Kreim gewinnt Thüringen-Rallye und liegt in DRM vorn

Fabian Kreim gewinnt die Thüringen-Rallye und kann die Führung in der Deutschen Meisterschaft übernehmen. Dominik Dinkel wird Zweiter. Emil Bergkvist sichert sich beim ersten Einsatz im Peugeot 208 T16 den dritten Platz.

  • Fabian Kreim und Teamchef Raimund Baumschlager freuen sich über die DRM-Führung

Fabian Kreim gewinnt die Thüringen-Rallye und kann die Führung in der Deutschen Meisterschaft übernehmen. Dominik Dinkel wird Zweiter. Emil Bergkvist sichert sich beim ersten Einsatz im Peugeot 208 T16 den dritten Platz.

Fabian Kreim und Beifahrer Frank Christian haben mit zehn von zehn Bestzeiten souverän die Thüringen-Rallye gewonnen. Weil Titelkonkurrent René Mandel nach einem heftigen Abflug vorzeitig aufgeben musste, konnte Kreim auch die Führung in der Deutschen Meisterschaft übernehmen. „Das war vielleicht nicht der entscheidende, aber ein sehr wichtiger Schritt in Richtung Titelverteidigung“, sagte der Skoda-Pilot. 

Kreim dominierte die Thüringen-Rallye fast schon nach Belieben und dafür, dass er auf einzelnen Prüfungen wie dem Rundkurs 'Bankschenke' über 15 Sekunden schneller war als die Verfolger hatte er eine passende Erklärung: „In den vergangenen beiden Jahren hatte ich hier sehr harte Vergleiche mit Sepp Wiegand. Vielleicht kenne ich deshalb die eine oder andere Ecke mehr, wo ich stehen lasse und die anderen vielleicht doch kurz zucken.“

Wiegand konnte in diesem Jahr nicht dabei sein und der Zweitplatzierte Dominik Dinkel konnte über das Tempo seines Markenkollegen nur staunen: „Fabian war an diesem Wochenende einfach zu stark. Aber mit Rang zwei konnten wir in der Meisterschaft aufholen und jetzt wird es für die beiden letzten Läufe wieder richtig spannend.“ 

Mit Rang drei war Emil Bergkvist zufrieden. Der Ex-Junior Europameister, in Thüringen auch erstamls mit seinem neuen Beifahrer Ola Floene unterwegs, sagte: „Ich bin sehr glücklich, dass ich die Chance hatte, hier in diesem Auto zu fahren. Das Team Peugeot Deutschland Romo hat einen tollen Job mit dem 208 T16 R5 gemacht. Und ich habe schon von Anfang an gesagt, ich wäre sehr glücklich bei dieser Rallye aufs Podium zu fahren.“

Rang vier geht an 'Altmeister' Sandro Wallenwein (Skoda Fabia R5): „Hut ab vor den Fabelzeiten, die Fabian da teilweise rausgezaubert hat. Ansonsten bin ich sehr zufrieden, der Abstand zur Spitze könnte etwas enger sein, aber dafür sitze ich wohl zu wenig im Auto. Das macht sich bei den schnellen WPs und dem hohen Tempo in der DRM direkt bemerkbar.“

Unfall von Mandel

Weniger Glück hatte René Mandel, der im Ford Fiesta R5 als DRM-Führender nach Thüringen kam und nach einem Unfall vorzeitig aufgeben musste. „Wir waren etwas von der Ideallinie weg und kamen auf Splitt, dann ging es nur noch dahin“, erklärte Mandel. „Aber wenn man schnell unterwegs ist, kann das auch mal passieren, schließlich geht es hier für uns um die Meisterschaft. Eine erste Analyse am Auto ergab, dass die Beschädigungen alle reparabel sind. Beim nächsten Lauf greifen wir wieder an.“

In der Spitzengruppe gab es weitere prominente Ausfälle. Peter Corazza musste nach einem Ölverlust seinen Mitsubishi vorsorglich abstellen. Jürgen Geist fuhr im BMW bis auf dem fünften Platz, doch auf der vorletzten Prüfung landete er neben der Strecke. Das brachte Anton Werner einen Platz nach vorne, der sich nach langer Abwesenheit in der Meisterschaft blicken ließ und mit seinem soundstarken Porsche 911 auf die sechste Position fahren konnte. Nur drei Sekunden dahinter landete Raphael Ramonat (Mitsubishi) auf Rang sieben.

2WD-Titel für Mohe 

Zu Beginn war der Kampf um die maximalen 2WD-Punkte in Thüringen heiß umkämpft. Carsten Mohe (Renault Clio) und sein härtester Verfolger Sebastian von Gartzen (Citroën DS3) lagen nach vier der zehn Prüfungen bis auf die Zehntelsekunde zeitgleich an der Spitze. Als der Verfolger jedoch aufgab, war der Weg frei für Mohe. Die maximale Punkteausbeute brachte zudem den vorzeitigen Titelgewinn. „Unser letzter offizieller Titel war 2003. Seitdem haben wir zwar öfters die Divisions-Wertung gewonnen, aber das ist ja kein offizieller Titel. Daher bin ich natürlich super happy, dass es jetzt geklappt hat. Ein rundum geniales Wochenende hier in Thüringen und das vor so vielen begeisterten Fans“, strahlte Mohe. Platz zwei der 2WD-Wertung in Thüringen ging an den jüngsten Starter im Feld. Der 18-jährige Roman Schwedt erkämpfte sich Opel Adam R2 inmitten einer R3-Armada den zweiten Platz. Dritte wurde Konstantin Keil im Citroën DS3.

Überschattet wurde die Thüringen-Rallye von einem schweren Unfall von Niklas Stötefalke/Tobias Braun, die auf der dritten Prüfung mit ihrem Opel Adam R2 frontal gegen einen Baum prallten und anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden mussten.

Ergebnis Thüringen-Rallye 2017

1.Kreim / ChristianSkoda Fabia R51:09:05.2
2.Dinkel / KohlSkoda Fabia R5+0:56.6
3.Bergkvist / FloenePeugeot 208 T16 R5+1:20.8
4.Wallenwein / PoschnerSkoda Fabia R 5+2:31.1
5.Mohe / HirschRenault Clio R3T+5:41.9
6.Werner / FischerPorsche 997+7:11.4
7.Ramonat / PhielerMitsubishi Lancer EVO 9+7:14.4
8.Tomek / ZemanSkoda S 2000+8:53.1
9.Schütte / DavidMitsubishi Lancer Evo 7+9:05.0
10.Schwedt / WichuraOpel Adam R2+9:09.2

DRM-Stand nach 6 von 8 Läufen: 1. Kreim 120; 2.Mandel 93; 3. Dinkel 88; 4. Wallenwein 61; 5. Brugger 61; 6.Mohe 38