Dakar nach Tag 4

Carlos Sainz übernimmt Gesamtführung

Vierter Tag der Rallye Dakar und erneut steht ein anderer Fahrer an der Spitze des Feldes. Carlos Sainz und Co Timo Gottschalk sichern sich auf der 657 Kilometer langen Marathonstrecke die Bestzeit und erobern die Führung.

<strong>NEUER FÜHRENDER:</strong> Carlos Sainz erobert zusammen mit Co Timo Gottschalk die Dakar-Spitze

Seit dem Jahr 2005 und dem Teilstück zwischen Zouerat und Tichit gab es keine längere Wertungsprüfung als jene am heutigen vierten „Dakar“-Tag. Viele Täler, in denen man die Orientierung verlieren kann sowie tiefe Wasserdurchfahrten sind die Zutaten, die Fahrern und Beifahrern gleichermaßen zusetzen. Dabei hatte die Wertungsprüfung zwei Gesichter: Die erste Hälfte verläuft durch die offene Wüste und bringt Staub sowie Pisten mit vielen Löchern und Ausspülungen. Die zweite Hälfte ist geprägt von Bergpässen und schnellen Abschnitten, bevor es steinig wird.

 

Carlos Sainz und Beifahrer Timo Gottschalk meisterten die Aufgabe am besten. Mit 5:20:32 Stunden setzte das Buggy-Duo die Bestzeit und eroberte sogar die Führung in der Gesamtwertung. Sainz ist der vierte Spitzenreiter der diesjährigen Dakar – so spannend war der Marathonklassiker schon lange nicht mehr. „Wir hatten heute Glück, den etwa zehn Kilometer vor dem Ziel, fiel unsere Servolenkung aus”, erklärte Sainz, dem auf seiner Fahrt zur Bestzeit auch ein Navigationsfehler unterlief. „Im zweiten Teil der Etappe gab es einen Wegpunkt, an dem wir rechts abbogen. Es dauerte eine Weile, ehe wir bemerkten, dass wir anders herum hätten fahren müssen. Es war jetzt keine große Sache und ich denke jeder hat diesen Fehler gemacht.“

 

Mini-Pilot Stephane Peterhansel meldete sich nach seinem gestrigen Pech wieder in der Spitzengruppe zurück, konnte aber das Tempo von Sainz auch nicht mitgehen. Als Zweitschnellster war der Dakar-Rekordsieger 6:56 Minuten langsamer als der spanische Buggy-Reiter. Nani Roma (Mini) wurde heute nur Fünfter und liegt in der Gesamtwertung mit 2:06 Minuten auf dem zweiten Rang. Dritter bleibt weiterhin Nasser Al-Attiyah in einem weiteren Mini des hessischen X-raid-Teams.

 

Improvisieren war einmal mehr bei Giniel de Villiers und Co Dirk von Zitzewitz angesagt. Vier Mal mussten sie wegen eines erneuten Lenkungsproblems anhalten und sich sogar bei Zuschauern Öl borgen. „Wir sind heute ein bisschen enttäuscht, denn die Performance des Hilux ist abgesehen von dem Lenkungsproblem richtig gut und unsere eigene Leistung ist bisher absolut fehlerfrei. Wer weiß, was sonst noch drin gewesen wäre“, ärgerte sich de Villiers, der hinter Orlando Terranova und Stephane Peterhansel auf dem sechsten Rang liegt.

 

Für eine Überraschung sorgte Ex-WRC-Pilot Federico Villagra, der sich im Mini den dritten Tagesplatz sicherte. „Ich bin total überrascht“, freute sich der Argentinier. „Ich habe gar nicht hart gepusht. Wo es ging, bin ich schnell gefahren, ansonsten habe ich mich zurückgehalten. Wir hatten einfach einen guten Lauf und einen guten Tag.“

  

Zwischenstand nach Etappe 04

01. Sainz/Gottschalk, SMG, 14:52.47 Std.

02. Roma/Périn, Mini, 14:54,53 Std.

03. Al-Attiyah/Cruz, Mini, 14:59.43 Std.

04. Terranova/Fiuza, Mini, 15:05.55 Std.

05. Peterhansel/Cottret, Mini, 15:10.57 Std.

06. de Villiers/von Zitzewitz, Toyota, 15:31.57 Std.

07. Lavielle/Garcin, Haval, 15:39.59 Std.

08. Villagra/Perez, Mini, 15:39.59 Std.

 

Vorschau auf Etappe 05 Chilecito–Tucumán

(Verbindung: 154 km, Prüfung: 527, Verbindung: 231 km)

Vor den Dakar-Teilnehmer liegt wieder ein sehr langer Tag. Um 6:03 Uhr startet das erste Auto von Chilecito in die Verbindungsetappe – etwa 40 Minuten vor Sonnenaufgang. Etwa zwölf Stunden später wird es nach vollbrachter Arbeit im Biwak von San Miguel de Tucumán erwartet. Die Zwölf-Stunden-Schicht dazwischen bietet 416 Kilometer auf Zeit, die noch härter werden als die heutige Wertungsprüfung. Die fünfte Etappe ist erneut zweigeteilt – der erste Abschnitt führt über absolutes „Dakar“-Neuland. Kurze, sehr weiche Dünen stehen auf der Agenda – und sind schwer zu nehmen. Der zweite Teil beginnt auf einer großen, offenen Ebene mit Kamelgras-Bewuchs und weichem, sandigem Boden. Mit dem höher werdenden Kamelgras wird der weitere Verlauf richtig holprig. 2013 führten die Flußbetten, die ebenfalls Teil der Route sein werden, teils sehr hohes Wasser, weswegen Teile der Prüfung abgesagt werden mussten. Auch 2014 könnte das Wetter eine wichtige Rolle spielen.

 

GALERIE: Die Bilder der Dakar 2014 ...

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