RX Loheac

Hansen siegt vor Solberg

In der Geburtsstätte des französischen Rallycross, in Loheac in der Bretagne, wurde am Wochenende der neunte Lauf zur RX WM absolviert. Eine Menge Action war garantiert und am Ende siegte erneut Timmy Hansen im Peugeot.

Der zehnfache Trophee-Andros-Sieger und viermalige WTCC-Champion Yvan Muller (Peugeot) erhielt die Wildcard um die Rallycross-Konkurrenz aufzumischen. Vor zwei Jahren forderte an gleicher Stelle der mehrfache Rallye-Weltmeister Sebastian Loeb die Rallycross-Protagonisten heraus. Diesmal war es also Muller, der als Nationalheld die diesjährigen Wettstreiter wie Petter Solberg (Citroen), Timmy Hansen (Peugeot) oder Mattias Ekström (Audi) herausforderte. Nach der Qualifikation war jedoch klar, dass er (diesmal) den Rallycrossern klar den Vortritt lassen musste.

Die zigtausenden Franzosen, die die Strecke säumten, dass kein Grashalm mehr zu sehen war, stimmten sich bereits am Samstagvormittag mit Schlachtrufen auf das Event ein. Erfahrungsgemäß sind französische Rallycross-Fans immer sehr enthusiastische und begeisterte Anhänger ihrer Landsleute, was besonders Davy Jeanney (Peugeot) zu spüren bekam. „Davy, Davy“ skandierten die Fans, als er einen Heat gewinnen konnte. Es hatte sich offenbar herumgesprochen, dass er der einzige Vertreter Frankreichs in der Weltmeisterschaft ist und auch schon zwei Siege hat einfahren können, unter anderem beim „Erbfeind“ in Deutschland.

Hansen, Solberg und Ekström

Kein Wunder also, dass jede seiner Aktionen besonders aufmerksam verfolgt wurde und es kaum jemanden mehr auf seinem Campingstuhl hielt. Ausgerechnet sein Teamkamerad Timmy Hansen holte sich am Ende den Sieg in der Qualifikation – vor Solberg und Ekström. Diese drei waren bereits mehrmals in den Vorläufen aufeinander getroffen und hatten in hauchdünnen und sehr spektakulären Rennen gezeigt, dass der Sieger des Wochenendes eigentlich nur aus diesem Trio kommen konnte. Jeder Qualifikationslauf mit den drei Jungs war eine echte Augenweide und jedes Mal die Vorwegnahme des Finales. Doch bis es dazu kam, galt es zunächst die Semifinals zu meistern.

Hier konnten die drei Schnellsten aus der Qualifikation nicht gemeinsam aufeinander treffen, soviel war klar. Solberg zog mit seiner Gruppe, die er problemlos dominierte, das bessere Los. Ekström und Hansen hatten auch keine Probleme mit ihrem Lauf, auch wenn Ekström seinem Landsmann mehrmals sehr nahe auf den Pelz rückte. Die meisten Augen hatten aber die Aufholjagd Jeanneys verfolgt, der aus der letzten Reihe starten vor seinem begeisterten Heimpublikum unbedingt ins Finale wollte. Zwei Plätze machte er schnell gut, mit einigen ruppigen Aktionen, ohne aber jemanden ernsthaft abzuschießen. Bei Andreas Bakkerud war für ihn aber Schluss. Nachdem er den jungen Heißsporn aus Norwegen kassiert und einiges an Lackaustausch vorgenommen hatte, konterte der mit seinen Ellenbogen und machte den Plänen des Franzosen ein Ende. Den trieb es hinaus in die Leitplanke, kein Weiterkommen mehr für Jeanney. Das Pfeifkonzert am Ende des Rennens überhörte Bakkerud dann, der aufgrund eines Plattfußes auch nicht mehr viel ausrichten konnte.

Im Finale landeten also genau die Drei, von denen man jedem den Sieg zutraute – bis zur ersten Kurve. Hier herrschte die gewohnte Enge, plötzlich dreht sich Ekström und fällt zurück. Hansen rast davon und auch die Jokerlap kann keine Veränderung herbeiführen, Hansen siegt vor Solberg und macht vier Pünktchen auf den Tabellenführer gut.

Stohl: „Sehr, sehr ärgerlich“

Manfred Stohl konnte sich gestern an siebter Stelle platzieren. Doch am heutigen zweiten Tag verschwor sich praktisch alles gegen den Österreicher. „Im dritten Vorlauf wurde ich ein unschuldiges Opfer einer Kollision von Andreas Bakkerud und Gaetan Serazin, im Zuge dessen ich eingedreht wurde und viel Zeit verloren habe. Danach war ich im vierten Vorlauf schon schwer unter Druck. Da bin ich auch recht gut vom Start weggekommen, aber dann hat mich Tord Linnerud sehr hart attackiert und weit nach außen gedrängt. Dass er dafür nachher verwarnt worden ist, davon kann ich mir auch nix kaufen. Auf jeden Fall hat es danach für mich nur noch alles oder nichts gegeben. Genauso bin ich halt auch gefahren. Dabei habe ich letztendlich leider eine Rechtskurve zu weit innen angeschnitten und mir an den Curbs die Spurstange von meinem Ford Fiesta verbogen. Sehr, sehr ärgerlich, weil ich eigentlich einen super guten ersten Tag gehabt habe“, sagte Stohl, der am Ende an insgesamt 21. Stelle gewertet wurde.

Ergebnis RX Lohaec

1. Timmy Hansen 3:48.500
2. Petter Solberg 3:51.501
3. Jean-Baptiste Dubourg 3:52.070
4. Johan Kristoffersson 3:53.231
5. Mattias Ekström 4:18.807
6. Robin Larsson N/A

RX-Zwischenstand

1. Petter Solberg 219
2. Timmy Hansen 182
3. Johan Kristoffersson 156
4. Andreas Bakkerud 151
5. Davy Jeanney 146
6. Mattias Ekström 139

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