Rebenland-Rallye: Die Winterreifen haben dieses Mal frei

Im Gegensatz zum Vorjahr müssen die Teilnehmer der Rebenland-Rallye kein Schneechaos befürchten. Spannend wird es trotzdem, denn die Vorzeichen haben sich in der Österreichischen Staatsmeisterschaft deutlich verändert.

Im Gegensatz zum Vorjahr müssen die Teilnehmer der Rebenland-Rallye kein Schneechaos befürchten. Spannend wird es trotzdem, denn die Vorzeichen haben sich in der Österreichischen Staatsmeisterschaft deutlich verändert.

Erich Plasch, Bürgermeister von Leutschach und gleichzeitig auch Organisator der Rebenland Rallye, läuft es immer noch kalt den Rücken runter, wenn er ans Vorjahr denkt. „Das war unfassbar, am ersten Tag hat es nur geregnet, aber am zweiten Tag wurde es immer schlimmer. Da hatten wir am Ende ja schon fast Bedingungen, über die sich eine Jänner-Rallye gefreut hätte.“

Angesprochen auf die diesjährigen Wetteraussichten klingt Erich Plasch deutlich entspannter: „Für das Wochenende wird Schönwetter gemeldet.“ AmFreitag und Samstag liegt die Niederschlagswahrscheinlichkeit im vernachlässigbaren Bereich, es soll sich im Gegenteil immer öfter die Sonne zeigen, und auch die Temperatur dürfte sich mit bis zu 18 Grad südlichen Gefilden anpassen. Zusammenfassend heißt das also: Winterreifen haben frei! „Aber das“, weiß Erich Plasch, „haben wir uns nach dem Schneewahnsinn des letzten Jahres ja auch allemal verdient!“ 

Die Rebenland Rallye ist die zweite Station im österreichischen Meisterschaftskalender. An der Spitze muss sich das Duo Julian Wagner und Hermann Neubauer - ob gewollt oder ungewollt - mit der Favoritenrolle leben. Zu überzeugend war der Auftritt des Oberösterreichers Julian Wagner beim Meisterschaftsauftakt in Freistadt, den er mit seinem Skoda Fabia R5 mit über acht(!) Minuten Vorsprung gewann. Und ebenso unbestritten ist auch die Klasse des Salzburgers Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5), der 2016 bereits den Staatsmeistertitel holte und mit einer sehr gelungenen Generalprobe, dem Sieg bei der kroatischen Rally Kumrovec, nach Leutschach kommt.


In Lauerstellung liegt jedoch ein extrem starkes Verfolgerfeld: Johannes Keferböck hat letztes Jahr mit dem Vizemeistertitel stark aufgezeigt und kommt,  unterstützt von seiner Copilotin Ilka Minor, immer besser mit seinem Skoda Fabia R5 in Fahrt. Dasselbe trifft auf Keferböcks oberösterreichischen Landsmann Gerhard Aigner zu. Der Vorchdorfer sitzt wie Julian Wager in einem Skoda Fabia R5 aus dem BRR Team von Rekordmeister Raimund Baumschlager und hat mit dem routinierten Beifahrer Sigi Schwarz ein weiteres Ass im Ärmel. 

Der Grazer Günther Knobloch bringt erstmals in der ÖRM einen Skoda Fabia R5 an den Start. Er ist vom Fahrerischen genauso in der Lage, vorne mitzumischen wie der Ex-Staatsmeister und aktuelle Rally-Mallorca-Sieger Kris Rosenberger mit seinem Porsche 997 GT3. Da können beide ihre Erwartungshaltung noch so geschickt niedrig halten. In Sachen Ausland ist wohl der Tscheche Jan Cerny im Skoda Fabia R5 am gefährlichsten. Ein zweiter Platz im Rebenland 2018 ist wohl eine eindrucksvolle Visitenkarte, die der ehemalige 2WD-Europameister mitbringt.

Volvo gegen Citroen

In der 2WD-Staatsmeisterschaft kommt es zum steirischen Duell zwischen dem Jänner-Rallye-Sieger Martin Ritt (Volvo 740GL) und Enrico Windisch im Citroen C2R2 Max. Ihnen droht freilich übermächtige Konkurrenz. Hermann Gassner jun. ist mit seiner österreichischen Copilotin Ursula Mayrhofer Topfavorit und hat diese Rolle mit einem dritten Platz bei der Saarland Pfalz Rallye, dem Auftakt zur deutschen Meisterschaft, eindrucksvoll unterstrichen. Der Deutsche mit dem Toyota GT86 CS-R3 ist jedoch in Österreich nicht punkteberechtigt, deshalb richtet sich sein Fokus sowieso auf die Mitropacup-Wertung. Dort ist jedoch nicht nur der Junior in der 2WD-Wertung Favorit, sondern auch Hermann Gassner sen. mit dem Mitsubishi Lancer Evo X bei den Allradlern.