So funktioniert die Rallycross-WM (WRX)


In der Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) bleibt den Zuschauern kaum Zeit zum Durchatmen. Je nach Größe des Starterfeldes finden an einem Rennwochenende bis zu 28 Rennen statt.

Der Modus ist einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Bei allen Events ermitteln die Fahrer in vier Qualifyings sowie Halbfinals und Finale einen Sieger. An einem Rennwochenende bestreitet ein Pilot damit im Optimalfall sechs Rennen.

Auslosung

Das Rennwochenende beginnt mit der Auslosung: Eine Computersoftware ermittelt die Startaufstellung für Qualifying 1 und ordnet sie den einzelnen Rennen mit maximal fünf Startern zu. Position und Gegner sind im Vorfeld völlig offen – eine echte Lotterie.

Qualifying (Vorläufe)

Fünf Fahrer, vier Runden, drei Minuten Hochspannung – ein Vorlauf in der FIARallycross-Weltmeisterschaft ist immer nach diesem Schema aufgebaut. Die Anzahl der Rennen hängt von den Nennungen ab. In der Supercar-Klasse liegt die maximale Anzahl der Starter bei 25, sodass maximal fünf Rennen pro Qualifying möglich sind. Einmal pro Rennen muss jeder Pilot die Joker-Runde fahren – eine alternative Streckenführung, auf der die Fahrer etwa zwei Sekunden Zeit einbüßen.

Nach dem ersten Qualifying-Lauf fasst eine Zwischenwertung (Intermediate Classification) die Ergebnisse der maximal 25 Starter zusammen:

► 1. Platz: 50 Punkte ► 9. Platz: 35 Punkte
► 2. Platz: 45 Punkte ► 10. Platz: 34 Punkte
► 3. Platz: 42 Punkte ► 11. Platz: 33 Punkte
► 4. Platz: 40 Punkte ► 12. Platz: 32 Punkte
► 5. Platz: 39 Punkte ► 13. Platz: 31 Punkte
► 6. Platz: 38 Punkte ► :
► 7. Platz: 37 Punkte ► 25. Platz: 19 Punkte
► 8. Platz: 36 Punkte

Aus dem Ranking des jeweiligen Qualifying-Laufes ergibt sich die Startaufstellung für den nächsten Vorlauf. Die langsamsten Piloten starten gegeneinander im ersten Rennen, die fünf Schnellsten im letzten Lauf. Nach dem vierten Qualifying-Lauf wird abgerechnet und die zwölf Bestplatzierten der Intermediate Classification erreichen die Halbfinal-Läufe.

Halbfinale und Finale

Die Top 12 kämpfen nun um die Podestplätze. Die wichtigsten Unterschiede zu den Qualifying-Läufen: sechs Fahrer, sechs Runden (davon eine Joker-Runde) und eine andere Startaufstellung. Sind die Piloten in den Qualifying-Läufen noch nebeneinander ins Rennen gegangen, starten sie nun versetzt in drei Reihen. Nur die ersten drei erreichen das Finale.

Direkt im Anschluss an die Halbfinal-Läufe kommt es zum großen Finale, Reparaturen sind jetzt kaum noch möglich. Erneut heißt es: sechs Fahrer, sechs Runden (davon eine Joker-Runde) und volle Konzentration. Dann steht der Sieger fest.

Punktesystem

Es gibt drei Möglichkeiten, in der Rallycross-WM Punkte für die Fahrerwertung zu sammeln. Nach den Vorläufen erhalten die 16 bestplatzierten Fahrer Zähler:

► 1. Platz: 16 Punkte ► 7. Platz: 10 Punkte
► 2. Platz: 15 Punkte ► 8. Platz: 9 Punkte
► 3. Platz: 14 Punkte ► 9. Platz: 8 Punkte
► 4. Platz: 13 Punkte ► 10. Platz: 7 Punkte
► 5. Platz: 12 Punkte ► :
► 6. Platz: 11 Punkte ► 16. Platz: 1 Punkt

Im Halbfinale und im Finale bieten sich zwei weitere Chancen, Punkte zu sammeln:

► 1. Platz Halbfinale: 6 Punkte ► 1. Platz Finale: 8 Punkte
► 2. Platz Halbfinale: 5 Punkte ► 2. Platz Finale: 5 Punkte
► 3. Platz Halbfinale: 4 Punkte ► 3. Platz Finale: 4 Punkte
► : ► :
► 6. Platz Halbfinale: 1 Punkte ► 6. Platz Finale: 1 Punkte

An einem Rennwochenende kann ein Fahrer damit maximal 30 WM-Punkte für die Fahrerwertung einfahren. Diese schlüsseln sich wie folgt auf:

► 1. Platz Intermediate Classification (Top-Qualifier): 16 Punkte
► 1. Platz Halbfinale: 6 Punkte
► 1. Platz Finale: 8 Punkte

Änderungen am Reglement

Neu in diesem Jahr ist, dass während der gesamten Saison nur noch zwei Motoren pro Fahrer erlaubt sind (bisher drei). Die Anzahl der Turbolader, die im Laufe einer Saison eingesetzt werden dürfen, wurde ebenfalls gesenkt: von bisher sechs auf vier.

Auch bei den Reifen gibt es Anpassungen, um die Kosten zu senken. Ab 2018 ist es den Teams nicht mehr erlaubt, in den freien Trainings und Warm-ups eigene, unregistrierte Reifen zu verwenden. Ab sofort stehen pro Auto bei den ersten beiden Saisonrennen jeweils zwölf neue Reifen zur Verfügung, ab dem dritten Rennen dürfen die Teams pro Auto acht neue und vier gebrauchte Reifen zur Verwendung anmelden.

Zudem darf 2018 die Getriebeübersetzung während der gesamten Saison nicht mehr verändert werden. Bisher durften die Teams zwei verschiedene Übersetzungen verwenden. Auch der Einsatz unterschiedlicher Heckflügel ist künftig nicht mehr erlaubt. Die Bremsen müssen ebenfalls während der gesamten Saison der gleichen Spezifikation entsprechen.