Kubica gibt Führung ab

Nach einem überragenden Start und fünf von sechs möglichen Bestzeiten lag Robert Kubica auf den Azoren in Führung. Immer stärker werdender Nebel warf den Polen, der als Letzter auf die Strecke ging, dann aber auf Rang sechs zurück. „Ich habe auf den Moment gewartet, wo wir stecken bleiben“, schilderte Kubica die neue Erfahrung im Mittagsservice.

  • STURZFLUG: Starker Nebel wirft Robert Kubica weit zurück

Nach einem überragenden Start und fünf von sechs möglichen Bestzeiten lag Robert Kubica auf den Azoren in Führung. Immer stärker werdender Nebel warf den Polen, der als Letzter auf die Strecke ging, dann aber auf Rang sechs zurück. „Ich habe auf den Moment gewartet, wo wir stecken bleiben“, schilderte Kubica die neue Erfahrung im Mittagsservice.

Die Fernsehbilder haben es gezeigt, bei der WP Sete Cidades behinderte Nebel die Sicht. Wie war das im Auto?

Robert Kubica: „Beim Fahren nichts sehen ist nicht so toll … Wir hatten etwa 16 Kilometer dichten Nebel, auf manchen Passagen konnte man kaum zehn oder 15 Meter weit sehen.“

 

Also eine Erleichterung, es überhaupt nach Ponta Delgada zurück zu schaffen?

„Ja, wir sind glücklich, hier zu sein. Es war wirklich schwierig, auf der Straße zu bleiben – selbst bei 60 bis 80 km/h auf gerader Strecke. An einer Stelle wurde die Straße enger und wir haben die Böschung berührt, dabei dachte ich, dass ich in der Mitte der Fahrbahn unterwegs bin. Das war aber eindeutig nicht der Fall. Die Bedingungen waren wirklich hart, ich weiß nicht, ob die anderen auch so viel Nebel hatten, aber für uns war es extrem schwierig. Ja, ich bin froh, hier zu sein.“

 

Wie schwierig war es, dem Aufschrieb zu vertrauen?

„Ich bin nicht hier, um Rennen zu fahren, sondern um zu lernen. Wenn ich mehr Risiko eingegangen wäre, hätte ich 20 oder 30 Sekunden schneller sein können. Aber wenn du nur eine eingeschränkte Sicht hast und nicht weißt, wohin du fährst, spielt es keine Rolle, ob du Vertrauen in deinen Aufschrieb hast. Wenn du auf gerader Strecke nicht siehst, ob du in der Mitte der Straße bist oder nicht, was willst du da machen?“

 

Hast du befürchtet, dass du es nicht bis ins Ziel schaffst?

„Ich habe auf den Moment gewartet, wo wir stecken bleiben. Es gab ein paar Schrecksekunden. Die Bedingungen waren so schwierig, und ich habe überhaupt keine Erfahrung damit. So dichter Nebel während so vielen Kilometern, da war die einzige Möglichkeit, vom Gas zu gehen.“

 

Jetzt bis du auf Rang sechs zurück gefallen und hast über eine Minute Rückstand auf die Spitze. Wie geht es dir damit?

„Ich bin nicht hier, um an der Spitze zu fahren. Ich bin hier, um zu lernen. Wenn du diese WP zum ersten Mal fährst und keine Ahnung hast, ob dein Aufschrieb passt oder nicht, dann ist es doch normal, mit Vorsicht an die Sache heran zu gehen. Das war die richtige Entscheidung.“

 

Warst du vorher zufrieden mit den Zeiten?

„Mein Tempo war okay, für das erste Mal sogar überraschend gut. Es ist extrem knifflig, das Gripniveau wechselt in jeder Kurve. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, aber unsere Herangehensweise bleibt die gleiche. Vorher haben wir versucht, mit Jan [Kopecky] und Craig [Breen] mitzuhalten, jetzt liegen wir weit hinten. Also werden wir weiter lernen und so viel wie möglich aus diesen Kilometern mitnehmen.“

 

Neuer Spitzenreiter ist Jan Kopecky mit 16,4 Sekunden Vorsprung auf Craig Breen. Rang drei belegt Lokalmatador Ricardo Moura mit 19 Sekunden Rückstand auf Kopecky. Hinter zwei weiteren Portugiesen, Bruno Magalhaes und Bernardo Sousa, liegt Robert Kubica jetzt auf Rang sechs (+1:04,5). Nicht mehr dabei ist der Tscheche Jan Cerny (Skoda Fabia, Motorschaden). Jaroslav Orsák, der die Produktionswagen-Wertung anführte, warf seinen Mitsubishi Lancer im dichten Nebel von der Strecke.

 

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