Dakar 09 - Die große Unbekannte

Die größte Herausforderung des Motorsports auf neuem Terrain: Am 3. Januar startet die Rallye Dakar nach 29 Ausgaben in Afrika erstmals in Südamerika.

  • ALTE NEUE HERAUSFORDERUNG: Die Dakar 2009 findet in Südamerika statt

Die größte Herausforderung des Motorsports auf neuem Terrain: Am 3. Januar startet die Rallye Dakar nach 29 Ausgaben in Afrika erstmals in Südamerika.

Die „Dakar“ bietet 2009 eine Fülle neuer Herausforderungen: Nicht nur für Piloten und Co-Piloten sind die 9.000 Kilometer durch Argentinien und Chile echtes Neuland. Auch Techniker und Ingenieure sind angesichts sich ständig verändernder Landschaften entlang der Rallyeroute in Sachen Fahrzeug-Abstimmung und -Wartung gefragt. Auch den Logistikern des Teams werden vor und während der „Dakar“ Höchstleistungen abverlangt.

 

Zweimal steht während der Rallye die Überquerung der Anden auf der Agenda. Neben der extremen Höhe von über 4.000 Metern erwartet die Teams ein Mix aus unterschiedlichen Geländearten. Neben harten und steinigen Abschnitten zu Beginn der Rallye steht zudem die Passage durch die extrem trockene Atacama-Wüste auf dem Programm. Mensch und Material haben mit extremen klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Im Südsommer von Argentinien und Chile stehen tagsüber 40 Grad Celsius im Schatten ebenso auf dem Programm wie nachts in den Höhenlagen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Feuchte Luft wechselt sich mit extrem trockener ab – dennoch müssen Mechaniker, Techniker und Ingenieure zu jeder Zeit höchste Konzentration wahren.  

 

„Die Rallye Dakar ist immer eine große Herausforderung, 2009 wird sich diese aber noch steigern“, so Dirk von Zitzewitz aus Karlshof, Beifahrer von Volkswagen Werksfahrer Giniel de Villiers aus Südafrika, mit dem Race Touareg Zweiter bei der „Dakar“ 2006. „Wir müssen uns jeden Tag auf neue Situationen einstellen und höchste Konzentration wahren. Egal ob es heiß oder kalt ist, ob auf Meereshöhe oder auf 4.600 Meter Höhe in den Anden. Ein besonderer Reiz ist dazu die völlig unbekannte Landschaft, durch die die Route führen wird.“

 

Von den Tropen bis zum ewigen Eis hat Argentinien die gesamte geografische und klimatische Bandbreite zu bieten – und wird deshalb auch Land der sechs Kontinente genannt. Die Rallye Dakar durchquert auf ihrer Route, die in Buenos Aires beginnt und endet, zunächst die legendäre Pampa mit endlos weiten Sonnenblumenfeldern, Viehweiden, Eukalyptushainen und totaler Abgeschiedenheit. Mit der Hafenstadt Puerto Madryn – gelegen am Golfo Nuevo und Mekka des Tauchsports – erreicht die „Dakar“ den südlichsten Punkt ihrer Schleife. Entlang von Andenausläufern steht im weiteren Verlauf vor dem Abstecher über fünf Etappen in Chile die Ankunft in Mendoza an. Die Millionen-Stadt darf sich dank 320 Sonnentagen im Jahr Wein-Hauptstadt Argentiniens nennen.

 

Nach der zweimaligen Überquerung der Anden empfängt Argentinien den Tross nach den Tagen in Chile wieder im „Cuyo“ genannten Landstrich, der seinen Reiz aus Naturreservaten, Felsenthermen, Oasen und Hochgebirgstälern entwickelt. Mit Córdoba, das von Landgütern gesäumt wird und für seine prachtvollen Kolonial-Bauten bekannt ist, steht auch die zweitgrößte Stadt Argentiniens als Etappenziel auf dem Programm – der Rummel um die „Dakar“ ergänzt dann das Angebot eines lebendigen Kultur- und Nachtlebens. Entlang des landschaftlich reizvollen Rio Paraná führt die „Dakar“ dann Richtung Tigre-Delta mit seinen lehmbraunen Fluten zurück nach Buenos Aires. 

