Der talentierte 22-jährige Frycz auf dem Weg nach oben.

Bei der A1 Waldviertel Rallye deutete der erst 22-jährige Pole Sebastian Frycz in der seriennahen Gruppe N sein Potential an.

  • S. Frycz/M. Wodniak Photos: S. Gostynski.

Bei der A1 Waldviertel Rallye deutete der erst 22-jährige Pole Sebastian Frycz in der seriennahen Gruppe N sein Potential an.

Vor dem Start in Waidhofen sagte der diesjährige polnische Gruppe N-Meister noch: "Wir werden es beim ersten Turn langsam angehen lassen. Nach dem ersten Service geben wir langsam Gas und beim letzten Turn werden wir versuchen die Rückstände langsam abzuarbeiten."

 

Mit dieser Vorgabe ging Frycz an den Start und gewann prompt die ersten Wertungsprüfungen. Nach der ersten Etappe führte der erst 22-jährige in der Gruppe N mit ca. 30 Sekunden Vorsprung vor erfahrenen und schnellen Gruppe N-Piloten wie Hermann Gassner oder Beppo Harach.

 

In der 13. von insgesamt 24 Wertungsprüfungen kam jedoch das Aus für das Duo Frycz/Wodniak. Zu Beginn dieser Wertungsprüfung kam es durch das „cutten" einer Kurve zu einem Reifenschaden am Mitsubishi Lancer Evo V, in der nächsten Kurve kam das Fahrzeug von der Strecke ab und das Duo beschloß die Rallye nach einem erneuten Abflug abzubrechen. Das Auto war stark zu stark beschädigt worden und es waren noch drei Prüfungen bis zum nächsten Service zu fahren.

 

Doch trotzdem war der erst zweite Auslandseinsatz für Sebastian Frycz und seinen Co-Piloten Maciej Wodniak erfolgreich verlaufen. Einige Wochen zuvor führten die beiden auch die slowakische Mikona Rallye nach der ersten Etappe an, verhinderte jedoch ein technischer Defekt ein gutes Ergebnis einzufahren.

 

Sebastian Frycz startete 1999 zum ersten Mal in der polnischen Meisterschaft. Nachdem er vom Opel Astra GSI auf einen Citroen Saxo VTS umstieg, erzielte er erste Achtungserfolge in der Saison 2000.

 

Ende 2000 beschloß er mit finanzieller Unterstützung seines Vaters, einen Skoda Felicia für die Saison 2001 einzusetzen. Nachdem aber Frycz sensationell bei der „Barborka Cieszynska" und „Barborka Warszawska" mit einem Mitsubishi Lancer Evo IV unterwegs war, beschloß er den Einstieg in der seriennahen Gruppe.

 

Die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug erwies sich nicht sehr schwierig. Das polnische Duo Jaroslaw Pineles/Maciej Wodniak war schon seit längerer Zeit in der Meisterschaft aus finanziellen Gründen nicht mehr unterwegs, Sebastian Frycz von kaufte den Mitsubishi Lancer Evo V ab und übernahm außerdem den schon älteren und erfahrenen Co-Piloten Maciej Wodniak.

 

Das Fahrzeug wurde vor dem ersten Lauf um die polnische Meisterschaft, die „Schlesische Winter-Rallye", in Belgien bei First Motorsport vorbereitet. Bei der ersten Pressekonferenz scherzte er noch und sagte: "Ich werde polnischer Meister," doch richtig erst meinte er das damals nicht. Schon beim ersten Einsatz deklassierte er seine Rivalen in der Gruppe N. Alle dachten an zunächst, der junge Pilot hätte viel Glück gehabt, doch bei seinem nächsten Einsätzen war Frycz wiederrum nicht zu schlagen. Man muß hier hinzufügen, dass seine Konkurrenten schon auf eine längere Erfahrungszeit in diesen Fahrzeugen zurückblicken konnten und außerdem mit einer neueren Evolutionsstufe an den Start gingen.

 

Schon einen Lauf vor dem Saisonfinale sicherte sich das Duo Frycz/Wodniak den Titel in der heißumkämpften Gruppe N. Beim letzten Lauf in Warschau ging Frycz nur noch für die Zuschauer bei einer „Super Special Stage" an den Start.

 

Beim Aufenthalt in der Slowakei nach der Mikona Rally, nutzte der 22-jährige die Gelegenheit bei JM Engineering in Zlin zum ersten Mal in einen WRC zu steigen. Mit seinem Fahrstil beeindruckte er alle anwesenden und somit wird Frycz dieses Jahr voraussichtlich noch mal bei den vorhin schon mal erwähnten „Barborka Cieszynska" und „Barborka Warszawska" mit einem Toyota Corolla WRC an den Start gehen.

 

Für die Saison 2002 ist noch nicht näheres bekannt. Doch der Wunsch nach Einsätzen in Polen in einem WRC ist nicht so groß, wie viele es erwartet haben. Viel mehr hofft Frycz auf den Einsatz im seriennahen Mitsubishi Lancer Evo VII in der Weltmeisterschaft. Die Teilnahme in einem Gruppe N-Fahrzeug hängt jedoch davon ab, ob genügend Sponsoren für die Saison gefunden werden können. Wir drücken die Daumen.

 

Michael Wolf