DRM 2009

'Nordsmäßige' Spannung in der DRM

Mit ihrem zweiten Meisterschaftslauf bei der ADAC Wikinger-Rallye rund um Schleswig betritt die DRM am ersten April-Wochenende Neuland.

<strong>ANGRIFF:</strong> Olaf Dobberkau will im hohen Norden glänzen

Zum ersten Mal findet sich die Veranstaltung im hohen Norden der Republik auf dem Saisonkalender, zudem gibt es einen direkten Vergleich mit der dänischen Rallye-Elite, die hier ebenfalls einen Meisterschaftslauf absolviert.

„Alles auf Anfang“, heißt es in der DRM zudem, weil der Tabellenführer ausnahmsweise pausiert. Shooting-Star Hermann Gaßner Junior, Überraschungs- sieger beim Auftaktlauf im bayrischen Oberland, ist nicht am Start. Er nutzt den WM-Lauf in Portugal, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Damit dürfen sich die Fans auf einen munteren Schlagabtausch zwischen seinem Vater, dem amtierenden DRM-Champion Hermann Gaßner (Mitusbishi Lancer Evo 10) und seinen bestens aussortierten Konkurrenten freuen.

 

Während die Konkurrenten aus der dänischen Meisterschaft nach Schleswig eine Anfahrt von maximal 400 Kilometern haben, ist der Weg für manches DRM-Team deutlich weiter. So legt der amtierende DRM-Champion Hermann Gaßner aus Surheim weit über 1.000 Kilometer bis zu den Wikingern zurück. „Fahren wir rauf und lassen uns überraschen“, formuliert Hermann, der ältere, Gaßner, „wie man hört, haben die dort ganz schön anspruchsvolle Prüfungen.“ Er wird angreifen müssen, denn nach dem verpatzten Auftakt mit einem zeitraubenden Ausrutscher im Tiefschnee des bayerischen Voralpenlandes fehlen wichtige Punkte auf dem Weg zur Titelverteidigung.

 

An der Spitze der DRM-Truppe steht der Sachse Peter Corazza. Der hat in der Woche vor dem Start jedoch alles Andere im Sinn als den Auftritt im hohen Norden. „Wir benötigen für unseren Lancer dringend noch Differenzialteile, die im Moment aber nicht lieferbar sind. Auch beruflich bin ich als Fahrinstruktor derzeit arg eingespannt, so richtig habe ich mir noch keine Gedanken über die Meisterschaftssituation gemacht.“ Das sollte sich ändern, wenn der Evo-7-Lancer zum ersten Mal in Schleswig Holstein aufheult: „Spätestens wenn ich in Schleswig bin, freue ich mich richtig auf die neue Herausforderung“, grinst der Sachse.  

 

MUSS AUFHOLEN: Hermann Gaßner will die Schlappe vom Saisonauftakt ausgleichen

Auch der amtierende Vize-Meister Sandro Wallenwein gehört zu den heißen Kandidaten auf die DRM-Führung. Er bringt zur Wikinger erstmals einen Subaru Impreza der neuen Evolutionsstufe N14 an den Start. „Am vergangenen Wochenende konnte ich das neue Auto kurz testen“, berichtet der Schwabe, „es hat unheimlich Potenzial und bereitet viel Fahrspaß. Uns fehlen natürlich noch eine Menge Erfahrungswerte. Aber bei der Leistungsdichte in der DRM dürfen wir uns mit dem Finden der optimalen Einstellungen auch nicht allzu viel Zeit lassen.“ Stimmt, denn nicht nur die etablierten Konkurrenten im Kampf um die Spitzenpositionen drohen, auch Franken-Youngster Florian Niegel (Mitsubishi Lancer) hatte schon bei der Oberland kräftig an den Plätzen des DRM-Establishments gerüttelt.

 

Der Thüringer Olaf Dobberkau hofft derweil auf trockene Bedingungen auf den Prüfungen rund um Schleswig. Mit Rang fünf beim Auftakt hatte er im Porsche 911 GT3 schon eine gute Punkte-Basis gelegt. „Die Wertungsprüfungen in der Region Angeln nördlich von Schleswig sind sehr reizvolle Strecken, die sich von dem, was wir sonst so kennen, etwas abheben“, erklärt der Schleusinger. Ihm wäre naturgemäß eine trockene Asphalt-Veranstaltung am liebsten, „aber durch den siebenprozentigen Schotteranteil müssen wir halt durch.“

 

Die deutschen Teilnehmer der Division 1 werden es nicht einfach haben, die maximalen Meisterschaftspunkte zu ergattern. Die dänische Fraktion rückt mit drei der modernen Super2000-Boliden an. Die beiden Peugeot 207 S2000 werden von Karl-Age Jensen, dem Wikinger-Sieger von 2007 und seinem Namensvetter Christian Jensen pilotiert. Ib Kragh, Sieger bei der Wikinger-Rallye 1995, bringt einen Fiat Punto S2000 nach Schleswig. Dazu kommt noch der amtierende dänische Meister Max Christensen in einem aktuellen Subaru Impreza N14: Der „Heimvorteil“ bei dieser deutschen Rallye liegt diesmal klar auf dänischer Seite. Zumal die dänischen Piloten in der Vergangenheit regelmäßige Gäste bei Deutschlands nördlichster Rallye waren, während die „Wikinger“ für fast alle DRM-Piloten absolutes Neuland ist.

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