Entscheidung im Finale

Heitmann ist ADAC Meister

Die Entscheidung fiel erst im Ziel der letzten Wertungsprüfung der ADAC 3-Städte-Rallye. Mit einem Vorsprung von nur drei Punkten sicherten sich Nils Heitmann / Daniel Hammerich im VW Polo GTI den Sieg in der ADAC Rallye Masters 2010.

<strong>MEISTER:</strong> Nils Heitmann und Daniel Hammerich gewinnen das ADAC Masters 2010

Die Freude stand den beiden Hanseaten ins Gesicht geschrieben: „Damit geht für uns ein ganz großer Traum in Erfüllung, den wir eigentlich gar nicht zu träumen gewagt hatten“, formulierte Nils Heitmann im Ziel der ADAC 3-Städte Rallye. Zusammen mit Co-Pilot Daniel Hammerich hatte er gerade eine kleine Sensation geschafft. In ihrem VW Polo GTI, einem der kleinsten Fahrzeuge im Feld der über 180 gewerteten Masters-Teilnehmer in der Saison 2010, hatten sie alle hinter sich gelassen. Vor allem die Teams mit größeren Fahrzeugen, die neben den Punkten für die Platzierung in einer der sieben leistungsgerecht unterteilten Divisionen auch Zusatzpunkte für die Platzierung in der Gesamtwertung bekommen, konnten sie nicht überholen. Ohne einen einzigen Zusatzpunkt, sondern nur durch konstante Top-Platzierungen in ihrer Division fuhren Heitmann / Hammerich zum Sieg.

 

Hinter den neuen ADAC Rallye Meistern 2010 belegte der Vorjahresmeister Carsten Alexy im Audi S2 den zweiten Platz. „Nach allen technischen Problemen, die wir in diesem Jahr hatten, ist der zweite Platz ein tolles Resultat“, zog der Nordhesse ein zufriedenes Saisonfazit. Nach sieben Vorläufen und den beiden Final-Veranstaltungen lagen Gaßner / Thannhäuser im Mitsubishi Lancer und die Nordhessen Björn Mohr / Oliver Becker (Opel Astra GTC) punktgleich mit jeweils 150 Zählern auf dem dritten Platz. Nur aufgrund der besseren Gesamtresultate ging Platz drei an Gaßner und die HJS-Diesel Masters-Sieger Mohr / Becker rutschten auf den undankbaren vierten Platz ab. Aus Respekt vor der sportlichen Leistung der beiden Nordhessen in ihrem Diesel-Astra überreichten Gaßner / Thannhäuser ihre Pokale für den dritten Platz der Masters-Gesamtwertung noch während der Siegerehrung an Björn Mohr und Oliver Becker.

 

„Es ist schon etwas ganz Besonderes, bei seinem Heimspiel zu gewinnen“, erklärte ein sichtlich zufriedener Hermann Gaßner im Ziel der ADAC 3-Städte-Rallye. Mit Karin Thannhäuser hatte er nicht nur den Gesamtsieg aus dem Vorjahr wiederholt und im Mitropa Rallye Cup seinen Titel verteidigt. Für den vierfachen deutschen Rallye-Meister war es auch der 30. Start in ununterbrochener Reihenfolge bei der ‚3-Städte’. „Auch 30 Jahre nach meinem ersten Start kann ich hier noch gewinnen“, flachste der ansonsten eher wortkarge Bayer, „der Gesamtsieg wäre sicherlich nicht so einfach geworden, wenn Toni (Werner) hätte mitkämpfen können.“ Doch bereits 500 Meter nach dem Start der ersten Wertungsprüfung mussten Werner / Edelmann ihren Porsche 911 GT3 mit einem Antriebsdefekt abstellen. Ruben Zeltner lag auf Platz zwei, als er die Rallye durch einen Kupplungsdefekt am BMW M3 vorzeitig beenden musste. Mit dem zweiten Gesamtrang sicherte sich Robert Pritzl mit Co-Pilotin Christina Kohl im Subaru Impreza sein bislang bestes Resultat. „Vielleicht war ich ja so schnell, weil ich am Mittwoch noch richtig Fieber hatte“, schmunzelte Pritzl, „wir hatten heuer ein hartes Lehrjahr in der Deutschen Meisterschaft, da war das hier ein versöhnlicher Saisonabschluss.“

 

ADAC Rallye Junior Cup

 

Der Sieger im ADAC Rallye Junior Cup 2010 heißt Thomas Robel, ist 24 Jahre alt und kommt aus Laubusch in der Lausitz: „Ich weis gar nicht, was ich dazu sagen soll. Der Titel im Junior Cup war mein großes Saisonziel, und jetzt habe ich ihn.“ Beim Finale zur ADAC 3-Städte-Rallye ging es für den Youngster im VW Golf TDI auch noch um den Vize-Titel im HJS Diesel Masters. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich die Zeiten an der Diesel-Spitze heute nicht mitgehen konnte und mich dann darauf konzentriert, den Junior-Titel zu sichern.“ Nach dem Ausfall von Holger Knöbel holte sich Robel auch noch den Vize-Titel im HJS-Diesel Masters. Der gerade 20 Jahre jung gewordene Thomas Bareuther (Marktredwitz) hatte im Suzuki Swift lange die Führung bei den ADAC Junioren inne. Während Robel die gesamte Saison den verlorenen Punkten durch den Ausfall beim Auftakt im Erzgebirge hinterherfuhr, leistete sich Bareuther seine ‚Nullrunde’ beim ersten der beiden Finalläufe. Durch die doppelte Punktevergabe bei den beiden Finalläufen konnte Robel die Führung übernehmen und sich den Titel sichern. „Natürlich ist es schade, wenn man so lange vorne liegt und dann doch noch abgefangen wird“, erklärte Bareuther, „aber auch der zweite Platz ist für mich in meiner ersten kompletten Saison ein tolles Resultat.“

« zurück