 

Vorfreude: Die beiden Topfavoriten Carlos Sainz und Stephane Peterhansel fiebern der Dakar 2009 entgegen

Nur zwischen 80 und 180 Kilometer breit, jedoch 4.300 Kilometer lang, bietet Chile wie Argentinien unterschiedlichste Landschaftsformen und gilt deshalb als eines der schönsten Länder Südamerikas. Den Teams der „Dakar“ bietet Chile nach der ersten Andenüberquerung zwischen dem 6.570 Meter hohen Vulkan Tupungato und der mit 6.961 Metern höchsten Erhebung der westlichen Hemisphäre, dem Aconcagua, mit Valparaíso das erste Etappenziel am Pazifik und damit zwei Extreme an einem Tag: Neben der Herausforderung Höhe in den Anden steht die Ankunft in der malerischen Bucht von Valparaíso an – zur Halbzeit der Rallye Service-Ort des Ruhetages.

 

Zwischen Pazifikküste im Westen und den Anden im Osten führt der Weg nach Norden und damit zum Schauplatz der wohl härtesten Prüfung für Mensch und Material bei der Rallye Dakar: Rund um Copiapó bewältigen die Offroad-Prototypen eine Schleife durch das trockenste Gebiet der Welt. Die Atacama-Wüste bietet 100 Mal weniger Feuchtigkeit als das Death Valley und obendrein die höchsten Dünenfelder der Erde. Auf dem Weg zurück nach Argentinien bleibt es eher unwirtlich: Über extreme Höhen bis 4.600 Meter über Normalnull führt die Route über die Anden entlang des Laguna-Brava-Reservats.

 

Zahlen und Fakten zur „Dakar“-Expedition Südamerika

Wussten Sie, dass …


… die Atacama-Wüste im „Kleinen Norden“ von Chile als trockenste Wüste der Welt gilt und Schauplatz der zehnten Etappe der Rallye Dakar 2009 ist? Sie weist 100 Mal weniger Feuchtigkeit auf als das Death Valley und bietet die höchsten Dünenfelder der Erde.


… bei der Premiere der Rallye Dakar in Südamerika elf Provinzen in Argentinien und drei in Chile durchquert werden?

 

… der Geist der Rallye Dakar mit ihren wandernden Biwaks ganz nach dem Geschmack der Südamerikaner ist? Argentinier und Chilenen gelten als leidenschaftliche Camper.

 

… der Name Argentiniens auf die Schätze schließen lässt, die europäische Eroberer dort zu finden glaubten? „Argentum“ steht im Lateinischen für Silber.

 

… Argentinien knapp die achtfache Fläche der Bundesrepublik Deutschland einnimmt, jedoch nur die Hälfte an Einwohnern zählt? Die extreme Ausdehnung über 34 Breitengrade sorgt für große landschaftliche Kontraste.

 

… die Hochkordilleren Argentinien über 30 Sechstausender und mit dem Aconcagua die höchste Erhebung der westlichen Hemisphäre bescheren? Der höchste Punkt der Rallye-Route führt die Teilnehmer bei den beiden Andenüberquerungen über 4.600 Meter.

 

… die Region rund um den argentinischen „Dakar“-Etappenzielort Mendoza als Weinparadies bekannt ist? Die Millionenstadt kann auf 320 Sonnentage im Jahr bauen und gilt als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität Argentiniens.

 

… die Rallye Dakar drei der vier größten argentinischen Städte ansteuert? Buenos Aires, Córdoba und Mendoza sind Zielorte von Etappen, Heimat von 14,5 Millionen Menschen.

 

… sich Chile über eine Länge von 4.300 Kilometern von Norden nach Süden ausdehnt, dabei aber weniger als 17 Millionen Einwohner zählt?

 

… Chile über 32 Nationalparks und 48 Naturreservate verfügt? Die Service-Route der Rallye Dakar führt auf den fünf Chile-Etappen an acht von ihnen vorbei.