Wagner: „Es hätten drei Menschen sterben können!“

Julian Wagner verteidigt im Rebenland seine Meisterschaftsführung und erlebt eine gelungene Asphalt-Premiere im R5. Hauptthema war jedoch ein Zwischenfall auf der vierten Prüfung.

Julian Wagner verteidigt im Rebenland seine Meisterschaftsführung und erlebt eine gelungene Asphalt-Premiere im R5. Hauptthema war jedoch ein Zwischenfall auf der vierten Prüfung.

Kurz vor dem Ziel der vierten Prüfung der Rebenland-Rallye nähert sich Julian Wagner mit rund 140 km/h einer Sprungkuppe. Plötzlich überquert ein Zuschauer die Strecke. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, muss Wagner die Ideallinie verlassen und knallt daraufhin gegen eine Böschung. Die dadurch verlorene Zeit bekommt er später wieder von der Rennleitung wieder korrigiert, die schockierende Szene hinterließ aber einen tiefen Eindruck bei Wagner.

„Der Mann ist genau auf der Kante der Kuppe über die Straße gelaufen. Ich musste blitzartig nach rechts lenken um auszuweichen, bin dadurch zu weit rechts abgesprungen und auf der Wiese gelandet. Das wäre grundsätzlich noch zu korrigieren gewesen, aber ich habe auf der Wiese zwei Fotografen bemerkt, die ich voll getroffen hätte, wenn ich geradeaus gelenkt hätte. Ich habe das Lenkrad wieder blitzartig, diesmal nach links gerissen und es ist sich zum Glück ganz knapp ausgegangen. Auf den Onboard-Viedeos habe ich später bemerkt, wie knapp es war! Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen“, so Wagner.

Obwohl er durch den Zwischenfall nicht langsamer wurde, beschäftigte ihn die Sache noch Stunden später. „Ich bin in der Nacht mehrmals aufgewacht und habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was passiert wäre, wenn ich falsch reagiert hätte, oder wenn das Auto nach dem Sprung anders aufgekommen wäre. Es hätten drei Menschen sterben können! Ich bin unendlich froh, dass die Situation glimpflich ausgegangen ist“, sagte Wagner.

Trotz der brenzligen Situation konnte Wagner ein zufriedenes Fazit seiner Asphalt-Premiere im Skoda Fabia R5 ziehen. „Vor Beginn der Rallye habe ich gemerkt, dass ich auf Asphalt noch einiges zu verbessern habe. Bei Testfahrten am Donnerstag bin ich nämlich noch viel zu aggressiv und viel zu oft quer unterwegs gewesen. Im Laufe der Rallye ist es mir gelungen, meinen Fahrstil mehr und mehr auf den Asphalt anzupassen und am Ende habe ich mich richtig wohlgefühlt im Auto“, meinte Wagner, der sich mit einem Achtungszeichen aus dem Rebenland verabschiedete. „Auf der letzten Prüfung wollte ich noch einmal voll auf Druck fahren. Das ist mir auch gelungen, aber rund eineinhalb Kilometer vor dem Ziel habe ich bemerkt, dass wir vorne rechts einen Reifenschaden, einen schleichenden Plattfuß, haben. Trotzdem haben wir die Bestzeit hingeknallt und das gibt mir extrem viel Selbstvertrauen für die Lavanttal-Rallye Anfang April.“

Übrigens, der Fan, der den Zwischenfall auslöste, war mit Ohrstöpsel an der Strecke und konnte daher weder die Warnungen noch den herannahenden Fabia R5 hören. Der Mann erstattete unmittelbar nach dem Vorfall Selbstanzeige.