OSTSEE-RALLYE

Zeltner vs. Turbo-Allradler

Der ‚heiße Herbst‘ im ADAC Rallye Masters und der Deutschen Rallye-Meisterschaft beginnt an der Ostsee. Die Verfolger von Spitzenreiter Ruben Zeltner wittern Morgenluft, denn im Norden warten Schotter-Strecken und der Truppenübungsplatz Putlos auf die Teilnehmer - ein optimales Revier für Turbo-Allradler.

Für Teams und Besucher bietet der zehnte Meisterschaftslauf ein extrem kompaktes und anspruchsvolles Programm. Gestartet wird am Samstagmorgen um 7:30 Uhr direkt am Lenster Strand, wo die Teilnehmer um 18:55 Uhr auch im Ziel einlaufen. In den Stunden dazwischen stehen zwölf Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 132,6 Kilometern auf dem Programm. Vom Servicepark in Grömitz, der idyllisch direkt an der Ostsee liegt, geht es unter anderem auf die bei den Teilnehmern wegen ihres hohen Schotteranteils äußerst beliebte Rosenhof-Prüfung. Sie findet auf dem landwirtschaftlichen Gut von Kai-Dieter Kölle direkt an der Ostsee statt. Der 'schnellste Bauer Deutschlands' ist als „Local Hero“ selbst mit seinem fast schon historischen Porsche 911 Carrera 2,7 mit der Startnummer 16 im Teilnehmerfeld zu finden. Aber auch die restlichen WPs haben es in sich, so die anspruchsvollen Asphalt-Prüfungen in der holsteinischen Schweiz und auf dem legendären Truppenübungsplatz Putlos. Es ist die Mischung aus sehr attraktiven Zutaten, die die Teams an die Ostsee zieht.  

Zeltner skeptisch vor dem Start

Für Spitzenreiter Ruben Zeltner, der diesmal wieder mit Ehefrau Petra auf dem 'heißen Sitz' des Co-Piloten antritt, ist die Veranstaltung im Gegensatz zu den Verfolgern neu. „Ich habe schon einiges von der Rallye gehört und mir Onboard-Videos aus den vergangenen Jahren angeschaut - das sieht alles nicht nach einer Porsche-Rallye aus“, fasst er seinen ersten Eindruck zusammen. Nach zuletzt fünf Gesamtsiegen in Folge sieht er keine Chance, diese Serie fortzusetzen. „Das wird ein heißer Herbst, denn bei den nun folgenden Läufen sind die Allrad-Fahrzeuge durch das Wetter und den Schotteranteil im Vorteil“, so der Geschäftsführer des Sachsenrings. „Ich vermute, Hermann Gaßner junior wird an der Ostsee seine große Aufholjagd beginnen.“

Starke Allradler in Favoritenrolle  

Zeltner erwartet beim Kampf um den Sieg insbesondere einen Dreikampf zwischen Vater und Sohn Hermann Gaßner sowie Jan Becker und findet es nicht unangenehm, „diesmal nicht der Top-Favorit zu sein“. Seine Verfolger in der Meisterschaftstabelle beurteilen die Ausgangslage allerdings ganz anders. Hermann Gaßner junior geht gemeinsam mit Co-Pilotin Ursula Mayrhofer mit einem gehörigen Schub Zusatzmotivation an den Start in Grömitz. Vor knapp zwei Wochen wurden sie im Mitsubishi Lancer R4 bei der Rallye Deutschland als 18. der Gesamtwertung und bestes Team auf einem Produktionswagen gefeiert. Dennoch ist er vorsichtig. „Ich erwarte nicht, dass Ruben Zeltner und sein Porsche 911 GT3 in ihrer derzeitigen Form überhaupt zu schlagen sind“, so der Südbayer. Er hat für sich - hinter Zeltner - einen harten Gegner beim Duell um Platz zwei ausgemacht. „Ich freue ich mich auf einen spannenden Kampf mit Jan (Becker). Wir waren vergangenes Jahr schon sehr knapp beieinander, und ich habe den möglichen Sieg leider durch ein technisches Problem verspielt. Bei allen Spekulationen darf man meinen Vater aber nicht vergessen, den muss man immer mit auf der Rechnung haben.“ So ein wenig blinzelt der Youngster aber dann doch nach ganz vorne: „Durch den Schotteranteil haben wir vielleicht eine Chance, Ruben ein wenig zu ärgern.“

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Auf den anspruchsvollen WPs in Ostholstein mit ihren wechselnden Anforderungen sind Routiniers wie der vierfache deutschen Rallye-Meister Hermann Gaßner im Vorteil. Im seriennahen Gruppe-N-Lancer sieht er allerdings kaum eine Chance auf den Sieg gegen die starken Konkurrenten. Schließlich tummeln sich in der stärksten Division 1 neben Becker und Gaßner junior eine ganze Reihe starker Allradler. Hart umkämpft wird aber auch die Division 2 sein, in der die seriennahen Turbo-Allradler den Ton angeben. Für Gaßner (senior) steht der Sieg in dieser Division im Mittelpunkt, denn für die Wertung des ADAC Rallye Masters werden die Platzierungen in der jeweiligen Fahrzeugklasse herangezogen. Platz eins in der Division - das würde die volle Punktzahl bedeuten. In Division 2 trifft der ältere Gaßner unter anderem auf seinen Markenkollegen Peter Corazza. Der Sachse kommt immer besser in Fahrt und hat ebenfalls Ambitionen auf den Divisionssieg und die damit verbundenen Punkte. Mit Spannung wird die Performance von Carsten Mohe erwartet, der im brandneuen Renault Clio R3T antritt.  

Griebel im Vorteil

Inmitten der arrivierten Routiniers mischen auch an der Ostsee die beiden Youngster aus dem ADAC Opel Rallye Junior Team mit. In ihren Opel Adam R2 liegen sie sowohl im ADAC Rallye Masters als auch in der DRM in den Top-10. Marijan Griebel und Copilot Alex Rath gewannen beim deutschen WM-Lauf souverän ihre Wertungsklasse und überzeugten eine Woche vor der Ostsee Rallye in Tschechien mit dem zweiten Platz beim Lauf zur Junior-Europameisterschaft. Für Fabian Kreim geht es mit Beifahrer Michael Kölbach, vor allem darum, „den Divisionssieg zu sichern und hoffentlich wieder ein paar Punkte für die DRM mitnehmen.“ Der Südhesse hat zudem mit der 'Ostsee' noch eine Rechnung offen: „Im vergangenen Jahr haben wir den Laufsieg im ADAC Opel Rallye Cup durch einen Reifenschaden verloren, da möchte ich mich jetzt revanchieren.“ In der Division 5 treffen Kreim und Griebel unter anderem auf Konstantin Keil (Skoda Fabia R2), oder Routinier Armin Holz, der mit seinem VW Golf KitCar antritt und auch satte Punkte für die Masters-Wertung einfahren will.

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