Loeb Zweiter

Dakar 2017: Peterhansel baut Führung aus

Peugeot-Pilot Stephane Peterhansel gewinnt ersten Teil der Marathon-Etappe vor seinem Teamkollege Sébastien Loeb. Nani Roma (Toyota) verdrängt Cyril Despres (Peugeot) von Rang drei.

Stéphane Peterhansel macht in Sachen Taktik so schnell keiner was vor. „Ich wollte die Etappe heute gewinnen, um morgen als Erster auf die Strecke gehen zu können“, grinste der Peugeot-Pilot im Ziel der siebten Wertungsprüfung. Der Plan ging auf. Peterhansel gewann mit 48 Sekunden Vorsprung vor Teamkollege Sébastien Loeb und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung damit auf 1.57 Minuten vor dem neunmaligen Rallye-Weltmeister aus. „Notfalls hefte ich mich morgen an Sébs Fersen, dann würde ich auf der sehr langen Etappe maximal drei Minuten verlieren“, lautet Peterhansels Strategie für den zweiten Teil der Marathon-Etappe am Dienstag.

Die auf 161 Kilometer verkürzte siebte WP stellte die Navigatoren nur auf den ersten 90 Kilometern vor Probleme, im zweiten Drittel waren vor allem Fahrkünste gefragt. „Der Boden war sehr weich, deshalb musste man nicht auf die Reifen aufpassen. Das hat richtig Spaß gemacht“, erzählt Loeb, der seinen zwischenzeitlich auf über eine Minute angewachsenen Rückstand im Schlussspurt noch reduzieren konnte.

In diesem Geläuf waren Peterhansel und Loeb um Welten schneller als die Verfolger. Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Toyota) auf Rang drei hatten bereits dreieinhalb Minuten Rückstand. Immerhin verlief für die Dakar-Sieger von 2009 endlich mal wieder eine Prüfung ohne größere Probleme. Mini-Speerspitze Mikko Hirvonen kam als Vierter noch vor Nani Roma (Toyota) ins Ziel. Der Spanier überholte allerdings Cyril Despres (Peugeot) in der Gesamtwertung.

Verwirrung um Al-Rajhi

Anders als auf der Internetseite der Rallye Dakar verkündet, starteten Yazeed Al-Rajhi und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk (Mini) zur heutigen Etappe. Das war insofern umstritten, als Al-Rajhi am Donnerstag wegen den Folgen der Höhenkrankheit die Etappe abgebrochen hatte und zunächst nur unter Vorbehalt weiterfahren durfte. Al-Rajhi schaffte das Kunststück, mit exakt derselben Fahrtzeit wie Cyril Despres (Peugeot) ins Ziel zu kommen.  

Kritik von den Teilnehmern

Die wiederholten Streckenkürzungen beziehungsweise die komplette Absage der sechsten Etappe am Samstag hat den Organisatoren inzwischen auch einige Kritik eingebrockt. „Dass in Bolivien im Januar und Februar Regenzeit ist, hätte der Veranstalter berücksichtigen müssen Dann fährt man halt nur über sandige und steinige Strecken“, erläuterte beispielsweise X-Raid-Teamchef Sven Quandt. Auch die Auswahl der Standorte für die nächtlichen Biwaks hagelte es Hohn und Spott. Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt durch knöcheltiefes Wasser zum Abendessen laufen zu müssen, fanden nicht nur die Profis alles andere als witzig.

Am Montag bekam es die Zeitnahme dann nicht auf die Reihe, Zwischenzeiten von der modifizierte Strecke zur Verfügung zu stellen. Die ursprünglich geplanten Wegpunkte gebe es leider nicht mehr, lautete die lapidare Begründung. Scheint so, als sei die Organisation der nach eigenem Anspruch „größten Rallye der Welt“ noch nicht in allen Teilen im 21. Jahrhundert angekommen...

Ergebnis 7. Etappe:

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot 1:54.08 Std.

02. Sébastien Loeb/Daniel Elena, Peugeot +0.48

03. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota +3.33

04. Mikko Hirvonen/Michel Perin, Mini +5.03

05. Nani Roma/Alex Haro Bravo, Toyota +5.32

06. Khalid Al-Qassimi/Pascal Maimon, Peugeot +7.09

07. Cyril Despres/David Castera, Peugeot +9.07

08. Yazeed Al-Rajhi/Timo Gottschalk, Mini +9.07

09. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro, Mini +10.40

10. Orlando Terranova/Andreas Schulz, Mini +11.17 

Zwischenstand nach Etappe 7:

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot 15:57.06 Std.

02. Sébastien Loeb/Daniel Elena, Peugeot +1.57

03. Nani Roma/Alex Haro Bravo, Toyota +11.07

04. Cyril Despres/David Castera, Peugeot +14.01

05. Mikko Hirvonen/Michel Perin, Mini +47.24

06. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota +1:11.44

07. Orlando Terranova/Andreas Schulz, Mini +1:16.06

08. Jakub Przygonski/Tom Colsoul +1:18.02

09. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro, Mini +2:08.20

10. Romain Dumas/Alain Guehennec, Peugeot +2:48.37

Vorschau Etappe 8

Uyuni–Salta, Bolivien und Argentinien – Prüfung: 492 km; Tagesdistanz: 892 km - Der Marathon-Etappe zweiter Teil. Nach dem eher kurzen ersten folgt am Dienstag ein epischer zweiter Teil. 492 Kilometer gegen die Uhr stehen an, zweigeteilt in einen bolivianischen und einen argentinischen Abschnitt. Ersterer führt durch ein Dünen-Gebiet im Altiplano und einer Durchquerung zahlreicher Furten. Auf argentinischer Seite steht ein noch unbekanntes Terrain für Fahrer und Beifahrer an – mit einem Gewirr von zahlreichen, farbintensiven Canyons. Es gilt also, die navigatorischen Sinne zu schärfen

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