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Mitsubishi will das doppelte Triple

Nach dem Vierfach-Erfolg bei der legendären Dakar-Rallye im Januar erwartet Mitsubishi vom 14.-16. März die nächste Herausforderung im Marathon-Sport: die Baja Italien.

Stephane Peterhansel startet mit Pajero Evolution beim Auftakt zum Marathon-Weltcup

Beim Auftakt zum Marathon-Weltcup peilt Mitsubishi das doppelte Triple an. Zweimal haben Pajero-Teams die Baja im Norden Italiens bereits für sich entscheiden können: 1998 gewann Kenjiro Shinozuka, 2001 war Jutta Kleinschmidt das Maß der Dinge. 2003 soll der dritte Sieg folgen. Das zweite Tripel könnte der bisher ungeschlagene Pajero Evolution schaffen: Bei seinen beiden bisherigen Einsätzen stach der 270 PS starke Allradler die Konkurrenz souverän aus. Bei der UAE Desert Challenge triumphierte Stéphane Peterhansel, bei der Dakar Hiroshi Masuoka. Jetzt wollen die beiden Marathon-Asse mit dem dritten Sieg in Folge eine Fortsetzung der Erfolgsstory schreiben.

 

Allerdings kennen weder Masuoka noch Peterhansel die Baja Italien. Masuoka wird bei seinem Debüt von Gilles Picard navigiert. Sein bisheriger Beifahrer Andreas Schulz, mit zwei Siegen der erfolgreichste deutsche Dakar-Teilnehmer, wechselt in das Cockpit von Andrea Mayer. Die bayrische Paarung wird 2003 neben dem Einsatz in Italien auch die Weltcup-Läufe in Tunesien und Marokko sowie die Baja Deutschland bestreiten. Mayer und Schulz kennen sich aus zwei Einsätzen im Vorjahr und feierten bereits einen gemeinsamen Erfolg: Platz zwei bei der 2002 erstmals ausgefahrenen Baja Deutschland.

 

Die technischen Vorraussetzungen sind in Italien ähnlich gut, wenn nicht sogar besser. Wie bei der Veranstaltung in der Heimat starten Mayer/Schulz bei der Baja Italien mit einem seriennahen Pajero DI-D in der T2 Diesel-Kategorie. Der 200 PS starke Geländewagen erhielt nach seinem erfolgreichen Dakar-Einsatz ? Platz vier in der Diesel-Allradwertung ? ein sequenzielles Getriebe. Mayer verrät die Vorteile: ?Neben schnelleren Gangwechseln ermöglicht es eine Verlagerung des Motors in Richtung Heck. Durch die optimierte Gewichtsverteilung verbessert sich das Fahrverhalten.?

 

Dass der Probelauf eines so wichtigen Bauteils im Wettbewerb ein Risiko darstellt, weiß auch die Allgäuerin: ?Wir haben uns mit Absicht für diesen Weg entschieden, weil die Praxis die beste Prüfung ist. Und wir sind zuversichtlich, dass das Getriebe diese Prüfung besteht.? Für zusätzliche Motivation sorgt Mayers hervorragendes Vorjahres-Ergebnis: Bei ihrer ersten Rallye auf vier Rädern führte die ehemalige Motorrad-Pilotin im Pajero DI-D lange Zeit das Feld der Diesel-Fahrer an und wurde am Ende hervorragende Zweite. ?Es wäre natürlich toll, so gut abzuschneiden wie 2002. Leicht wird es aber nicht, denn die Diesel-Allrad-Konkurrenz ist in diesem Jahr extrem stark. Das gilt für die X-Raid-BMW ebenso wie für unsere Mitsubishi-Markenkollegen?, mutmaßt Mayer.

 

Die Baja Italien wird im weitläufigen Militärgelände Osservatorio Ariete ausgefahren, das zwischen Venedig und Udine in der Provinz Friaul liegt. Der Wettbewerb beginnt am Freitag, den 14. März, mit dem acht Kilometer langen Prolog. Richtig ernst wird es dann am Samstag mit der ersten Etappe. Die 135 Kilometer lange Sonderprüfung ?Cellina? muss dabei insgesamt drei Mal durchfahren werden. Am Sonntag steht die 105 Kilometer lange Schleife ?Meduna? auf dem Programm. Zwei Mal muss diese Sonderprüfung absolviert werden. Zielort ist am Sonntag die Hafenstadt Triest.

 

?Mit nur 623 Wertungskilometern ist die Baja für uns Marathon-Piloten fast ein Sprint. Hier muss man von Beginn an Gas geben. Taktieren bringt nichts. Jede Minute zählt?, so Mayer. Teamkollege Schulz ergänzt: ?Die Strecke führt zu 60 Prozent durch ein ausgetrocknetes Flussbett. Der Untergrund ist hart und wellig sowie mit vielen Steinen gespickt, die aber nicht sehr scharfkantig sind. Hier braucht man ein Top-Fahrwerk, um vorne mitzumischen.? Allerdings kann sich die Strecke auch komplett anders präsentieren. Das erlebte Schulz 2001, als er die Baja an der Seite von Jutta Kleinschmidt im Mitsubishi gewann. ?Regen hatte damals den Boden komplett aufgeweicht. Die Rallye wurde zur echten Schlammschlacht?, erinnert sich der gelernte Kfz-Meister. ?Aber das ist für einen guten Geländewagen wie den Pajero eigentlich ein Vorteil.?

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