Jochi Kleint und der Bimotor-Golf

Das ‚Race to the Clouds' zum Pikes Peak als diesjähriges Spezialthema des Eifel Rallye Festivals bringt einige ‚Dopplungen' mit sich. Ex-Europameister Jochi Kleint pilotiert den VW Golf Bimotor, mit dem er 1985 und 1986 am ‚heiligen Berg' startete, ebenso wie seinen ‚Über-Golf' von 1987, den Volkswagen in die Eifel bringt.

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Das ‚Race to the Clouds' zum Pikes Peak als diesjähriges Spezialthema des Eifel Rallye Festivals bringt einige ‚Dopplungen' mit sich. Ex-Europameister Jochi Kleint pilotiert den VW Golf Bimotor, mit dem er 1985 und 1986 am ‚heiligen Berg' startete, ebenso wie seinen ‚Über-Golf' von 1987, den Volkswagen in die Eifel bringt.

Sechs Motoren, drei Starts, zwei Autos und ein Fahrer - so lautet die Kurzbeschreibung für die drei Teilnahmen (1985-87) von VW am ‚Race to the Clouds' am Pikes Peak. Am einfachsten ist die Fahrerfrage aufzulösen: Ex-Europameister Jochi Kleint pilotierte die VW Golf, was die ‚Rabbit'-begeisterten Amerikaner fast aus dem Häuschen brachte. „Es war schon etwas ganz Besonderes, mit diesem Doppelmotor-Golf an den Start zu gehen“, ist Kleint heute noch stolz auf seine drei Auftritte.

Drei Starts mit zwei verschiedenen Autos, aber sechs Motoren? Der erste Doppel-Golf für das Rennen 1985 wurde von zwei 1,8-Liter Saugmotoren mit je rund 200 PS angetrieben. Damit das zweite Antriebsaggregat überhaupt in den ‚Kofferraum' passte und dort den notwendigen Halt fand, wurde im Heck eine zweite Vorderachse eingebaut. „Wir wurden auf Anhieb Dritte und ich wurde als ‚Rookie of the Year' ausgezeichnet“, freute sich Kleint. 

Für 1986 wurden die Motoren gegen zwei turbobefeuerte 1,3-Liter-Polo-Aggregate ausgetauscht. Jetzt standen vorne wie hinten jeweils 250 Pferdestärken zur Verfügung und die Leistungsentfaltung in der Nähe des Gipfels blieb weitestgehend erhalten. Für 1987 wurde ein komplett neues Auto gebaut, Konstrukteur Kurt Bergmann erschuf den ‚Über-Golf'. Im Gitterrohrrahmen fanden zwei Vierventil-Turbo-Aggregate aus dem Golf GTI 16V Platz, die jeweils gut 326 PS ablieferten. Um die beiden Hewland-F2-Getriebe einsetzen zu können, wurden die Motoren längst eingebaut.

Vierter im Training - allerdings mit nur einem Motor - und bei der Zwischenzeit zur Halbzeit des Rennens knapp vor dem späteren Sieger Walter Röhrl im Über-Quattro, eine Sensation bahnte sich an. Doch ein defekter Spurstangenkopf 200 Meter vor dem Ziel beendete die Fahrt. „Egal wie, es war alleine schon ein einmaliges Erlebnis, dreimal diesen Berg hinauf zu fahren. Und dreimal mit einem Bi-Motor-Golf, das ist ein absolutes Highlight“, strahlt Kleint noch heute und freut sich auf das Wiedersehen mit dem Auto beim Eifel-Rallye-Festival. „Ich werde allerdings beide Autos auf den Festival-Prüfungen schonen, damit diese unwiederbringlichen Originale erhalten bleiben.“

Das 86er-Auto, das mit anderen Motoren schon im Jahr davor am Start war, wird vom Stuttgarter Wolf-Dieter Ihle in die Eifel gebracht. Die Restaurierung läuft auf Hochtouren, die beiden Motoren werden die Karosse nach 32 Jahren erstmals wieder in Daun in Bewegung setzen. Das 87er-Auto bringt Volkswagen an den Start. Beim Festival gibt es dann die absolute Premiere: Noch nie waren die beiden ‚Doppel-Golf-Brüder' gemeinsam in Aktion zu sehen.