Histo-EM-Premiere in der Lausitz

Mit der Startnummer 1 eröffnet Jari Latvala die 20. Int. ADMV-Lausitz-Rallye. Zwar ist Toyota-Werksfahrer Jari-Matti Latvala zwischen Wales und Australien in der WRC beschäftigt, doch Vater Jari übernimmt den im Sommer aufgebauten Toyota Celica GT-4 aus dem Jahr 1987. Er startet als erster Fahrer, denn die Histo-Fahrzeuge gehen vor dem R5-Feld mit Gröndal, Kahle und Co auf die Schotterpisten in der Lausitz.

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Mit der Startnummer 1 eröffnet Jari Latvala die 20. Int. ADMV-Lausitz-Rallye. Zwar ist Toyota-Werksfahrer Jari-Matti Latvala zwischen Wales und Australien in der WRC beschäftigt, doch Vater Jari übernimmt den im Sommer aufgebauten Toyota Celica GT-4 aus dem Jahr 1987. Er startet als erster Fahrer, denn die Histo-Fahrzeuge gehen vor dem R5-Feld mit Gröndal, Kahle und Co auf die Schotterpisten in der Lausitz.

Anders als in Italien, Spanien oder Skandinavien spielt der Sport mit historischen Rallye-Fahrzeugen – nach FIA-Anhang K – in Deutschland nur eine winzige Nebenrolle. Vor zwölf Jahren gastierte die Europameisterschaft im Saarland, ohne Impulse zu hinterlassen, vor fünf Jahren fand mit Legends of Speed die letzte reine Histo-Rallye in Deutschland statt.

Der ADMV-Lausitz-Rallye ist es nach erfolgreicher FIA-Observation gelungen, einen Lauf zur historischen Europa-Meisterschaft nach Deutschland zu holen – ausgerechnet auf Schotter! Bei manchem Fahrer herrscht zwar Skepsis, ob die Lausitz-Pisten nicht stellenweise zu rauh sind, dennoch haben sich immerhin 19 Teams aus sieben Nationen angemeldet.

Die Europa-Meisterschaft wird in vier Perioden ausgefahren. In der Kategorie ab 1982 startet der 60-jährige Latvala als Favorit, zumal er die Lausitz von fünf Starts gut kennt und die „kleine Lausitz“ 2012 im Mitsubishi gewinnen konnte. Aufpassen muss er allerdings auf seinen Landsmann Mika Turkki, den Sieger des diesjährigen finnischen EM-Laufs in Lahti, der einen heckgetriebenen Ford Sierra Cosworth in die Lausitz bringt.

In der Kategorie 3 mit Fahrzeugen 1976 bis 1981 geht es um den Titel. Der Finne Pentti Veikkanen kann im Porsche Carrera noch den führenden Italiener Maurizio Pagella überflügeln. Pagella bleibt zu Hause, gibt seinen Carrera jedoch an Lucio da Zanche ab, der in diesem Jahr als schnellster Fahrer auf den italienischen Asphaltstrecken etliche Gesamtsiege errungen hat. Als Favorit auf den Tagessieg in dieser Kategorie gilt jedoch der Schwede Janne Westlund im Volvo 242, der bei der Rallye Mitternachtssonne schon drei Top-5-Plätze eingefahren hat und auch bei der Lausitz-Rallye im Subaru Impreza dreimal unter die ersten Zehn fuhr.

Der französische Ex-Formel-1-Pilot Erik Comas steht in der Kategorie 2 von 1970 bis1975 bereits als Europameister fest, so dass sein Stratos in der Garage bleibt. Der Schwede Stefan Helin schlüpft mit seinem Ascona A deshalb in die Favoritenrolle; seine Beifahrerin Annie Seel, vielfache Dakar-Pilotin, ist in ihrer Heimat sehr populär. Bei den ältesten Fahrzeugen der Kategorie 1 wird in der Lausitz noch der Vizemeister ermittelt, und zwar zwischen dem Italiener Carlo Fiorito und dem Finnen Sverre Norrgård, beide im BMW 2002 TI. Dessen Landsmann Pekka Anttalainen kommt mit dem ältesten Fahrzeug an den Bärwalder See, einem Skoda Felicia aus dem Jahr 1961. 

Auch fünf Teams aus Deutschland wagen sich an den Start. Holger Knöbel im Volvo 242, Schotter-Cup-Sieger 2005 und Masters-Sieger 2011, und der Saarländer Thomas Schulz im Ford Escort RS mit 2-Liter-BDG-Maschine trauen sich zu, mit den Ausländern mitzumischen. Dabei sein ist alles – das ist die Devise der anderen Deutschen: Gerd Sonntag im Mitsubishi Lancer 1600 von 1976, Heiko Dlugos im Porsche 912 von 1965 und Holger Stracke im Wartburg 312 von 1966. Stracke und sein Co Maik Böttger haben mit dem Wartburg schon zweimal die Rallye Akropolis überstanden und könnten – auch wegen des kernigen 2-Takt-Sounds – zu den Publikumslieblingen werden.

Mehr Infos auf www.lausitz-rallye.de