Trento-Bondone-Bergrennen

Stoschek wiederholt Vorjahressieg

Trotz Motorprobleme gelang dem Coburger Michael Stoschek die Wiederholung des Vorjahressieges beim italienischen Trento-Bondone-Bergrennen.

<strong>SIEG:</strong> Michael Stoschek siegt beim Trento-Bondone-Bergrennen

Es handelt sich um eines der spektakulärsten Bergrennen Europas, das im italienischen Trentino ausgetragene, inzwischen 60. Trento-Bondone-Bergrennen. Es führt über 1.350 Höhenmeter, ist 17,3 km lang, beinhaltet über 250 Kurven, davon viele Haarnadelkurven, und passiert dabei fünf Ortschaften.

 

Die Tatsache, dass es zur FIA-Berg-Europameisterschaft zählt, beschert dem traditionsreichen, italienischen Ausnahme-Event alljährlich riesige Starterzahlen. Am ersten Juli-Wochenende diesen Jahres weilten über 200 Fahrer mit fast allen möglichen, ein- und zweisitzigen Rennsport-Fahrzeugen aus ganz Europa in Trento, darunter weit über 30 FIA-Historic-Fahrzeuge – und mit dabei, Ex-FIA-Historic-Rallye-Europameister Michael Stoschek aus Coburg.

 

Bei brütender Hitze und „mindestens 39 Grad im Schatten – so denn einer vorhanden war“ ging der passionierte, motorsportliche Unternehmer nur wenige Wochen nach seinem Sieg beim einzigen deutschen FIA-Berg-Europameisterschaftslauf in Trier mit seinem Porsche 911 RS 3,0 auch bei den historischen Fahrzeugen im Trentino an den Start (nach 2008 und 2009 bereits zum dritten Mal), und stellte sich der Herausforderung „praktisch eine Rallye-Wertungsprüfung ohne Beifahrer und dessen Ansage zu bestreiten!“

 

Im ersten Trainingslauf am Samstagvormittag schaffte es Stoschek auch bis ins Ziel in knapp 2000m Höhe, danach ging der Motor des 2004 auf Rohkarosse eines Original IROC RS 3,0 l aufgebauten Porsche 911 Carrera aus, und ließ sich erst nach gut einer halben Stunde wieder zum Leben erwecken. Im zweiten Trainingslauf am Samstagnachmittag traf es den Coburger noch ´härter`: bereits gute 1,5 Kilometer vor dem Ziel streikte der Porsche-Motor erneut und versagte den weiteren Dienst. Doch da man im Leben nicht nur Pech, sondern durchaus auch Glück haben kann, passierte Michael Stoschek dieser Ausfall mitten in Vaneze, der letzten der fünf Ortsdurchfahrten, und so setzte sich der Coburger in die nächste Bar, bestellte sich eine Erfrischung und freute sich, im Bar-eigenen Fernseher die in diesem Minuten beginnende Live-Übertragung des Fußball-Viertelfinalspiels Deutschland-Argentinien aus Südafrika anschauen zu können.

 

Als der Fußballsieg perfekt und das zweite Training beendet war, ließ sich auch der Porsche-Motor wieder zum Leben erwecken und konnte mit allen anderen Teilnehmern zurück ins Fahrerlager bewegt werden. Dort erstellte Mechaniker Guido Brasch vor allen Reparaturversuchen zunächst aus schwarz-rot-gelbem Tape eine kleine Deutschlandflagge, schrieb das Spiel-Ergebnis dazu und befestigten diese an der Dachantenne des weiß-roten Boliden, um beim eigentlichen Rennen am darauffolgenden Sonntag „auch wirklich Flagge zeigen zu können!“

 

Dort erreichte Stoschek mit seiner rollenden Sauna dann auch wieder das Ziel, „erst kurz danach mochte der 315 PS-starke Motor wieder nicht mehr, aber da hatte ich die historische Wertung mit ganzen drei Zehntel-Sekunden Vorsprung schon gewonnen!“, freute sich der Coburger über die Wiederholung seines Vorjahressieges. „Obwohl wir alles Mögliche wie Zündspulen und Steuergerät etc. getauscht haben, wissen wir bis heute nicht genau, was die Ursache dieser Aussetzer war“, berichtet Michael Stoschek abschließend, „ob es Blasenbildung im Benzin war oder aber etwas anderes?“ Auf jeden Fall hat es dem erfolgreichen Coburger zu einem erlebnisreichen Renn-Wochenende verholfen, „das ich in meiner langjährigen Motorsport-Karriere so auch noch nicht erlebt habe!“

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