'Die verrückteste WP meiner Karriere'

Beim vierten Lauf zur Rallye Europameisterschaft herrschten extreme Witterungsverhältnisse. Sinnflutartige Regenfälle verwandelten die traumhaft schönen Schotterpisten in ausgewaschene Schlammpfade, dazu gesellte sich dichter Nebel mit Sichtweiten unter fünf Metern – die amtierenden Deutschen Rallye Meister, Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk, erlebten bei ihrer Premiere auf den Azoren viele Höhen, aber auch Tiefen.

  • HÖHEN UND TIEFEN: Mark Wallenwein während der Azoren-Rallye

Beim vierten Lauf zur Rallye Europameisterschaft herrschten extreme Witterungsverhältnisse. Sinnflutartige Regenfälle verwandelten die traumhaft schönen Schotterpisten in ausgewaschene Schlammpfade, dazu gesellte sich dichter Nebel mit Sichtweiten unter fünf Metern – die amtierenden Deutschen Rallye Meister, Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk, erlebten bei ihrer Premiere auf den Azoren viele Höhen, aber auch Tiefen.

Kaum ein Fahrer brachte seinen Wagen bei diesen schwierigen Bedingungen ohne Fehler über die Distanz. Selbst die einheimischen Piloten, die diese Rallye bereits mehrfach bestritten, hatten so etwas noch nicht erlebt: „Unbeschreiblich – bereits die Besichtigung der Wertungsprüfungen bereitete zum Teil große Probleme! Die Strecken sind sehr eng mit häufigem Rhythmuswechsel – bei praktisch Null Sicht einen guten Schrieb zu erstellen, das war eine echte Herausforderung“, beschrieb Copilot Stefan Kopczyk die Situation vor dem Start in Ponta Delgada.

 

Die Anfangsphase verlief für das Skoda-Duo vielversprechend. Auf Rang acht liegend startete man auf die von Eurosport live übertragene Wertungsprüfung 8 „Sete Cidades“: „Das war die bislang verrückteste WP meiner Karriere. Die Strecke führte in 24 Kilometern einmal um den gigantischen Vulkankrater herum. Man musste sich extrem konzentrieren, um den Fabia auf der Strecke zu halten. Wir starteten im Regen, an manchen Abschnitten schien die Sonne, zum Schluss zog starker Nebel auf, dass man die Motorhaube seines eigenen Autos nur erahnte“, erklärte Mark, als er den Service zur Halbzeit der Veranstaltung erreichte.

 

Zum Nachmittag verschlechterten sich die Bedingungen nochmals. Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk gingen als zweites Fahrzeug auf die Strecke: „In einer mittelschnellen Passage mit einem kleinen Sprung verpassten wir um wenige Zentimeter die Ideallinie und touchierten eine Böschung, welche uns aushebelte und aufs Dach beförderte. Schnell strömten Zuschauer herbei und drehten uns zurück auf die Räder. Ein Folgeschaden zwang uns zu einer 10 minütigen Reparaturpause auf der folgenden Wertungsprüfung. Im Service wurde alles daran gesetzt, damit wir am Abschlusstag mit einem voll funktionsfähigen Fahrzeug antreten konnten“, bedankte sich Mark bei seinem Team und allen Helfern.

 

Auf den restlichen sechs Wertungsprüfungen kämpften sich Wallenwein / Kopczyk von Platz 19 auf den 13. Gesamtrang durchs Feld. „Der heutige Tag diente der Erarbeitung eines Setups mit den neuen Yokohama-Reifen. Die Performace und die Zusammenarbeit mit Yokohama waren ideal. Insgesamt können Mark und Stefan mit der gezeigten Leistung zufrieden sein. Ein Platz unter den Top 8 war durchaus möglich  – aber so ist der Rallyesport“, zieht Teamchef Thomas Wallenwein ein positives Resümee vom Ausflug zu den Azoren.