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"Wir sind sehr ehrgeizig..."

Nach der Bekanntgabe eines neuen Super 1600 Teams in der DRM 2004 steht nun Teamchef des Rallyeteam Schwaben Zlatko Franziskovic Rede und Antwort.

<b>2004 mit dabei:</b> Peugeot 206 S1600 in der DRM

Wie Sie vor einigen Tagen bereits bekannt gegeben haben, werden Sie in der kommenden Saison einen Peugeot 206 S 1600 unter der Bewerbung des Rallye Team Schwaben in der Deutschen Rallye Meisterschaft einsetzen. Wie kam dieses Vorhaben zu Stande?

In den vergangen Jahren habe ich als Teambetreuer in der Deutschen Rallyechallenge, bei einigen Fahrern in der FIA GT Meisterschaft und in der V8Star gearbeitet. Unter anderem habe ich das Racing Team Ryll und zwei kroatische Fahrer in der V8Star mit meiner Arbeit unterstützt. Zuletzt übernahm ich die Einsätze von Vladan ?V-Man? Vasiljevic in der Junioren-WM. Auf meine Empfehlung hin absolvierte der Nachwuchspilot Felix Groppengiesser vor einigen Wochen einen erfolgreichen Test auf einem Ferrari 550 Maranello des Wieth Racing Teams. Nach langer Überlegung fiel für die kommende Saison die Entscheidung ein Engagement in der Deutschen Rallye Meisterschaft auf die Beine zu stellen, welches wir nun, nachdem das Projekt Gestalt angenommen hatte, vor einigen Tagen bekannt gegeben haben.

 

In der deutschen und kroatischen Motorsportszene sind Sie kein Unbekannter. Was waren die bisherigen Stationen Ihrer Motorsportlaufbahn?

Angefangen habe ich vor 15 Jahren mit Stockcarrennen, Rallyecross, Bergrennsport und ein wenig Rundstreckensport als aktiver Fahrer. Vor ca. fünf Jahren widmete ich mich mehr dem organisatorischen Aufgaben eines Rennteams und übernahm Managementaufgaben. Anfangs in der Formel König, danach in FIA GT Meisterschaft, Langstreckenpokal bis eben hin zu V8Star.

 

Als Fahrer wurde der Eisenacher Lars Anders mit Co-Pilot Maik Thiel benannt, wie kam es zu dieser Verpflichtung?

Wir suchten in diversen Anzeigen einen Fahrer für die Saison 2004. Unter zahlreichen Bewerbungen und Anfragen nahmen wir wenige Fahrer in die engere Auswahl. In Gesprächen mit unseren Sponsoren und Teammitgliedern fiel die Wahl Schlussendlich auf Lars Anders. Alle Beteiligten waren der Meinung, dass bei dem Team Anders der finanzielle und technische Background der bestmöglichste sei.

 

Wird das Fahrzeug von Ihnen selber betreut und eingesetzt?

Das Fahrzeug wird von mir und meinen Sponsoren eingesetzt. Das Fahrzeug selber wird während der Saison vom Team Anders Motorsport gewartet und revidiert. Die technische Leitung des Einsatzes übernimmt hierbei Markus Horlacher, dessen Erfahrungen reichen über DTM, V8Star bis hin zur Deutschen Rallye Meisterschaft. Ich denke, dass wir so eine perfekte Vorbereitung des Fahrzeuges erreichen werden.

 

Welche Sponsoren werden dieses Projekt in der kommenden Saison begleiten?

Einer der Hauptsponsoren wird ein privater Sponsor aus Reutlingen sein, der erst zur Teampräsentation bekannt gegeben werden möchte. Des Weiteren wird ein kroatischer Ölkonzern unser Partner sein. Außerdem sind bereits Verträge mit weiteren Sponsoren abgeschlossen, zu denen ich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen kann.

 

Was sind Ihre Ziele für die kommende Saison?

In erster Linie heißt es für uns erstmal das Fahrzeug, die Technik und die Rallyes kennen zu lernen. Wir werden auf die Entwicklung während der Saison schauen müssen und ins Ziel kommen ist erstmal wichtiger als Top-Platzierungen. Für unser Rallyeteam Schwaben ist es eine grosse Herausforderung, wobei wir das Projekt sehr ehrgeizig angehen. Wichtig ist es für uns mit dem Peugeot den Fans und unseren Sponsoren eine tolle Show liefern zu können und eben damit auch das Potenzial des Fahrzeugs zu verdeutlichen.

 

Es gab im Vorfeld bereits viel Wirbel um das Projekt, unter vielen Befürwortern auch einige Kritiker. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?

Wir haben sehr viel positive Resonanz bekommen, was zeigt, dass wir mit unserem Engagement auf dem richtigen Weg sind. Jedoch gab es auch einige sehr negative und unsachliche Kritiken. Für Kritik sind wir jeder Zeit offen, auch für negative, jedoch sollte diese immer noch sachlich vorgetragen werden. Im Rallyesport hat man es eh schon nicht sehr leicht, wenn es darum geht ein Projekt zu realisieren, bei dem es doch um einen 6stelligen Betrag geht. Doch wenn man dann durch Fans oder Kritiker in der Öffentlichkeit sehr stark unsachlich und völlig unsinnig angegriffen wird, dass sogar Sponsoren vergrault werden, dann ist das sicherlich nicht die Art und Weise die uns bei der Verwirklichung des Projektes behilflich ist. Ich stehe Kritikern und interessierten Fans jederzeit gerne Rede und Antwort, doch wer sich nicht mit dem Projekt und dessen Details auskennt sollte seine Worte vorher überdenken.

 

Das Rallye-Magazin bedankt sich für das Interview und wünscht viel Erfolg in der kommenden Saison mit dem Peugeot 206 Super 1600.

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