"Warum kein Plan-B?"

Robby Gordon macht sich Luft

Ein paar Tage sind vergangen, seit die Dakar 2008 abgesagt wurde. US-Boy Robby Gordon hat immer noch einen mächtig dicken Hals.

<strong>SAUER:</strong> Robby Gordon hätte sich auch mit einer Mini-Dakar abgefunden

„Ich bin von der ASO schwer enttäuscht“, macht sich Robby Gordon vier Tage nach der Dakar-Absage immer noch Luft. „Ich kann ihre Entscheidung verstehen, wenn sie aus Sicherheitsgründen nicht nach Mauretanien fahren wollen, oder keinen Teilnehmer in eine gefährliche Situation bringen möchten. Da bin ich komplett auf ihrer Linie. Aber ich kann nicht verstehen, dass man keinen Plan-B hatte, wenn so etwas passieren sollte. Warum sind wir nicht zehn Tage lang in Portugal auf den gleichen Strecken gefahren? Unser ganzes Equipment war hier, die Teams und das Fernsehen vor Ort. Warum sind wir nicht nach Marokko, um dort ein paar Prüfungen zu fahren? Die Hardcore-Jungs im Teilnehmerfeld hätten sicherlich ihr Geld zurückverlangt, wenn sie nur ein 10-Tage-Rennen bekommen hätten, aber unser Hummer-Team, oder Volkswagen, Mitsubishi, BMW und alle anderen sehen die Sache als Geschäft. Es ist kein Hobby. Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe diese Sache, aber es ist gleichzeitig ein Geschäft für uns und wir haben viel, viel Geld investiert.“

 

Statt durch den heißen Wüstensand zu rasen, sitzt Gordon nun im Daytona International Speedway um seinen Nascar-Renner zu testen und ärgert sich über die verloren gegangenen Sponsorengelder. „Ich weiß nicht, wie die Versicherungen von ihnen [ASO] aussehen, aber wir haben einige Verluste zu verkraften. Das Nenngeld der Dakar beträgt pro Person 12.000 Dollar, nicht mitgerechnet die Autos. Ich denke unser Team musste 360.000 Dollar Startgebühr zahlen. Das ist aber nur das Nenngeld. Hinzu kommen die Transportkosten, die Flüge, die Hotels in Lissabon. Die ASO sagt zwar, dass wir die Nenngelder zurückbekommen, aber das waren die geringsten Kosten. Insgesamt haben wir 4,5 Millionen investiert“, rechnet Gordon vor. „Wir hatten einige Dinge am Laufen, denn wenn wir gewinnen, dann passiert dies und das. So verdienen wir unser Geld. Wir haben an einem Vertrag mit Microsoft gearbeitet, damit die Leute im kommenden Jahr via Internet auf ihrer X-Box das Rennen verfolgen können. Das ist nun aber erstmal Geschichte. So sind viele Bemühungen durch die Absage in die Brüche gegangen.“

 

Die Absage der gesamten Dakar hätte nach Meinung Gordons nicht sein müssen. Stattdessen hätte die ASO frühzeitig auf die Terrorwarnungen reagieren müssen und sich eine Ausweichroute einfallen lassen müssen. „Man hatte eben keinen Plan. Das ärgert mich so gewaltig. Das Rennen aus Sicherheitsgründen abzusagen geht in Ordnung. Aber es gab keinen Grund gleich die ganze Sache abzublasen. Wir sprechen von 16 Tagen. Man hätte kreativ sein sollen. In Portugal gab es um die Ecke einen Formel-1-Kurs. Lasst uns einen Tag dort fahren. Man hätte etwas  für die Show tun sollen um sein Gesicht zu bewahren. Ich kann nicht glauben, dass sie so leicht aufgegeben haben“, so Gordon.

 

Hatte der Amerikaner kurz nach der Absage gepoltert, dass er nie wieder zur Dakar kommen würde, schlägt er nun etwas sanftere Töne an. „Ich würde gerne wiederkommen“, so der 39-jährige. „Wenn Du ein gutes Rennen hast, kommen auch die Leute. Das Problem ist nur, wie man nun Sponsoren bekommt. Unsere Dakar-Werbeverträge laufen bis 2010, aber offensichtlich haben wir nun ein Problem und müssen erneut verhandeln.“

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