Spannung pur

Dobberkau siegt in Sachsen

Endlich hat er es geschafft. Olaf Dobberkau feiert zusammen mit Co Alex König in Sachsen den ersten Porsche-Sieg der DRM-Neuzeit.

<strong>SIEG:</strong> Olaf Dobberkau und Alexandra König gewinnen die Sachsen-Rallye 2009

Zweieinhalb Jahrzehnte hat es gedauert, an diesem Wochenende war es so weit: Mit ihrem Sieg bei der AvD-Sachsen-Rallye holten Olaf Dobberkau und Alexandra König  im Porsche 911 GT3 den ersten Sieg eines Zuffenhausener Modells in der DRM seit 1983. Nach 1:26:37,9 Stunden Fahrzeit hatten sie beim vierten DRM-Lauf der Saison 2009 einen Vorsprung von 6,1 Sekunden auf die Zweitplatzierten Hermann Gaßner jr. und Kathi Wüstenhagen herausgefahren.

„Das ist einfach nur gigantisch“, strahlte Olaf Dobberkau, nach seinem Sieg bei der AvD-Sachsen-Rallye. „Wir haben sehr, sehr lange auf diesen Sieg gewartet, jetzt war die Zeit einfach reif.“

 

Der Schleusinger konnte in seiner bisher durchwachsenen DRM-Saison damit endlich ein Ausrufzeichen setzen – und sorgte damit gleich für ein kleines historisches Ereignis. Nicht nur, dass zuletzt Manfred Hero / Dietmar Müller 1983 einen Porsche-Sieg in der DRM hatten erzielen können. Es war auch der erste Triumph eines nicht allradgetriebenen Autos in der DRM seit 1994 (damals gewannen Markus Moufang / Rüdiger Hener im BMW M3 die Hessen-Rallye). Dabei war es auf den letzten Metern sogar noch einmal richtig eng geworden für den Thüringer, der zwischenzeitlich einen Vorsprung von rund einer halben Minute auf die Konkurrenz hatte herausfahren können: Sein Team stellte am GT3-Motor einen Wasserverlust fest, konnte den Schaden aber im Service am Mittag beheben. Trotzdem konnte Hermann Gaßner junior noch einmal bis auf knapp über sechs Sekunden herankommen. „Vielleicht bin ich zwischendurch ein wenig zu vorsichtig gefahren, um den Sieg nach Hause zu bringen“, stellte Dobberkau fest, „aber zum Glück hat es noch gereicht.“

 

Trotz einer sauberen Fahrt, guten Leistungen und einem gegen starke Konkurrenten herausgefahrenen vierten Platz wurde Sandro Wallenwein zum Verlierer des Wochenendes. Er konnte die Pace von Peter Coarazza und Herman Gaßner junior nicht mitgehen, die sich beim Fight um die zweite Position auf den 14 Wertungsprüfungen über 159,62 km nichts schenkten. „Wir können an diese Zeiten nicht herankommen“, resümierte Wallenwein, „und das, obwohl wir alles geben und teilweise schon über dem Limit fahren“. Im Evo-9-Lancer war es einmal mehr Youngster Hermann Gaßner junior, der für Furore sorgte. Er konnte Lokalmatador Peter Corazza mit einer starken Fahrt am Nachmittag der zweiten Etappe noch einfangen.

 

„Auf den Prüfungen am Samstagmorgen merkte ich, dass ich noch an Peter herankommen kann“, grinste der junge Bayer im Ziel, „nach dem Service am Mittag habe ich deshalb noch einmal alles gegeben.“ Dem Oelsnitzer Corazza soll es recht sein: Er konnte seine Tabellenführung auch mit dem dritten Platz behaupten und verlor letztlich nur einen Punkt. Lag vor der AvD-Sachsen-Rallye Sandro Wallenwein noch sieben Zähler hinter ihm, ist es nun Hermann Gaßner junior, der mit einem Rückstand von sechs Punkten zum schärfsten Verfolger des Evo-7-Piloten geworden ist. „Der Kampf um Platz zwei war einfach toll“, strahlte Corazza auch über das sportliche Geschehen. „Hermann und ich haben uns heute gegenseitig zu immer besseren Leistungen angetrieben.“

 

Einen perfekten Ausgang nahm das Wochenende auch für Carsten Mohe. Der Crottendorfer holte mit Co-Pilot André Kachel im Renault Clio R3 nicht nur den Sieg in der Division 2, sondern ließ mit einer fulminanten Leistung auch den verkorksten Saisonbeginn hinter sich: Als Sechstplatzierter konnte er auf den flüssigen WPs rund um Zwickau mitten ins Feld der wesentlich stärkeren Fahrzeuge fahren und lag im Ziel nur eine Position hinter DRM-Rekordmeister Matthias Kahle (Köln), der mit Co-Pilot Peter Göbel einen Gaststart im Porsche 911 GT3 absolvierte. „Endlich lief einmal alles rund“, atmete Mohe nach dem Sieg auf.

 

Weniger erfolgreich schlossen dagegen seine Mitfavoriten den vierten DRM-Saisonlauf ab. Tim Stebani musste seinen Opel Corsa OPC 1600 mit abgescherter Antriebswelle abstellen. Peter Zehetmaier beendete die Fahrt mit seinem Honda Civic Type R auf WP 10 an einer Mauer und musste anschließend vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Opel-Farben hielt statt Stebani diesmal der Sportchef der Rüsselsheimer höchstpersönlich hoch: Volker Strycek absolvierte in seiner Eigenschaft als AvD-Sportpräsident einen Gaststart im Gruppe-A-Opel Astra G. Mit Co-Pilot Robert Patzig konnte der eigentlich auf Rundstreckenrennen spezialisierte Strycek dabei einen hoch respektablen achten Platz herausfahren und fasste die Erfahrungen bei seiner Rallye-Premiere auf den schnellen sächsischen WPs auf der Zielrampe in Zwickau knapp zusammen: „Das war ein Event für Männer.“

 

Als Gesamt-Neunte wurden beim vierten DRM-Lauf Felix Herbold / Kevin Zemanik (Citroën C2 R2 Max) gewertet, die damit nicht nur den Sieg in der Division holten, sondern auch den Sprung in die Top-10-Plätze schafften. Sie konnten auf den schnellen Wertungsprüfungen den geringfügigen PS-Vorteil ihrer „Max“-Spezifikation des nach Rallye2-Reglement aufgebauten C2 ausnutzen. Nach der Sachsen-Rallye liegen sie unverändert auf dem vierten Tabellenplatz und konnten ihren Vorsprung gegen die Konkurrenten aus der Divison 3 noch ausbauen: Christian Riedemann / Oliver Bobrink (Citroën C2 R2) holten als Zwölfte im Gesamtklassement den zweiten Platz in der Division. In der „kleinen“ DRM-Division 4 gab es ein Herzschlagfinale, das zu Gunsten der Bestplatzierten ausging: Manuel Kößler / Heidrun Haner (Suzuki Swift Sport) konnten auf den 14 WPs in Sachsen einen Vorsprung von gerade einmal 0,4 Sekunden auf Dominik Port / Alexander Rath (Suzuki Swift Sport) herausfahren und bauten damit ebenfalls ihren Vorsprung auf: Sie liegen vor der Eifel-Rallye unangefochten auf dem fünften Tabellenplatz. 

 

Die Ergebnisse der Sachsen-Rallye...

Die Bilder der Sachsen-Rallye...

 

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