Julian Wagner gewinnt Jänner-Rallye

Er kam, sah und siegte. Julian Wagner krönt zusammen mit Beifahrerin Anne Katharina Stein sein Debüt im Skoda Fabia R5 und gewinnt die denkwürdige Jänner-Rallye 2019. Pech hatte sein Bruder Simon, der im Finale im tiefen Schnee stecken blieb.

| Autor: 

Er kam, sah und siegte. Julian Wagner krönt zusammen mit Beifahrerin Anne Katharina Stein sein Debüt im Skoda Fabia R5 und gewinnt die denkwürdige Jänner-Rallye 2019. Pech hatte sein Bruder Simon, der im Finale im tiefen Schnee stecken blieb.

Man kann spekulieren, was wäre gewesen, wenn Favorit Hermann Neubauer nicht bereits zu Beginn der Jänner-Rallye wegen eines unverschuldeten Unfalls ausgeschieden wäre?

Hätte, hätte, Fahrradkette: Tatsache ist, ein Selbstläufer wäre der diesjährige Auftakt zur Rallye-Staatsmeisterschaft für den Champion von 2016 ganz sicher nicht geworden. Dazu war die Leistung, die die Brüder Julian und Simon Wagner an diesen zwei Tagen zeigten, einfach zu beeindruckend! Genauso beeindruckend übrigens, wie die Leistung aller Teams, die sich an eine der wohl schwierigsten Jänner-Rallyes ihrer 34-jährigen Geschichte heranwagten. 

Der Mix aus heftigen Schneefällen, schlechten Sichtverhältnissen, tückischen Verwehungen und glattestem Terrain war gleichsam Schmerz wie Spaß für jeden Piloten, der das Glück hatte, dieses Mal in Freistadt dabei zu sein und im Endeffekt dabei zu bleiben. 19 von insgesamt 51 Startern gelang das nicht, sie fielen der Jänner-Rallye zum Opfer.

Die große Show des Julian Wagners

Fahrer des Wochenendes wurde Julian Wagner, der zum ersten Mal im Skoda Fabia R5 saß und im Ziel und mit einem satten Vorsprung von über acht Minuten auf den Zweitplatzierten Gerald Rigler eine mehr als eindrucksvolle Leistung ablieferte.

„Hier zu gewinnen, ist einfach nur ein Traum. Ich bin zum ersten Mal in einem Skoda Fabia R5 gesessen. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die da mitgeholfen haben, meinen Sponsoren, den unglaublichen Fans entlang der Strecken und ganz speziell bei Raimund Baumschlager, dessen BRR-Team uns ein top-vorbereitetes Auto zur Verfügung gestellt und der mich immer wieder mit den nötigen Tipps versorgt hat“, so Wagner.

Während der ehemalige 2WD-Staatsmeister (2017) Julian Wagner mit seiner deutschen Copilotin Anne Katharina Stein also zu Recht über seinen ersten ÖRM-Sieg jubeln durfte, hatten neben Hermann Neubauer auch andere Hauptdarsteller weniger Glück. Simon Wagner, schon letztes Jahr praktisch als Sieger noch auf der letzten Etappe ausgeschieden, wurde auch dieses Mal von der Technik seines Autos im Stich gelassen und musste auf dem Weg zu Platz zwei den Skoda Fabia auf WP 13 Bad Zell – Tragwein Aisttal mit einem Elektronikdefekt abstellen.

Unglückszahl 13

Die „13“ wurde auch Vorjahrssieger Johannes Keferböck zum Verhängnis. Der Pregartner verlor nach einem Ausritt in den Schnee über 10 Minuten und damit seine Chance auf einen weiteren Podestplatz. Und Lokalmatador Ernst Haneder musste nach der Unglücksprüfung sogar vollends aufgeben. Und auch der Deutsche Routinier Hermann Gaßner kam hier nicht ins Ziel. Besonders bitter – es war die insgesamt 500. Rallye in der unglaublichen Karriere des Bayern. Schon zuvor musste auf WP 9 in Unterweißenbach der letztjährige Sensations-Vierte Johann Seiberl nach einem Ausritt die Segel streichen.

Umso glücklichere Gesichter sah man hingegen im Lager der Lokalmatadore, die dadurch mit leistungsmäßig schwächeren Boliden zu einem Spitzenplatz bei der Traditionsrallye fuhren. An vorderster Front natürlich ein weiterer Sensationsmann - Michael Lengauer im Subaru WRX, der bei seiner ersten Jänner-Rallye überhaupt eigentlich nur ins Ziel kommen wollte und nunmehr über einen nie erwarteten vierten(!) Gesamtrang jubeln durfte („Das war ein unfassbares Erlebnis. Ich hab' mich von Anfang an wohl gefühlt und keinen einzigen wirklich schweren Fehler gemacht.“)

Martin Fischerlehner im Mitsubishi Evo 6.5 holte noch vor Johannes Keferböck Platz fünf. Und auch diese Spitzenfahrer sprachen angesichts der extremen Bedingungen genauso wie die restlichen Top-10-Piloten Bernhard Stitz, Mario Traxl und  Günther Königseder von „einer Jänner-Rallye, so wie man sich eine solche halt vorstellt!“ Auch deshalb war der Auftritt von Patrick Bannert bemerkenswert. Der Niederbayerischer Rallyemeister geigte in seinem seriennahen Renault Clio so gewaltig auf, dass er mit Abstand der schnellste Fahrer eines zweiradangetriebenen Fahrzeugs war und in der Endwertung auf dem 16. Platz landete.

Ergebnis Jänner-Rallye 2019

1. Wagner / Stein Škoda Fabia R5 2:39:28.8
2. Rigler / Heigl Ford Fiesta R5 +8:21.1
3. Aigner / Sztachovics-T. Škoda Fabia R5 +9:02.3
4. Lengauer / Thauerböck  Subaru WRX Sti +14:34.2
5. Fischerlehner / Schmidt Mitsubishi Lancer Evo 6.5 +16:49.0
6. Keferböck / Minor Škoda Fabia R5 +17:22.4
7. Stitz / Bachmayer Mitsubishi Lancer Evo VI +19:27.8
8. Traxl / Gallistl Mitsubishi Lancer Evo IX +19:50.0
9. Desl / Bergsmann Škoda Fabia R5 +21:32.3
10. Königseder / Holzer  Lancia Delta Integrale 16V +21:51.7

Punktestand ÖRM: 1. Julian Wagner 28 Punkte, 2. Gerald Rigler 18, 3. Gerhard Aigner 16, 4. Michael Lengauer und Johannes Keferböck je 12, 6. Martin Fischerlehner 11