Delecour stark

Bouffier neuer Spitzenreiter

Das Klassement der Rallye Monte Carlo wurde am Nachmittag auf den Kopf gestellt. Heftiger Schneefall bringt Bryan Bouffier an die Spitze des Feldes.

<strong>VORN:</strong> Bryan Bouffier übernimmt die Führung der Rallye Monte Carlo

Es war ein Rallyekrimi, wie ihn nur die Monte schreiben kann. Heftiger Schneefall hatte die Prüfungen Nummer sieben und acht überzogen und die Strecken in gefährliche Rutschpartien verwandelt. Mit seiner ganzen Erfahrung wählte Francois Delecour spikebesetzte Winterreifen und erntete im trockenen Servicepark Kopfschütteln. Doch knapp eineinhalb Stunden später lachte niemand mehr über den französischen Routinier. Nach der Bestzeit auf WP8 lag er plötzlich auf Rang zwei der Gesamtwertung.

 

"Wir hätten noch schneller fahren können, denn ich wusste, dass ich eine gute Reifenwahl getroffen hatte, doch ich habe Vorsicht walten lassen. Selbst mit Spikes kann man leicht einen Fehler machen", erklärte Delecour.

 

Ganz vorne hatte sich Bryan Bouffier breit gemacht, der zuvor die Bestzeit holen konnte, als er mit reinen Winterreifen Delecour Paroli bot. Doch anschließend nahm der Schneefall weiter zu, jetzt zahlte sich die Wahl der Spikes für Delecour aus. Mit der zweitbesten Zeit rettete Bouffier seine Führung ins Ziel und führt die Monte mit 28.0 Sekunden an. "Die letzte Prüfung war unglaublich. Ich habe mich zwei Mal gedreht und hatte auch ein wenig Glück", schilderte der Spitzenreiter.

 

Völlig von der Rolle waren dagegen die bisherigen Spitzenreiter Juho Hänninen und Petter Solberg. Mit Intermeds gestartet rutschten sie hilflos auf der Strecke umher und wurden bis auf die Plätze 6 und 7durchgereicht. "Es war unglaublich", stöhnte Solberg im Tagesziel. "Wir wollen gewinnen und sind deswegen auch ein Risiko mit den Reifen eingegangen. Das hat nicht funktioniert und nun kannst du es vergessen." Und Juho Hänninen meinte: "So ist die Monte und manchmal muss man Risiken eingehen. Wir hatten uns nach Petter gerichtet, aber es gibt jetzt keinen Grund mehr zu lamentieren. Es gehört einfach dazu."

 

Freddy Loix hatte mit Winterreifen die richtige Wahl getroffen. Doch ein Dreher und ein Reifenschaden verhinderten den Durchmarsch des Belgiers, der weiterhin auf Platz drei mit einem Rückstand von 1:05 Minuten liegt. Hinter ihm belegen die beiden Peugeot-Piloten Guy Wilks (+1:20) und Stéphane Sarrazin (+1:41) die weiteren Ränge. Skodas-Speerspitze im IRC-Titelkampf, der Tscheche Jan Kopecky, findet sich nach ebenso missratener Reifenwahl auf dem neunten Rang (+7:51) wieder.

 

Zwischenstand nach WP8
01. Bryan Bouffier (Peugeot 207)  2:14:38.8
02. Francois Delecour (Peugeot 207) +28.0
03. Freddy Loix (Skoda Fabia) +1:05.5
04. Guy Wilks (Peugeot 207) +1:20.5
05. Stéphane Sarrazin (Peugeot 207) +1:41.1
06. Juho Hänninen (Skoda Fabia) +2:35.7
07. Petter Solberg (Peugeot 207) +3:49.1
08. Nicolas Vouilloz (Skoda Fabia) +5:31.0
09. Jan Kopecky (Skoda Fabia) +7:51.7
10. Toni Gardemeister (Peugeot 207) +7:52.7

 

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