Rallye Dakar – Tag 6

Al Attiyah kürzt ab und fliegt raus

Auf einer verkürzten 6. Etappe war Nasser Al Attiyah erneut der schnellste Fahrer, doch der BMW-Pilot hatte absichtlich stark abgekürzt.

<strong>ABGEKÜRZT:</strong> Nasser Al-Attiyah wird seine Dakar-Führung verlieren

Als Erster am Messpunkt CP1 schien der Katari Nasser Al Attiyah die Konkurrenz zu überflügeln und seinen Gegnern mit über zwanzig Minuten keine Chance zu lassen. Inzwischen räumte der Pilot vom Team BMW X-Raid aber ein, dass er aufgrund einer Motorüberhitzung den Dünenabschnitt zu Beginn der Wertungsprüfung – und somit einen Wegpunkt bei Kilometer 38 – absichtlich umging, um schlimmere Motorprobleme zu vermeiden. Sein erster Platz auf dieser Etappe und in der Gesamtwertung war Makulatur, die Organisatoren disqualifizierten den BMW-Pilot im Ziel.

 

Der Tagessieg ging an Giniel de Villiers im Volkswagen Race Touareg 2, der nach dem Ausschluss von All Attiyah neuer Spitzenreiter der Dakar ist. Hinter ihm folgen mit knappen Rückstand seine Teamkollegen Carlos Sainz und Mark Miller, die damit die derzeitige Vormachtstellung des Volkswagen-Teams unterstreichen. "Eine unfassbar harte Etappe. Im ersten Drittel kam es darauf an, sehr hohe Dünen mit teilweise sehr weichem Sand zu bewältigen. Die TDI-Power unseres Race Touareg hat sehr geholfen, dort vorbeizuziehen, wo viele andere scheiterten. Und mit dem Tagesresultat können wir mehr als zufrieden sein", so de Villiers.

 

Mitsubishi hat der VW-Offensive zurzeit wenig entgegenzusetzen uns muss künftig sogar auf ein Auto verzichten, nachdem Luc Alphands Beifahrer Gilles Picard die Rallye aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Ihr Racing Lancer hatte sich zwölf Kilometer nach dem Start tief in einem Schlammloch eingegraben. Beim Versuch, dass Auto zu befreien, klagte der 53 Jahre alte Beifahrer dann über starkes Unwohlsein. Zur Sicherheit wurde er ausgeflogen und kardiologisch untersucht. Zwar zeigte das EKG normale Werte an, aber die Rallye ist für ihn und Alphand vorbei. Die Hoffnungen der Japaner liegen nur noch auf Nani Roma und Stephane Peterhansel die auf dem 5. und 6. Rang der Gesamtwertung mit 38:44 und 41:58 Minuten Abstand liegen.

 

Die heutige Wertungsprüfung von San Rafael nach Mendoza im Westen Argentinens wurde zweieinhalb Stunden später als geplant gestartet, da viele Teilnehmer erst in der Nacht das Biwak erreicht hatten. Die Autos fuhren um 11:08 Uhr Ortszeit los. Außerdem wurde die Distanz von 395 auf zunächst 232 und dann auf 178 Wertungskilometer gekürzt, weil eine breite Furt nach nächtlichen Regenfällen wegen Hochwassers nicht passierbar war.

 

Stand nach Etappe 06, San Rafael (RA) - Mendoza (RA)
01. de Villiers/Zitzewitz Volkswagen Race Touareg 2 20:59.34 Std.
02. Sainz/Périn Volkswagen Race Touareg 2 + 7.39
03. Miller/Pitchford Volkswagen Race Touareg 2 + 17.51
04. Roma/Senra Mitsubishi Racing Lancer + 31.18
05. Peterhansel/Cottret Mitsubishi Racing Lancer + 34.27
06. Gordon/Grider Hummer + 1:11.47
07. Holowczyc/Fortin Nissan Navara + 2:33.15
08. Tollefsen/Evans Nissan Navara + 2:45.57
09. Terranova/Guehennec BMW X3 + 2:50.35
10. Kuipers/Palmeiro BMW X3 + 4:19.39

 

Und so geht´s weiter …

Freitag, 9. Januar: 7. Etappe, Mendoza (RA) - Valparaíso (RCH). Die Teilnehmer erwartet am Freitag "Dakar"-typische Abwechslung. Neben Passagen über Geröll stehen Abschnitte mit pulverförmigem Sand ähnlich dem berüchtigten "Fesh Fesh" der Sahara auf dem Programm. Der einheimische Name: "Guadal". Dazu müssen sich die Teilnehmer auf einen langen Tag einstellen: Nach 816 Kilometern, 419 davon auf Zeit, werden die ersten Fahrzeuge erst um 20.00 Uhr Ortszeit im Biwak erwartet, bevor am Samstag zur Rallye-Halbzeit der Ruhetag auf dem Programm steht.

 

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