Dakar 2017: WP-Zeit korrigiert - Peterhansel übernimmt Führung

Peugeot-Pilot Stéphane Peterhansel bekommt Gutschrift, nachdem er bei einem Unfallopfer gewartet hatte. Nun fast sechs Minuten Vorsprung vor Teamkollege Sébastien Loeb.

Peugeot-Pilot Stéphane Peterhansel bekommt Gutschrift, nachdem er bei einem Unfallopfer gewartet hatte. Nun fast sechs Minuten Vorsprung vor Teamkollege Sébastien Loeb.

Wie erwartet ist die Zeit von Stéphane Peterhansel von der zehnten Wertungsprüfung am Donnerstag von der Rennleitung korrigiert worden. Dem Peugeot-Piloten wurden nachträglich die rund 13 Minuten gutgeschrieben, die er an der Seite des verletzten Simon Marcic auf die Rettungskräfte gewartet hatte. Peterhansel war zuvor mit dem Motorradfahrer kollidiert, als die beiden sich in einem schmalen Flussbett begegneten.

Offensichtlich hatte sich Marcic verirrt und war entgegen der Fahrtrichtung unterwegs. „Wir haben beide gebremst, aber Simon ist gestürzt“, beschrieb Peterhansel. „Ich konnte ihm nicht mehr ausweichen. Zum Glück hat ihn sein Motorrad ein wenig geschützt.“ Der Slowene erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch.

Diese Art von Unfällen hatten einige Beifahrer vorhergesagt, als vor dem Start über die neuen Regeln zur Navigation diskutiert wurde. Bereits bei der Rallye Marokko im Oktober 2016 war es zu ähnlich gefährlichen Situationen gekommen. Damals wurde das neue Navigationsverfahren erstmals ausprobiert.

Durch die Korrektur wechseln sowohl der Etappensieg am Donnerstag wie auch die Führung in der Gesamtwertung zu Peterhansel. Bei noch verbleibenden rund 350 Kilometern Wertungsprüfung auf den letzten beiden Etappen hat Peterhansel nun knapp sechs Minuten Vorsprung vor Loeb.


Das Duell der beiden Teamkollegen geht wohl bis zum Zielstrich, der zweite Sieg von Peugeot in Folge steht bereits so gut wie fest. Auch auf Rang drei liegt mit Cyril Despres ein Pilot des französischen Werksteams.

Nani Roma (Toyota) auf Rang vier hat schon über eine Stunde Rückstand. Der Spanier hatte während der zehnten Etappe wie so viele mit der Navigation zu kämpfen.

Teamkollege Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz kamen ebenfalls nicht ungeschoren davon. „Im ersten Teil der Prüfung erwischten wir ein im Boden steckendes Betonrohr, das wir übersehen hatten, und beschädigten uns dabei das Differenzial. In der Folge wurden wir langsamer und verloren dadurch etwas Zeit. Vor dem zweiten Teil der Prüfung konnten wir das leider auch nicht reparieren. Zehn Kilometer vor dem Ziel haben wir uns dann noch einen Plattfuß eingefahren und mussten auf der Felge die Ziellinie überqueren. Insgesamt war es ein anspruchsvoller Tag bei dem wir uns ein etwas genaueres Roadbook gewünscht hätten“, fasste Von Zitzewitz zusammen. Immerhin wahrten die beiden die Chance auf eine Top-Fünf-Platzierung in der Gesamtwertung.

Mikko Hirvonen (Mini), bis Donnerstag Gesamtfünfter, verlor insgesamt rund fünf Stunden. Der Finne hatte sich zunächst in einem Flussbett festgefahren und war anschließend mit einem Racetruck kollidiert. Mit beschädigtem Kühler musste er schließlich auf den Service-Lkw warten.

Stephan Schott (Mini) ist weiterhin Siebzehnter der Gesamtwertung.

Zwischenstand nach Etappe 10

01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Peugeot, 24:58.43 Std.

02. Sébastien Loeb/Daniel Elena, Peugeot, + 5.50

03. Cyril Despres/David Castera, Peugeot, + 25.40

04. Nani Roma/Alex Haro Bravo, Toyota, + 1:00.55

05. Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Toyota, + 1:42.54

06. Orlando Terranova/Andreas Schulz, Mini, + 1:45.21

07. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro, Mini, + 3:26.34

08. Jakub Przygonski/Tom Colsoul, Mini, + 3:53.40

09. Romain Dumas/Alain Guehennec, Peugeot, + 3:57.34

10. Khalid Al-Qassimi/Pascal Maimon, Peugeot, + 4:24.17

Vorschau Etappe 11

San Juan–Río Cuarto; Prüfung: 292 km; Tagesdistanz: 759 km - Ein bunter Strauß an Herausforderungen. So lässt sich die vorletzte, wieder zweigeteilte Etappe der härtesten Rallye der Welt wohl am besten beschreiben. Auf dem Weg von San Juan nach Río Cuarto müssen die Teilnehmer erst die majestätischen Dünen von San Juan meistern (im Idealfall ohne steckenzubleiben), darauf folgen etwas einfachere, schnelle Passagen mit WRC-Charakter. Wer sich an diesem Tag aus dem gröbsten raushält, der biegt quasi auf die Zielgerade der Dakar 2017 ein.

GALERIE: Rallye Dakar 2017


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