EM NORDIRLAND

Breen gewinnt Nervenkrimi

Dieser Sieg hat Nerven gekostet. Endlich kann Craig Breen sein EM-Heimspiel in Nordirland gewinnen, doch der Erfolg war ein hartes Stück Arbeit. Auch weil sich der Peugeot-Pilot das Leben selbst schwer machte.

Craig Breen hat sich einen Kindheitstraum erfüllt und endlich die Rallye „Circuit of Ireland“ gewonnen. Doch der Erfolg bei seinem EM-Heimspiel geriet plötzlich ins Wanken, als sich der Peugeot-Pilot am Ende der vorletzten Prüfung einen Dreher erlaubte und die Front seines Autos beschädigte. Auf den anschließenden Wertungskilometern riss sich Breen aber am Riemen und fuhr seine Führung mit knappem Vorsprung von lediglich 6,4 Sekunden nach Hause. „Ich kann es noch nicht glauben. Auf der letzten Prüfung haben wir einen Abzweig verpasst und zwei Mal den Motor abgewürgt. Aber ich habe immer fest daran geglaubt, denn von diesem Sieg habe ich so lange geträumt“, jubelte der neue EM-Spitzenreiter. 

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Vielleicht war es auch der plötzlich fehlende Druck, der Breen unachtsam werden ließ. Nachdem Probleme mit dem Turbo des 208 T16 im Mittagsservice gelöst werden konnten, hatte er sich ein extrem spannendes Duell mit Robert Barrable geliefert, das jedoch nach einem Unfall des Ford-Piloten auf WP16 vorzeitig endete. Zum Zeitpunkt seines Abflugs führte der Ire die Rallye mit 1,1 Sekunden Vorsprung knapp an, doch nun lag Breen zwei Prüfungen vor dem Ziel uneinholbar vorn, verspielte aber durch den Fahrfehler einen großen Teil seines komfortablen Vorsprungs.

Verfolger Kajetan Kajetanowicz (Ford Fiesta R5) konnte die sich ihm plötzlich bietende Chance aber nicht nutzen und blieb knapp hinter Breen Zweiter. „Ich habe alles versucht und mein Bestes gegeben. Es war die vielleicht beste Asphaltrallye meiner gesamten Karriere“, war der Pole dennoch zufrieden. Den dritten Rang sichert sich Josh Moffett (Ford Fiesta RRC). „Ich hatte mit einem Platz unter den besten Zehn gerechnet, jetzt stehe ich auf dem Podium. Super!“, freute sich der Nordire.

Bergkvist vor Griebel

Nachdem der gestern souverän Führende Jon Armstrong (Peugeot 208 R2) in der Nacht fünf Strafminuten wegen fehlender Reifenmarkierungen aufgebrummt bekam und auf die Weiterfahrt verzichtete, übernahm Opel-Pilot Emil Bergkvist das Kommando bei den Junioren und fuhr kontrolliert seinen zweiten Junior-EM-Sieg ein. Hinter dem Schweden sicherte sich Teamkollege Marijan Griebel den zweiten Platz. „Ich hatte mit mir zu kämpfen, aber wir konnten uns in jeder Prüfung verbessern. Mit dem zweiten Platz bin ich zufrieden. Hoffentlich springt beim nächsten Mal der Sieg heraus“, sagte Griebel. Pech hatte dagegen Markenkollege Julius Tannert, der auf der neunten Prüfung am Ende einer Linkskurve von der Strecke kam und einen Telefonmast fällte. Unglücksrabe Armstrong fand am Abend das Lachen auch wieder. Er wurde mit ‚Colin McRae Flat Out Trophy’ für besonders beeindruckende Leistungen ausgezeichnet.

Ergebnis Circuit of Ireland 2015

1.Breen Craig / Martin ScottPeugeot 208 T162:04:04.5
2.Kajetanowicz K. / Baran Jaros?awFord Fiesta R5+6.4
3.Moffett Josh / Rowan JohnFord Fiesta S2000+1:42.3
4.Moffett Sam / Atkinson KarlFord Fiesta S2000+2:24.1
5.Martin Charles / Salva ThierryPeugeot 208 T16+2:41.2
6.Greer Jonathan / Riddick KirstyCitroën DS3 R5+4:31.7
7.Lukyanuk Alexey / Chervonenko Y.Ford Fiesta R5+4:36.1
8.Tarabus J. / Trunkát DanielŠkoda Fabia S2000+7:29.7
9.Jeets Raul / Toom AndrusFord Fiesta R5+8:35.5
10.Bergkvist Emil / Sjöberg JoakimOpel Adam R2+8:53.3

EM-Stand: 1. Craig Breen 78; 2. Kajetan Kajetanowicz 75; 3. Alexey Lukyanuk 43; 4. Robert Consani 40; 5. Siim Plangi 28; 6. Jaromir Tarabus 26

EM-Junioren: 1. Emil Bergkvist 78; 2. Chris Ingram 36; 3. Steve Rokland 33; 4. Ralfs Sirmacis 32; 5. Marijan Griebel 30; 6. Diogo Gago 25

Der nächste EM-Lauf findet vom 4. Bis 6. Juni auf den Azoren statt.

VIDEO: Onboard-Action mit Craig Breen


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