft. Wir fahren drei Runden auf wirklich sehr engen Straßen und es werden gleichzeitig mehrere Autos in der Prüfung sein. Wird es möglich sein da jemanden zu überholen, da bin ich mir nicht so sicher was das betrifft."

 

Ist ein Super 1600 einfacher auf solchen Strecken zu fahren als ein World Rally Car?

"Erst einmal denke ich nicht, dass ein Super 1600 so viel schmaler ist als ein WRC. Der Unterschied zwischen meinem Citroën C2 und dem letztjährigen World Rally Car beträgt gerade mal zwei Millimeter. Außerdem wird jeder so kleine Fehler in einem Fronttriebler sofort bestraft, was v.a. hier auf die engen Prüfungen der Ypres Westhoek zutrifft. Mit einem Allradler kannst Du mit zwei Rädern abseits der Strecke kommen ohne in Gefahr zu geraten. Ich würde dies jedoch nicht bei den Fronttrieblern empfehlen. Und ein WRC ist weniger empfindlich bezüglich der unterschiedlichen Fahrbahnbeschaffenheit. Es ist eben der besondere Faktor, der die Ypres so schwierig gestaltet im Vergleich zu anderen Rallyes. Es ist ein harter Job diese schnellen Autos am Limit zu bewegen. Das Setup wird hier eine wichtige Rolle spielen und ein sehr effizientes Auto erlaubt dir schneller zu sein als die anderen."

 

Die Rallye-Europameisterschaft wird von einem Gruppe A7-Fahrzeug dominiert. Kommt es hier zur Neuauflage der Veranstaltungen in Bulgarien und Polen?

"Das hängt alles vom Wetter-Gott ab. Wenn es trocken bleibt, dann denke ich ein Super 1600 könnte hier siegen. Ich glaube, dass Luca Pedersoli viel Zeit brauchen wird um das Kitcar auf die Strecken und den speziellen Charakter dieser Rallye abzustimmen. Außerdem denke ich, dass er einen Nachteil mit dem breiteren Auto auf den engen Straßen haben wird. Wenn es regnet, dann werden hier wohl die Gruppe N-Autos dominieren. Dank des Allradantriebs werden die Piloten die Kurven cutten und dadurch wird der Schlamm dann auf die Strecke liegen."

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