Rallye Dakar - 7. Etappe

Tödlicher Unfall überschattet weiteren Tagessieg von Sainz

Motorrad-Pilot Paulo Conçalves erleidet nach schwerem Sturz Herzstillstand. Mini-Pilot Carlos Sainz feiert auf längster Etappe dritten Tagessieg. 

Die mit 546 Kilometern längste Etappe der ersten Rallye Dakar in Saudi-Arabien brachte so etwas wie eine Vorentscheidung. Mit seinem insgesamt dritten Tagessieg vergrößerte Carlos Sainz (Mini Buggy) seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vor Nasser Al-Attiyah (Toyota) auf jetzt genau zehn Minuten. Stéphane Peterhansel im zweiten Mini Buggy hat bereits 19 Minuten Rückstand.

Überschattet wurde die siebte Etappe von einem tödlichen Unfall im Feld der Motorradfahrer. Der Portugiese Paulo Conçalves erlitt nach Veranstalterangaben nach einem schweren Sturz einen Herzstillstand. Conçalves, der auf einer Hero seine insgesamt 13. Rallye Dakar bestritt, wurde 40 Jahre alt.

Extrem schneller Abschnitt

In der Auto-Klasse war der Sieg auf der extrem schnellen Etappe – Durchschnittsgeschwindigkeit von Carlos Sainz: 128 km/h! – in der ersten Hälfte hart umkämpft. Sainz, Al-Attiyah und Peterhansel führten abwechselnd, zeitweise lag auch Lokalheld Yasir Seaidan (Mini 4x4) an der Spitze. Erst nach mehr als 300 Kilometern konnte sich das Spitzen-Trio von den Verfolgern absetzen. Sainz holte Teamkollege Peterhansel ein, zusammen fuhren die beiden Mini Buggy ins Tagesziel.

Fernando Alonso knüpfte an seine starken Leistungen von der ersten Halbzeit der Rallye an. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister war im virtuellen Zwischenklassement zeitweise Vierter, erreichte das Ziel schließlich als Tagessechster.

Timo Gottschalk und sein polnischer Fahrer Jakub Przygonski (Mini 4x4) kamen als Achte ins Etappenziel. „Wirklich eine ultra-schnelle Route heute, nur ab und an durch Dünen unterbrochen“, erzählte der Brandenburger. „Wir sind heute gut durchgekommen, keine Probleme. Wir haben auch ein gutes Tempo angeschlagen. Das, was möglich war, haben wir herausgeholt.“

Als 16. gestartet, mussten Przygonski/Gottschalk, einige Konkurrenten überholen. „Wir steckten oft im Staub der Vorderleute und konnten nicht so attackieren, wie wir das gern getan hätten“, beschrieb Gottschalk.

Pech hatte am Sonntag Mathieu Serradori, im südafrikanischen Buggy mit V8-Benziner bisher die Überraschung der Rallye und zur Halbzeit noch Gesamtsechster. Der Franzose fuhr sich in den Dünen fest und verlor über 20 Minuten.

Vorschau auf die 8. Etappe:

Wadi Al Dawasir – Wadi Al Dawasir; Gesamtdistanz: 713 km; WP: 477 km; Start Autos: 6:25 Uhr (MEZ); Ziel ca. 11:26 Uhr (MEZ)

Timo Gottschalk: „Der erste Teil der Schleife rund um Wadi ad-Dawasir wird erneut von ausgetrockneten Flussbetten und Strecken in den Bergen bestimmt. Danach öffnet sich die Landschaft und einige Dünenquerungen stehen auf dem Programm. Schwarze Steine auf weißem Sand bilden dann einen farblich spannenden Kontrast. Auch Tempo-Junkies kommen auf ihre Kosten – angekündigt sind etwa mit 40 Kilometern Vollgas am Stück.“

Ergebnis 7. Etappe

01.  Sainz/Cruz (ESP/ESP), Mini Buggy, 4:16.11 Std.
02.  Al-Attiyah/Baumel (QAT/FRA), Toyota, + 2.12
03.  Peterhansel/Fiuza (FRA/POR), Mini Buggy, + 2.53
04.  Ten Brinke/Colsoul (NLD/BEL), Toyota, + 2.58
05.  Al-Rajhi/Zhiltsov (SAU/RUS), Toyota, + 7.36
06.  Alonso/Coma (ESP/ESP), Toyota, + 7.49
07.  de Villiers/Haro (ZAF/ESP), Toyota, + 10.19
08.  Przygonski/Gottschalk (POL/DEU), Mini 4x4, + 11.41
09.  Terranova/Graue (ARG/ARG), Mini 4x4, + 12.04
10.  Seaidan/Kuzmich (SAU/RUS), Mini 4x4, + 13.32

Zwischenstand

1. Sainz/Cruz (ESP/ESP), Mini Buggy, 27:49.14 Std.
2. Al-Attiyah/ Baumel (QAT/FRA), Toyota, + 10.00
3. Peterhansel/ Fiuza (FRA/POR), Mini Buggy, + 19.13
4. Al-Rajhi/ Zhiltsov (SAU/RUS), Toyota, + 44.24
5. Terranova/ Graue (ARG/ARG), Mini 4x4, + 55.58
6. de Villiers/Haro (ZAF/ESP), Toyota, + 1:05.58
 

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