Legend Boucles: Bouffier gewinnt - Neuville begeistert

Bryan Bouffier kann als erster Ausländer die belgischen Legend Boucles gewinnen. Gefeierter Held war jedoch Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville, der im kleinen Opel Corsa etliche Bestzeiten setzte.

Autor: 

Bryan Bouffier kann als erster Ausländer die belgischen Legend Boucles gewinnen. Gefeierter Held war jedoch Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville, der im kleinen Opel Corsa etliche Bestzeiten setzte.

Thierry Neuville strahlte über das ganze Gesicht. Mit seinem kleinen, aber gut 200 PS starken Opel Corsa A war er schnellster Fahrer bei der Legend Boucles und holte acht von 19 Bestzeiten. Allerdings trat der WM-Star außerhalb der Wertung an, weil sein Auto nicht den Regeln der historischen Rallye entsprach. Das ist für Neuville aber Nebensache.

„Das Auto läuft hervorragend für seinen ersten Auftritt, sogar ohne Test. Die Jungs haben den Opel innerhalb von 62 Tagen aufgebaut und tolle Arbeit geleistet. Wir hatten richtig viel Spaß“, sagte Neuville, der zum kleinen Corsa eine besondere Beziehung hat. „Das Auto ist grundsätzlich die Basis meines früheren Fahrzeugs, womit ich meine allererste Rallye bestritten habe. Das war die Rallye Luxemburg im Jahr 2007. Wir mussten natürlich vieles umbauen, damit das Auto wieder regelkonform ist. Aber weil der Corsa noch nicht alt genug ist, fuhren wir außerhalb der Wertung.“

Ein Grinsen sah man auch bei Bruno Thiry, der dieses Jahr im Subaru Impreza Gr. N in der Kategorie „Demo“ (außer Wertung) an den Start ging. Obschon da auch nicht immer alles rund lief. „Ich habe mich öfters mal gedreht. Ich verstehe noch nicht genau, wie das Mitteldifferenzial funktioniert“, meinte Thiry.

Die Boucles haben eine lange Tradition und sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt. Aus den „Routes Blanches“ der 50er Jahre – die auch schon durch Bastogne führten – gingen 1967 die „Boucles de Spa“ hervor. Seit 2006 werden die Boucles als historische Rallye gefahren, 2015 zogen sie nach Bastogne um. Aber wieso haben die Legend Boucles so einen Erfolg? „Hier kommen einfach viele Dinge zusammen“, erklärt Bernard Munster. „Die Atmosphäre, der Parcours, die alten Autos, das Konzept mit den normalen Straßenreifen, die doch etwas mehr rutschen. Dann noch diese Mischung aus jungen und älteren Fahrern. Das alles macht die Boucles aus.“

Porsche-Fahrer Munster hatte sich zunächst ein packendes Duell mit François Duval im Ford Escort geliefert. „Uns fehlen da zwar ein paar PS, um mit ihm mithalten zu können. Aber wir sind doch einige Bestzeiten gefahren und hatten Spaß, das ist die Hauptsache“, meinte Duval. „Wir fahren mit alten Hecktrieblern und können den Zuschauern eine gute Show bieten. Und es macht immer Freude, zu fahren. Ich trete ja nicht mehr so oft an, zwei bis drei Mal pro Jahr vielleicht. Gerade genug, um ein bisschen Spaß zu haben.“

Trotzdem ist Duval nicht aus der Form, denn er schob sich Samstagabend an Munster vorbei – bis das Duell um den Sieg dann jäh beendet wurde. Munster bekam wegen einer Geschwindigkeitsübertretung eine Strafe aufgebrummt, am Ende blieb nur Platz vier. Aber auch für Duval gab es Ärger: Gleich zwei Reifenschäden fing er sich am Sonntag ein. Dadurch rückte Bryan Bouffier an die Spitze, die er auch nicht mehr abgab. Bouffier ist der erste Ausländer, der die Legend Boucles gewinnen konnte.