Sorry Jungs, nur für Mädels!

Die erste Hälfte der EM-Saison ist zu Ende, aber es gibt noch mehr als nur die "großen Jungs". Es ist Zeit einen Blick in die Ladies' Trophy zu werfen, zusammen mit den beiden führenden Damen Ekaterina Stratieva und Molly Taylor.

  • NUR FÜR DAMEN: In der EM versucht man die Ladies' Trophy zu etablieren

Die erste Hälfte der EM-Saison ist zu Ende, aber es gibt noch mehr als nur die "großen Jungs". Es ist Zeit einen Blick in die Ladies' Trophy zu werfen, zusammen mit den beiden führenden Damen Ekaterina Stratieva und Molly Taylor.

Die Organisatoren der Europameisterschaft wollten als Bestandteil ihrer Meisterschaft eine Trophy einführen, die speziell für Damen gedacht ist. Die Ladies’ Trophy war geboren.

 

Wir drehen die Zeit auf Mitte März zurück, Rally Islas Canarias El Corte Inglés, dritter EM-Lauf und zugleich die Premiere der „FIA ERC Ladies’ Trophy”. Der erste Auftritt der Damen endet mit einem Sieg für Ekaterina Stratieva. Die 30 Jahre alte Bulgarin aus Sofia behielt auf den schnellen und geschwungenen Bergstraßen Gran Canarias einen kühlen Kopf und holte drei Punkte für den Ladies’ Trophy Sieg in ihrem Citroën C2 R2 Max, trotz der herausfordernden Wetterbedingungen am ersten Tag der Veranstaltung. Ihre einzige Gegnerin, Lokalmatadorin Emma Falcón (Ford Fiesta R2), schied durch einen Unfall auf Wertungsprüfung zwei aus, startete allerdings erneut am zweiten Tag und beeindruckte mit schnellen Zeiten.

 

Fünf Wochen später, wir wechseln von Gran Canaria zur SATA Rallye Acores, dem zweiten Lauf der Ladies’ Trophy. Es ist der Saisonstart für die 25 Jahre alte Australierin Molly Taylor aus Sydney. Die Bedingungen auf der portugiesischen Insel halfen den Damen in ihren frontangetriebenen Fahrzeugen nicht, die Schotterwege waren komplett mit Matsch bedeckt und es war schwer den nötigen Grip zu finden. Gerade als Molly in einen guten Rhythmus kam, war es auf Prüfung acht zu Ende. Sie rutschte mit ihrem Citroën DS3 R3T auf einen Sandhügel und war nicht in der Lage weiterzufahren. Somit ging die Trophy-Führung an Ekaterina und es sah nach einem sicheren Sieg aus bei ihrem ersten Start auf Schotter, doch: „Wir hatten einen kleinen Ausrutscher und niemand war dort um uns wieder auf die Straße zu schieben.” Ein punktloser Lauf für die Damen und somit Zeit zu Lauf drei zu schauen.

 

Nur drei Wochen später, Mitte Mai, der nächste Auftritt. Dieses Mal waren wir auf Korsika, die Insel der 10.000 Kurven, auch dort wurden wir mit unvorhersehbarem Wetter überrascht, Sonne, Regen, nasse Straße, trockene Straße, ein großes Roulette. Aber beide Damen spielten sehr gut. Molly gewann ihren ersten Trophy Lauf mit Stil. Eine fehlerfreie Fahrt brachte ihr drei Punkte für den Sieg: „Dieses Ergebnis war wirklich mehr als ich je erwarten konnte!” Ekaterina wurde Zweite, erhielt zwei Punkte und führte die Trophy mit zwei Punkten Vorsprung vor Molly an. „Ich werde mit jeder Wertungsprüfung besser!”, sagt Ekaterina, die 2012 mit dem Titel ‘The Women Rally Driver No.1’ ausgezeichnet wurde. Molly meint: „Jede Rallye ist anders, also ist es immer wieder eine neue Herausforderung für uns und das Punktesystem macht es sehr spannend, da bleibt keine Zeit zum entspannen, es ist immer ein Kampf.”

 

Nächster Stopp war Ende Juni die GEKO Ypres Rally in Belgien, die bis jetzt mit fünf startenden Damen den Teilnehmerrekord für die Ladies’ Trophy hält. Dieser Lauf ist bekannt für Feldwege, viele Abzweige, wechselndes Wetter und, sehr wichtig, tiefe Gräben von denen man sich fern halten sollte. Unglücklicherweise war einer dieser Gräben verantwortlich für den Ausgang in der Ladies’ Trophy, wie Molly Taylor erfahren musste: „Auf Prüfung fünf hatten wir einen großen matschigen Cut, das kurveninnere Rad wurde nach innen gezogen und wir blieben stecken.” Null Punkte für Molly und der Sieg für die erstmalig in der Ladies’ Trophy startende Melissa Debackere, die ihre Heimrallye im leistungsstarken Peugeot 207 Super 2000 gewinnt. Eine weitere Trophy-Debütantin, die Belgierin Julie Devalet, erreichte auf Platz drei der Trophy das Ziel in ihrem kleinen Citroën DS3 R1 und nahm den letzten Punkt mit nach Hause. Währenddessen sammelte Ekaterina mit kontrollierter Fahrt weiter Punkte, wurde Zweite und bekam dafür zwei weitere Punkte. Sie baute damit ihre Führung in der Ladies’ Trophy aus und führt diese mittlerweile mit vier Punkten Vorsprung an.

 

„Für uns ist es eine gute Möglichkeit mehr Frauen in den Rallyesport zu bekommen, womit der Wettbewerb auch größer werden würde”, sagt Molly Taylor, die bereits als Teenager anfing Rallye zu fahren. „Ich bin glücklich, dass immer mehr Frauen an Rallyes teilnehmen um mehr Farbe in diesen Männersport zu bekommen”, ergänzt Ekaterina Stratieva. Molly hat das letzte Wort: „Jede Frau die interessiert ist an Wettbewerb und Geschwindigkeit, hier gehört sie hin!”

 

Zwischenstand Ladies’ Trophy 2013 (Lauf 4 von 10)

1. Ekaterina Stratieva / Veronica Boni – Citroën C2 R2 Max - 7 Punkte

2. Melissa Debackere / Cindy Cokelaere – Peugeot 207 Super 2000 - 3 Punkte

3. Molly Taylor / Sebastian Marshall – Citroën DS3 R3T - 3 Punkte

4. Julie Devalet / Jennifer Thielen – Citroën DS3 R1 - 1 Punkt

 

Die nächste Runde der Europameisterschaft, natürlich zusammen mit der Ladies’ Trophy, ist die Rally Sibiu Romania vom 25. bis 27. Juli.