Schwarz und Kahle startklar

Noch knapp zwei Wochen bis zum Start der BAJA 1000, dem berühmt berüchtigten US-Offroad-Klassiker auf der mexikanischen Halbinsel Baja California.

  • BEREIT ZUR ATTACKE: Schwarz und Kahle stehen vor Saisonhöhepunkt

Noch knapp zwei Wochen bis zum Start der BAJA 1000, dem berühmt berüchtigten US-Offroad-Klassiker auf der mexikanischen Halbinsel Baja California.

Auf die Teilnehmer wartet in diesem Jahr eine ganz besondere Herausforderung. Denn wenn am 13. November die Startflagge fällt, gilt es zum 40. Jubiläum der Mutter aller Wüstenrallyes statt 1000 knapp 1300 Meilen (rund 2100 Kilometer) extremster Schotterstrecken im Eiltempo zu bewältigen – nonstop bei Tag und bei Nacht!

 

Hoch motiviert reisen Armin Schwarz und Mattias Kahle zur ultimativen Geländejagd. Aus gutem Grund: Bei ihrer Generalprobe anlässlich der PRIMM 300 vor den Toren der Spielermetropole Las Vegas schrammten die Rallye-Asse mit Rang vier in der „Class1“-Topklasse für „Unlimited“-Buggys nur knapp am Podium vorbei. Im Gesamtklassement landen die beiden Deutschen auf dem eindrucksvollen zehnten Gesamtplatz. „Ein gelungener Proberitt“, sagt Schwarz, der auch bei der BAJA 1000 als erstes hinterm Steuer des weiterentwickelten Buggy des All German Motorsport Teams (AGM) sitzt.

 

In der Zwischenzeit hatte das Team mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen. „Aufgrund der Großfeuer in Südkalifornien mussten wir unsere AGM-Werkshallen in Escondido nahe San Diego für mehrere Tage verlassen und durften erst jetzt zurückkommen“, erzählt der 39-jährige Teamchef Martin Christensen, der in der Nacht den Part von Armin Schwarz übernimmt und nach zwei Drittel der Strecke den Buggy an Matthias Kahle weitergeben wird. „Natürlich hat uns das etwas Zeit gekostet, aber wir sind dennoch gut im Plan“, so der Wahl-Kalifornier, der 2004 einen Klassensieg bei der BAJA 1000 feierte. Der über 600 PS starke Mittelmotor-Buggy ist komplett revidiert und die groben Einsatzpläne des knapp 50 Personen zählenden Einsatzteams erstellt.

 

Zehn Kontrollpunkte müssen vom Start in der Hafenstadt Ensenada unweit der amerikanischen Grenze bis zum Ziel in Cabo San Luca an der Südspitze der mexikanischen Halbinsel angesteuert werden. Hart und wenig herzlich, Stoff für echte Heldensagen. Auch in diesem Jahr werden über 15 Fernsehsender, darunter die großen amerikanischen TV-Anstalten NBC, ESPN und Discovery Channel ihre Kamerateams zur BAJA 1000 schicken. Das Interesse am Jubiläums-Rennen ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten riesig.

 

Filmgrößen wie Steve McQueen und James Garner agierten hier ebenso wie Formel-1-Weltmeister Mario Andretti. Für die 40. Ausgabe haben sich schon jetzt weit über 400 Teilnehmer aus über 15 Nationen angemeldet. Neben der versammelten US-Elite wie Vorjahressieger und NASCAR-Pilot Robby Gordon stellen sich diesmal auch die Schauspieler Patrick Dampsey und Jesse James, der Lebensgefährte von Sandra Bullock sowie US-Rallyelegende und mehrfacher Sieger des weltbekannten Pikes Peak Bergrennes, Rod Millen, der aktuelle US-Rallye-Champion Ken Bock oder die US-Motocross-Superstars Jeremy McGarth, Ricky Johnson und Freestyler Mike Metzger der Konkurrenz.

 

 

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Die Zeit drängt. Längst sind die professionellen Wettbewerber der millionenschweren und mit Hundertschaften von Mechanikern sowie Helikoptern agierenden Casino- oder Immobilien-Dynastien dabei, auf der Strecke zu trainieren. „Die werden das auch brauchen“, scherzt Schwarz, der ähnlich wie Partner Kahle beim Aufschrieb Erstellen von seiner langjährigen Erfahrung aus der Rallye-WM profitiert. „Seit Wochenbeginn ist Martin ebenfalls bei der Streckenbesichtigung. Ich werde am 3. November einsteigen und Matthias, der zwischendurch noch einen Dakar-Test absolvierte, kurz nach mir. Danach geht es dann an die Detailplanung für die Tankstopps und Reifenwechsel“, blickt der 44-jährige Franke nach vorn.

 

Kurz vor dem Rennen wird das Fahrertrio mit seinen Copiloten nochmals einen letzten Funktionstest des Einsatzwagens vornehmen. „Auch ich bin guter Dinge“, sagt der in Köln lebende Kahle. „Unser Vorteil ist die Ausgeglichenheit der drei Piloten. Armin, Martin und ich haben einen ähnlichen Fahrstil und bevorzugen die gleichen Einstellungen. Das macht es bei einer solchen Marathonjagd deutlich einfacher. Und dass wir keine Angst vor der Konkurrenz haben müssen, haben wir mittlerweile gezeigt. Vor einem Jahr kannten die noch nicht einmal unsere Namen, jetzt begrüßen die uns schon als ‚The German Rally Aces’ mit Vornamen.“ Der 38-jährige deutsche Rekord-Rallyemeister wird wie Armin Schwarz Anfang November in die USA nach Escondido zum All German Motorsports Team reisen.

 

Mehr Infos und Bilder gibt es auf www.armin-schwarz.com

 

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